Neu am Fachbreich: "Law and Society"

15.10.2025

Dr. Nandor Knust übernimmt im Wintersemester Vertretungsprofessur für „Law and Society“ im Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften.

Nandor Knust ist Experte für internationales Strafrecht, Übergangsjustiz und Umweltkriminalität und hat eine internationale Karriere über mehrere Länder und Institutionen hinweg verfolgt. Derzeit leitet er das Projekt ECO-CRIM-NET, ein globales Netzwerk, das sich der Überwachung, Untersuchung und Verfolgung von Verbrechen gegen Ökosysteme widmet. In dieser Funktion engagiert er sich für die Bekämpfung neuer Formen von Umweltschäden durch rechtliche und politische Maßnahmen auf internationaler Ebene. 

Seine akademische Laufbahn begann Knust in Deutschland und Frankreich. Er schloss sein Jurastudium an der Universität Frankfurt am Main ab und erwarb eine Maîtrise en Droit Public International an der Universität Paris X (Nanterre). Er beschäftigte sich zudem mit internationaler Justiz am Internationalen Strafgerichtshof der Vereinten Nationen für Ruanda (ICTR) in Arusha. Diese prägende Erfahrung mit einem UN-Tribunal in einer Nachkonfliktsituation vertiefte sein Verständnis für Gräueltaten und Übergangsjustiz und prägte seine spätere Forschung und Praxis. Seine Forschungsarbeit setzte er in der gesamten Region der Großen Seen in Afrika über sechs Jahre lang fort. Nach seiner Promotion in Deutschland war Nandor Knust am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht in Freiburg tätig. Darüber hinaus koordinierte er Initiativen der African Foundation for International Law, was sein breites internationales Engagement in der Rechtswissenschaft widerspiegelt. Während dieser Zeit hatte Dr. Knust akademische Positionen und Kooperationen in Europa, Afrika, dem Nahen Osten und darüber hinaus inne – darunter Lehr- und Forschungsstellen in Finnland und Tansania, ein Senior Research Fellowship in London und Gastwissenschaftlerstellen in Kopenhagen und Teheran. 

Neben seinen Aufgaben an der Universität ist Dr. Knust in mehreren internationalen wissenschaftlichen Netzwerken und Redaktionsbeiräten aktiv. Er ist Mitherausgeber der Routledge-Buchreihe „Socio-Legal Frontiers of Transitional Justice”, die sich mit innovativen Ansätzen für Gerechtigkeit in Gesellschaften nach Konflikten befasst, sowie Mitherausgeber des German Law Journal, einer einflussreichen Open-Access-Publikation, die transnationale und interdisziplinäre Rechtswissenschaft fördert. Seine Beiträge auf diesem Gebiet wurden mit renommierten Auszeichnungen gewürdigt, darunter insbesondere die Otto-Hahn-Medaille der Max-Planck-Gesellschaft für herausragende Forschung im Jahr 2014. In all seinen Funktionen hat er sich nachdrücklich für die interdisziplinäre Rechtswissenschaft engagiert und häufig grenzüberschreitend und fachübergreifend zusammengearbeitet. Durch seine Lehrtätigkeit, seine Forschung und seine Führungsrolle bei globalen Initiativen wie ECO-CRIM-NET trägt Nandor Knust weiterhin dazu bei, das Verständnis dafür zu fördern, wie das Recht komplexe internationale und ökologische Herausforderungen auf kooperative und wirkungsvolle Weise angehen kann. 

Im Wintersemester unterrichtet er am Fachbereich in den Studiengängen MAHRS, ICEUS und BASIB zu Themen wie Übergangsjustiz, internationale Strafgerichtsbarkeit, gerichtliche Durchsetzbarkeit von Menschenrechten und digitale Forensik. Fachexkursionen zu den Arolsen Archives und zum Memorium Nürnberger Prozesse werden seine Lehre ergänzen.