Projekte

Das Modul PP2 des Studiengangs BASS ist als Zielgruppen- und Vernetzungsmodul konzipiert. Bei einer Gesamtarbeitsbelastung von rund 750 Stunden verteilt auf 3 Semester, erarbeiten sich die Studierenden Kompetenzen in der Vorbereitung, Durchführung und Evaluation gewählter Fragestellungen im Rahmen einer Projekt- oder Forschungsarbeit. Die Themenfelder sind dabei sehr vielfältig und die gewonnen Erkenntnisse nicht nur für die Projektverantwortlichen interessant.

Hier finden Sie eine Übersicht der in diesem Jahr bei der BASS-Forschungsmesse vorgestellten Projekte.

Projektthemen 2022

Wie wirkte sich die Corona-Situation auf die Arbeitsqualität der Jobcentermitarbeiter*innen aus?

Ausgangssituation:
Mit dieser Forschung möchten wir auf die verschiedenen Maßnahmen und Instrumente eingehen, die von den Jobcentern entwickelt wurden, um den Leistungsprozess zu erhalten. Dabei stellen wir uns die Frage, inwieweit sich die Corona-Situation Arbeitsqualität der Jobcentermitarbeiter*innen auswirkte.

Projektziele und Umsetzung:
Mit den Ergebnissen einer Umfrage und der damit verbundenen Auswertung möchten wir herausfinden, ob die aktuelle Situation Auswirkungen auf die Mitarbeitenden und die damit verbundene Arbeitsqualität hat. Aufgrund der Pandemie stellt sich uns zudem die Frage, ob die mittlerweile langanhaltende Situation Abläufe beeinträchtigt hat. Auch wollen wir erheben, ob Mitarbeiter*innen einer höheren Arbeitsbelastung ausgesetzt waren und ob dies zu einer erhöhten Personalwechsel führte. Die Umfrage soll auch erkennbar machen, ob Mitarbeiter*innen Erholungspausen vollständig nutzten oder diese eher verkürzten.

Projektverantwortliche:
Fawzi Kalandar
Arzu Leonhardt
Alexandra Pieper
Lars Haußer

Analyse der Bedürfnisorientierung der Unterstützung Alleinerziehender bei der Arbeitsmarktintegration

Ausgangssituation:
Das häufige Vorliegen multipler Vermittlungshemmnisse Alleinerziehender, insbesondere die oft fehlende Kinderbetreuung begründen die höhere Bezugsquote von SGB II Leistungen dieser Zielgruppe. Betroffene benötigen ein hohes Maß an Zeitmanagement und Organisationstalent, um Erwerbsarbeit und Familie unter einen Hut zu bekommen. Aus diesen Gründen sind Alleinerziehende trotz meist sehr hoher Arbeitsmotivation von Armutsrisiken betroffen.

Projektziele und Umsetzung:
Grundsätzlich soll die Frage geklärt werden, ob Alleinerziehende von Jobcentern angemessen unterstützt werden. Dazu wird zunächst die Zielgruppe anhand statistischer Daten aus der Integrationssoftware analysiert. Hierzu werden unter anderem Alter, Geschlecht, Schul- und Berufsausbildung aller Alleinerziehenden im Leistungsbezug in einem bestimmten Zeitraum betrachtet, was eine Gesamtmenge von ca. 5000 Betroffenen umfasst. Außerdem soll die Fragestellung aus Sicht von Alleinerziehenden im Grundsicherungsbezug des Kommunalen Center für Arbeit (KCA) anhand einer anonymen Umfrage analysiert werden.

Projektverantwortliche:
Emely Diehm
Robin Sippel

Gesundheit am Arbeitsplatz im Rahmen der Digitalisierung

Ausgangssituation:
Auch in der Arbeitswelt hinterlässt die Digitalisierung ihre Spuren. So zeigt sich, dass Unternehmen zunehmend ihren Mitarbeitenden die Möglichkeit des Home-Office anbieten. Insbesondere durch die Corona-Pandemie hat sich die Anzahl an Home-Office-Nutzenden erhöht. Vor der Corona-Pandemie befanden sich 4% der Beschäftigten in Deutschland im Home Office, während im April 2020 30% der Beschäftigten das Angebot des Home-Office wahrnahmen (vgl. Statista 2021). Andere Auswirkungen der Digitalisierung stellen sich z.B. durch die Einführung der elektronischen Akte in Verwaltungen und Behörden dar. Als einen der wesentlichen Schritte führte das Kommunale Job-Center des Odenwaldkreises im Rahmen der Digitalisierung 2020 das Angebot der Online-Antragstellung für Leistungsberechtigte nach dem SGB II ein.

