Diversity in der Lehre

Diversity in der Lehre - Angemessene innovative Lehr-Lernsettings für heterogene Lerngruppen

Projektleitung: Prof. Dr. Helen Knauf
Gefördert durch: Hochschule Fulda, Lehre hoch n (http://www.lehrehochn.de/home)
Laufzeit: 2012-2013
Kooperationspartner: -

Projektbeschreibung:

Durch die bundesweite Öffnung von Hochschulen für neue Studierendengruppen und dem damit verbundenen Ausbau berufsbegleitender (Blended-Learning-) Studienangebote (z. B. am Fachbereich Sozialwesen der Hochschule Fulda) verändert sich die Herkunft und Zusammensetzung der Studierendenschaft deutlich – die Bandbreite im Hinblick auf Berufserfahrung, Formalqualifikationen und Alter (um nur einige Heterogenitätskriterien zu nennen) hat sich deutlich erweitert. So gelangen zunehmend auch Studierende an die Hochschulen, deren Abitur schon viele Jahre zurückliegt oder die auf anderem Wege eine Hochschulzugangsberechtigung erworben haben (z.B. Berufsabschluss plus Berufserfahrung). Der Anteil der so genannten nicht-traditionellen Studierenden ist in berufsbegleitenden Studiengängen besonders hoch. Während durchschnittlich 96 % der Studierenden den Hochschulzugang über das (Fach-) Abitur erwerben (vgl. Bülow-Schramm/Rebenstorf 2011), sind es beispielsweise im berufsbegleitenden Studiengang „B.A. Frühkindliche inklusive Bildung“ (BiB) an der Hochschule Fulda nur knapp 80 % der Studierenden (deren Hochschulzugangsberechtigung auch teilweise 25 Jahre zurückliegt). Wie eine Vorstudie ergab, haben über 60 % der Studierenden in BiB bereits eine Ausbildung und 20 % ein Studium erfolgreich abgeschlossen. 26 % verfügen über eine mehr als zehnjährige Berufserfahrung, lediglich 14 % konnten noch keine praktischen Erfahrungen sammeln. Offenbar gelingt es durch solche berufsbegleitenden Blended-Learning-Studiengänge in besonderem Maße, neue gesellschaftliche Gruppen für eine akademische Ausbildung zu gewinnen. Diese zunächst einmal positiv zu bewertende und auch hochschulpolitisch gewünschte Entwicklung wirft jedoch neue Fragen auf, denn solche nicht-traditionellen Studierenden bringen aufgrund ihrer Berufs- und Lebenserfahrung andere Kompetenzen mit als Angehörige bisheriger Studierendenmilieus. Dafür sind andere studienrelevante Kompetenzen oft deutlich geringer ausgeprägt, was den Studienerfolg deutlich schmälern kann.

Vor diesem Hintergrund geht das Projekt den folgenden auf Lehr- und Lernmethoden bezogenen Fragen:

  • Welche Lehr-Lernmethoden sind besonders geeignet, damit die vorhandenen Kompetenzen dieser nicht-traditionellen Studierenden einbezogen und genutzt werden?
  • Welche Lehrsettings gehen produktiv mit der entstehenden Heterogenität der Studiengruppen um, die aus traditionellen und nicht-traditionellen Studierenden bestehen?
  • Und schließlich: Wie können durch Lehr- und Lernmethoden eventuelle Hindernisse beim Erwerb einer akademischen Qualifikation abgebaut werden?

Methodisch werden dabei sowohl empirische Daten unter Studierenden gewonnen als auch Theorieentwicklung unter Einbeziehung nationaler und internationaler Literatur vorangetrieben.

Publikationen:
Inklusion in der Hochschule. Leistungsorientierung, Teilhabe, Vielfalt und Gemeinschaft in Lehre und Studium, zusammen mit Jacqueline Erk. 2014. In: Bernhardt, Nora/Hauser, Mandy/Poppe, Frederik/Schuppener, Saskia (Hrsg.): Inklusion und Chancengleichheit. Diversity im Spiegel von Bildung und Didaktik, Klinkhardt, S. 259-265.

Inklusive Hochschuldidaktik. Ein neues pädagogisches Leitprinzip für die akademische Lehr- und Lernkultur? in: Das Hochschulwesen 5/2013, S. 164-168.

Online-Ressourcen

Vielfältige Studierende – Interview mit Dieter Timmermann, Präsident des Deutschen Studentenwerks, Teil 1. 2013. http://www.helen-knauf.de/vielfaltige-studierende-interview-mit-dieter-timmermann-prasident-des-deutschen-studentenwerks

Behindert sein und behindert werden an der Hochschule – Interview mit Dieter Timmermann, Präsident des Deutschen Studentenwerks, Teil 1. 2013. http://www.helen-knauf.de/behindert-sein-und-behindert-werden-an-der-hochschule