Projektziele und Umsetzung:
Unser Projekt soll sich mit der Frage beschäftigen welche gesundheitlichen Auswirkungen die Digitalisierung bei den Beschäftigten der Kreisverwaltung des Odenwaldkreises hat und welche gesundheitsfördernden Maßnahmen am Arbeitsplatz getroffen werden können. Hierfür planen wir eine Umfrage in Form von Fragebögen unter den Mitarbeiter*innen der Kreisverwaltung durchzuführen, die sich mit deren Erfahrungen und Vorschläge der Gesundheitsprävention im Rahmen der digitalen Arbeitswelt beschäftigen soll. Anschließend sollen die Ergebnisse der Fragebögen ausgewertet werden und diese mit bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnissen verglichen werden, sodass abschließend ein Fazit gezogen werden kann, welche gesundheitliche Einschränkungen durch das digitale Arbeiten am Häufigsten auftreten und welche präventiven Maßnahmen durch die Behördenleitung vorgenommen werden können, um die Gesundheit am Arbeitsplatz zu fördern.

Projektverantwortliche:
Christopher Scherer
Philipp Koch

Sensibilisierung von Gesundheitsberufen

Ausgangssituation:
Die Kunden sollen durch die Infomesse zu Gesundheitsberufen die Möglichkeit bekommen, Ausbildungsplätze, Arbeitsplätze und Qualifikationsmöglichkeiten in dem Sektor Gesundheitsberufe kennenzulernen.

Projektziele und Umsetzung:
Ziele ist eine Sensibilisierung von Gesundheitsberufen. Das Interesse der Kunden soll geweckt werden um den Fachkräftemangel entgegen zu wirken.

Projektverantwortliche:
Shanjida Haque
Rubina Mannan

Mentoren-Programm für Auszubildende mit Flucht- oder Migrationshintergrund im Landkreis Fulda

Ausgangssituation:
Im Jahr 2018 brachen 43 Auszubildende mit Flucht- oder Migrationshintergrund ihre Ausbildung vorzeitig ab. Als Hauptursachen für die Abbrüche gab QuABB schwache bis unzureichende berufsbezogene Sprachkenntnisse an. Hinzu kamen eine fehlende intensive Bindung zum Ausbildungsbetrieb und den Kolleg*innen sowie die Unwissenheit über das duale Ausbildungssystem. Auch die kulturellen Unterschiede beeinflussten das Zurechtkommen in der Ausbildung maßgeblich. In Beratungsgesprächen von QuABB gaben viele dieser Personengruppe an, dass sie wenig oder keine Unterstützung vom Ausbildungsbetrieb erhalten.

Um die erfolgreiche Absolvierung einer Ausbildung von Geflüchteten zu gewährleisten, hat der Landkreis Fulda gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit Bad Hersfeld – Fulda, der Industrie- und Handelskammer Fulda und der Kreishandwerkerschaft Fulda das Mentoren-Programm für Auszubildende mit Flucht- oder Migrationshintergrund mit dem Slogan „Ausbildung? Läuft!“ entwickelt.

Projektziele und Umsetzung:
Ziel dieses Programms ist es, jeder/ jedem Auszubildenden mit Flucht- oder Migrationshintergrund eine/n Mentor*in aus dem jeweiligen Betrieb zur Seite zu stellen, der/ die als Ansprechpartner*in fungiert und die Ausbildung begleitet. Durch die Hilfestellung und Förderung des/ der Mentor*in soll das Ausbildungsverhältnis gefestigt und ein Ausbildungsabbruch verhindert werden.

Projektverantwortliche:
Mariy Osman

Regionalprojekt in Großenlüder

Ausgangssituation:
Der Landkreis Fulda ist als Optionskommune für die Umsetzung der Bestimmungen des SGB II verantwortlich. Fulda ist ein Flächenlandkreis, eine Gemeinde hiervon ist Großenlüder und liegt ca. 12 km vom Stadtzentrum entfernt. In der Gemeinde Großenlüder sind mehrere Unternehmen angesiedelt. Der Arbeitgeberservice (AGS) kooperiert mit 120 ortsansässigen Betrieben in der Gemeinde Großenlüder.

Trotz der hohen Anzahl an ortsansässigen Unternehmen und Beschäftigungsmöglichkeiten, sind in der Gemeinde Großenlüder derzeit 84 Personen ohne Arbeit und 52 davon bereits ein Jahr und länger. Fehlende oder schlechte Mobilität kann u.a. ein Vermittlungshemmniss für eine Arbeitsaufnahme darstellen oder auch die Einhaltung von Terminen oder Angeboten des Kreisjobcenters beeinträchtigen.

Die sozialräumliche Präsenz des Kreisjobcenters Fulda soll die Erreichbarkeit verbessern und den Zugang zu den Dienstleistungen des Jobcenters erleichtern. Außerdem sollen neue Möglichkeiten sozialer Teilhabe eröffnet und einer Isolation der Leistungsberechtigten entgegengewirkt werden.

Projektziele und Umsetzung:
SGB II-Leistungsberechtigte sollen durch intensive Kontaktdichte direkt in ihrem Wohnort individuell an den Arbeits-/ Ausbildungsmarkt herangeführt
werden, um damit eine langfristige Integration in den ersten Arbeits- / Ausbildungsmarkt zu fördern. Das Hauptaugenmerk des Projektes liegt
auf dem „Networking“ der Teilnehmer, um sich den regionalen „grauen“ Arbeitsmarkt zu erschließen. Dabei wird in Kooperation mit dem AGS
immer wieder der Kontakt zwischen den Teilnehmern und dem regionalen Arbeitsmarkt hergestellt. Das Projekt fußt auf eine hohe Beratungsdichte.
In den Beratungsgesprächen werden die individuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten herausgearbeitet, damit eine bewerberorientierte Akquise durch den AGS
erfolgen kann.

Projektverantwortliche:
Oliver Schwab
Sophia Notarangelo
Mansour Al Khalil

Virtuelle Beratung im Jobcenter

Ausgangssituation:
Wir wollen uns in unserem Projekt mit der virtuellen Beratung im Jobcenter näher beschäftigen. Der Zeitraum erstreckt sich über den gesamten Zeitplan von PP2. Wir führen eine Erhebung in Form eines Fragebogens durch und befragen die Kundinnen und Kunden des Jobcenters, wie sie virtuellen Angeboten im Jobcenter gegenüberstehen und wie sie ihre digitalen Kompetenzen einschätzen. Im Rahmen unseres Forschungsprojektes haben wir daher einen Fragebogen mit Hilfe eines Onlineprogramms entwickelt, der für Leistungsbeziehende mit und ohne Migrationshintergrund geeignet ist. Hierbei können Kund*innen auf verschiedenen Ebenen erreicht werden: über einen Link, per QR Code und in Papierform.

Projektziele und Umsetzung:
Das Projekt hat zum Ziel, die Kundinnen und Kunden zu sensibilisieren und zukünftig Maßnahmenangebote auch in hybrider Form (neuartig) anbieten zu können. Des Weiteren soll das Projekt Aufschluss darüber geben, inwiefern personenbezogene Merkmale (z.B. Alter, Geschlecht, Herkunft, etc.) und die digitale Kompetenz einen Zusammenhang haben. Auch wollen wir erfahren, wie hoch die Bereitschaft zur Teilnahme an hybriden Angeboten ist und wie diese ggf. gesteigert werden kann. Für August 2022 ist ein Pilotprojekt bezüglich der Digitalisierung durch den Fachdienst Arbeitsmarkt und Integration an einem Standort der Maßnahme Werkakademie vorgesehen. Im Zuge dessen wird die Umsetzung der hybriden Werkakademie an einem noch abzustimmenden Standort für die Dauer von 3 Monaten pilotiert, um Erfahrungen unter realen Bedingungen zu sammeln. Anschließend wird das Konzept ggf. für beide Standorte (Bad Hersfeld und Bebra) finalisiert und ausgerollt. Die von uns im Rahmen des Praxisprojektes erhobenen Daten sollen dabei Berücksichtigung finden, indem sie als Grundlage für die Planung der Umstellung der bereits bestehenden Maßnahme Werkakademie in eine hybride Form genutzt werden.

Projektverantwortliche:
Anne Koch
Melanie Kaiser

Konzipierung einer Aktivierungsmaßnahme für Alleinerziehende Leistungsbezieher*innen im Kontext SGB II

Ausgangssituation:
Handlungsbedarfe von alleinerziehenden Leistungsempfänger im Kontext SGB II werden in der Arbeitsvermittlung nicht ausreichend bedient. Die Erfahrung aus der Praxis zeigt, dass im Besonderen die Rahmenbedingungen und Mindeststandards (z.B. im Erstgespräch) nicht so konzipiert sind, dass die in der Regel besonders umfangreiche persönliche Situation dieser speziellen Kundengruppe gänzlich berücksichtigt wird. Im Jobcenter beispielsweise werden an Alleinerziehende im Rahmen der zeitlichen Möglichkeiten dieselben Anforderungen gestellt, wie an nicht alleinerziehende Klienten. So erfolgt im Erstgespräch als Exempel die gleiche verpflichtende Maßnahmezuweisung. Dies behindert die Arbeit mit betroffenen Kunden und führt dazu, dass die gesetzlichen und innerbetrieblichen Zielsetzungen nicht klientenzentriert umgesetzt werden können.

Projektziele und Umsetzung:
Im Rahmen unseres Praxisprojekts möchten wir eine Maßnahme für Alleinerziehende konzipieren, die im Integrationsprozess individuell Handlungsbedarfe erfasst und der Arbeitsvermittlung ein umfangreiches Profiling bereitstellt, um in der Arbeitsvermittlung eine zielführende und klientenzentrierte Integration im Rahmen der individuellen Möglichkeiten zu erwirken.

Wir möchten Fallmanager/Arbeitsvermittler befragen, um herauszufinden, welche Problemstellungen sie im Umgang mit Alleinerziehenden im Alltagsgeschäft sehen. Wo muss die Maßnahme zeitlich angesetzt sein? Wie niederschwellig muss sie sein? Welche Thematiken müssen behandelt werden? Soll es sich um ein freiwilliges Angebot handeln oder eine verpflichtende Maßnahmezuweisung darstellen? Etc.

Projektverantwortliche:
Nina Scheins
Julian Günesdogan

Evaluation des Online-Folgeantragsformulars

Ausgangssituation:
Vor dem Hintergrund des Onlinezugangsgesetz (OZG) und der Corona-Pandemie wurde in Zusammenarbeit mit anderen Jobcentern ein Online-Antragsformular entwickelt, was dann schließlich Ende 2020 eingeführt wurde. Um sicherzustellen, dass das Online-Antragsformular für die Kunden*innen und auch für die Mitarbeitenden (Leistungssachbearbeitung) gut nutzbar bzw. verständlich ist, soll eine Evaluation des Online-Antragsformulars durchgeführt werden.

Projektziele und Umsetzung:
Ziel der Evaluation aus Kundensicht ist es, herauszufinden, ob die die digitalen Angebote
verständlich und gut nutzbar sind. Stellen sich bei der Auswertung Probleme heraus, können
diese behoben werden. Weiterhin könnten dadurch generelle fehlenden digitale Kompetenz der Kunden*innen identifiziert werden. Ziel der Evaluierung aus Sicht der Mitarbeitenden ist es, herauszustellen, ob diese die Online Formulare als funktional ansehen, also ob sie möglicherweise zu allgemein sind und dadurch die Antragsbearbeitung erschwert wird. Weiterhin könnten auch in diesem Zusammenhang fehlende digitale Kompetenzen der Mitarbeitenden erkannt werden.

Projektverantwortliche:
Lisa-Marie Viertelhausen

Arbeitsmarktintegration von Migrantinnen und Migranten im Raum Würzburg

Ausgangssituation:
Mit der Flüchtlingswelle in den Jahren 2015 und 2016 sind viele Migratinnen und Migranten nach Deutschland gekommen. Laut dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge wurden im Jahr 2016 die meisten Asylanträge gestellt. Die Zahl der Asylanträge beläuft sich hierbei im Jahr 2016 auf 745.545 Anträge. Mit den Jahren sind die Asylanträge deutlich zurückgegangen. Zuletzt wurden für das Jahr 2021 von Januar bis Juni 81.284 gestellte Asylanträge dokumentiert. Die Mehrheit der Asylanträge sind Erstanträge. Die Zahl der Erstanträge beläuft sich auf 58.927 Anträge der Rest, mit 22.357 Anträgen, sind Folgeanträge. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Erstanträge um 24,6 Prozent angestiegen. Die syrische Staatsangehörigkeit ist mit 26.454 Erstanträgen am stärksten vertreten. Laut der IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten streben 96 Prozent der befragten Schutzsuchenden einen dauerhaften Aufenthalt in Deutschland an.
Die Integration von Menschen aus Einwandererfamilien stellt eine wichtige Aufgabe in Deutschland dar. Vor allem die Integration in den Arbeitsmarkt ist bedingt durch Sprachkenntnisse und erworbene beziehungsweise anerkannte Qualifikationen in Deutschland. Einen deutlichen Unterschied zeigt sich zwischen geflüchteten Männern und Frauen. Sowohl bei der Erwerbstätigkeit, als auch bei der Teilnahme an Integrationsmaßnahmen sind Frauen deutlich weniger vertreten. Dies ist bedingt durch die Elternzeit und den Mutterschutz von geflüchteten Frauen.

Projektziele und Umsetzung:
Das Projektziel und die Umsetzung des Forschungsprojekts beschäftigt sich mit der Arbeitsmarktintegration von Migrantinnen und Migranten im Raum Würzburg. Hierbei wurde der Zeitraum vor Beginn der Corona-Pandemie und der Zeitraum seit Beginn der Corona-Pandemie betrachtet.  Die Personengruppe, welche befragt werden soll bezieht sich auf arbeitslose Migrantinnen und Migranten im Raum Würzburg. Hierbei wird auf Grundlage der quantitativen Forschung ein Fragebogen erstellt.

Projektverantwortliche:
Luisa Baumeister

Untersuchung möglicher Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Einflussgrößen bei der Berufsausbildungswahl

Ausgangssituation:
Die Corona-Pandemie und die dynamischen Einschränkungen hatten und haben weiterhin großen Einfluss auf vielen gesellschaftlichen Ebenen, besonders auf die Arbeits- und Berufswelt. Einige Berufsgruppen sind unter Betonung ihrer gesellschaftlichen Relevanz und Unverzichtbarkeit, großem Belastungsdruck ausgesetzt. In anderen Bereichen haben sich private und berufliche Räume vermischt, wodurch Chancen und Risiken dieser Arbeitsorganisation offengelegt wurden. Weiterhin wurden Frage einer krisenfesten Arbeitsplatzsicherheit aufgeworfen.

Die Eindrücke der Pandemie-Situation, ob mittelbar oder unmittelbar gewonnen durch eigene Erfahrungen, Erfahrungen im sozialen Umfeld, mediale Berichterstattung oder 'gefühlte gesellschaftliche Stimmungen' könnten zu einer Veränderung von Images einzelner Berufsfelder bei jungen Leuten geführt haben und zu eigenen Faktoren der Berufswahl geworden sein.

Projektziele und Umsetzung:
Durch das Projekt sollten Erkenntnisse darüber gewonnen werden, ob sich Berufsimages durch die Corona-Pandemie und deren Erleben bzw. Verarbeitung verändert haben. Darüber hinaus sollte erforscht werden, ob durch etwaige Veränderungen eine eigenständige Einflussgröße auf die Berufswahl entstanden ist.

Grundlage der empirischen Arbeit war ein anonymisierter, online über Weblink und QR-Code angebotener und verteilter Fragebogen. Zielgruppen waren Berufs- und Jugendberufsverbände, Berufsschulen, Gewerkschaften, Unternehmen und Behörden. Aus diesen liefen die erhaltenen Antworten zurück. Diese wurden nach verschiedenen Themenbereichen geclustert und ausgewertet, um ein möglichst aussagekräftiges Ergebnis zu erhalten.

Projektverantwortliche:
Nils Mehl
Johannes Blees
H. A. Kleemann

Geringfügige Beschäftigungen im SGB II-Kontext

Ausgangssituation:
Im Vergleich zu anderen Landkreisen sind im Landkreis Marburg-Biedenkopf vergleichsweise viele der erwerbstätigen erwerbsfähigen Leistungsberechtigten “nur“ geringfügig beschäftigt. Diese Personen gehen also einerseits bereits einer Erwerbstätigkeit nach und reduzieren so ihre Hilfebedürftigkeit. Auf der anderen Seite ist es ihnen mit einer geringfügigen Beschäftigung im Regelfall nicht möglich, den eigenen Lebensunterhalt unabhängig von staatlicher Unterstützung sicherzustellen. Dies gilt unter dem Aspekt der Einzahlungen in die Rentenkasse auch für das Alter. Im Verlauf des Projektes sollen Daten über die Minijober*innen im Leistungsbezug des KreisJobCenters Marburg-Biedenkopf erhoben und ausgewertet werden.

Projektziele und Umsetzung:
Im ersten Schritt soll anhand bereits vorhandener Daten unter anderem ausgewertet werden, welche Personengruppen besonders häufig geringfügigen Beschäftigungen nachgehen. Im Anschluss werden die Teilnehmenden des bestehenden Unterstützungsangebots für Minijober*innen befragt. Hier soll noch einmal genauer erfasst werden, welche Gründe es für die Aufnahme einer geringfügigen Beschäftigung gibt und welche Gründe aus Sicht der Betroffenen gegen die Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung sprechen, bzw. welche Hindernisse hierbei bestehen. Außerdem soll erfragt werden, ob die vorhandenen Unterstützungsangebote des KreisJobCenters als ausreichend wahrgenommen werden und welche Unterstützungsbedarfe evtl. noch zusätzlich bestehen. Das Projektziel ist, eine belastbare Datengrundlage über die geringfügigen Beschäftigungen im Kontext des SGB II im Landkreis Marburg-Biedenkopf zu erstellen. Anhand dieser Grundlage können dann bei Bedarf bestehende Angebote modifiziert oder auch neue Angebote geschaffen werden.

Projektverantwortliche:
Anna-Luisa Wolf

Effektivität von Videotelefonie/telefonische Beratung

Ausgangssituation:
Ausgangslage ist die herrschende Corona-Pandemie und die damit verbundene und gezwungene Umorganisierung ins Home-Office in Verbindung mit der daraus schlussfolgernden veränderten Umsetzung unserer Beratungs- und Unterstützungsleistungen als Jobcoaches (u.a. ausschließlich telefonische Beratung, bestehende psychische und/oder physische Probleme eines Kunden und vor allem Neukunden, können durch fehlende optische Analysierung bzgl. des äußeren Erscheinungsbilds und der Körpersprache, um ein Vielfaches schwerer erkannt werden).

Projektziele und Umsetzung:
Das Ziel unseren Forschungsprojektes ist die Erkenntnisse aus der erzwungen digitalen Beratung der Coronazeit auf Qualität und Nutzbarkeit der digitalen Beratung im uneingeschränkten Regelbetrieb zu untersuchen. Hierbei spielen die Qualitativen Aspekte, die Akzeptanz bei den eLb und den Jobcoaches sowie die Ermittlung des bevorzugten Mediums der digitalen Beratung nach Altersgruppen sortiert eine Rolle. Zur Ermittlung der benötigten Daten verwenden wir jeweils an die Zielgruppe angepasste digitale Fragebögen für eLb und Jobcoaches. Damit alle eLb teilen können und wir so ein unverfälschtes Ergebnis bekommen haben wir bei der Entwicklung der Fragebögen unseren hauseigenen Spezialisten für einfache Sprache hinzugezogen.

Projektverantwortliche:
Patrick Decker
Moritz Röder
Samir Hotaki

Chancen der digitalen Fallberatung (im Hinblick auf veränderte Rahmenbedingungen)

Ausgangssituation:
Als Forschungsfrage haben wir uns die digitale Beratung im Fallmanagement des JobCenters und SGB II als Rahmen gesetzt. Eine Teilweise digitale Beratung könnte die Arbeit mit den Leistungsbeziehenden unterstützen. Hierbei legen wir den Fokus auf beide Blickwinkel. Sowohl des Fallmanagements, wie die des Leistungsbeziehenden werden hierbei einbezogen. Aufgrund der Corona-Krise kamen gezwungener Maßen einige digitale Kommunikationswege zeitweise zum Einsatz. Somit ergab sich als konkreter Untersuchungsgegenstand die Chancen und Potentiale von digitaler Beratung im JobCenter als Ergänzung zur klassischen Beratung vor Ort. Als fungierende Unterstützung des SGB II (Bürgergeld)

Projektziele und Umsetzung:
Anhand von Fragebögen und erhobenen Statistiken der Jobcenter soll eine Auswertung erfolgen, wie eine sinnvolle digitale Beratung Anwendung findet kann. Mit Hinblick auf mögliche niederschwellige Angebote der Beratung des Fallmanagements mit Hinblick auf die Einführung des Bürgergelds die Digitale Beratung unterstützen kann (Sanktionsmoratorium).

Projektverantwortliche:
Laila Münch
Christian Baumheier