Familien-Stärken

Familien-Stärken - Die Unterstützung von Familien zwischen Behinderung – Alter – Migration

Projektleitung: Prof. Dr. Markus Schäfers
Gefördert durch: Hochschule Fulda
Laufzeit: 2014-2015


Projektbeschreibung:
Wie gestaltet sich das Zusammenleben, wenn behinderte Familienangehörige im (höheren) Erwachsenenalter in der Herkunftsfamilie leben? Wie sehen die Lebenslagen von Familien mit Migrationshintergrund und behinderten Familienangehörigen aus? Welche Unterstützungsan­gebote nehmen sie wahr, welche nicht, wie werden diese bewertet? Diese Fragen stellt sich das Projekt „Familien-Stärken“.
Erfahrungen belegen, dass Familien mit behinderten Angehörigen ihre Unterstüt­zungs­auf­ga­ben weit über das hinaus leisten, was im Rahmen pro­fes­sioneller Hilfeleistungen möglich wäre. Im Übergang zum höheren Lebensalter des behinderten Angehörigen ist häufig die Grenze der familialen Leistungsfähigkeit erreicht, u.a. weil die Betreuungspersonen (i.d.R. Eltern) selbst älter werden und überlastet sind. Dennoch wird beobachtet, dass professionelle Unter­stützungs­angebote häufig nicht nachgefragt werden. Das ist ein deut­licher Hinweis auf eine fehlende Passung zwischen familialen Bedarfen und vorhandenen An­geboten im Gemein­wesen.
Bei Familien mit behinderten Angehörigen und Migrationshintergrund kommt hinzu, dass der Zugang zu Beratung und Unterstützung durch kulturelle und sprachliche Barrieren erschwert sein kann. In einigen Herkunftskulturen können stärker stigmatisierende Vorstellungen zu Be­hinderung vorherrschen, die eine Inanspruchnahme von Beratung erschweren. Gerade bei die­sen Familien hat jedoch die wechselseitige Verwobenheit von Migrations- und Behinderungs­erfahrungen gravierende Auswirkungen auf Teilhabechancen. Somit stellt sich die Frage, wel­che Bedarfe diese Familien haben, wie Angebote kultursensibel ausgestaltet und die Familien erreicht werden können.
Das Projekt ist als Vorstudie konzipiert. Neben einer Literatur- und Internetrecherche zur Aufarbeitung des Themenfelds „Familie – Be­hinderung – Alter – Migration“ sind Expertengespräche geplant, welche die wissenschaftliche und praktische Relevanz der Forschungsfragen überprüfen sollen. Zu denken ist dabei insbesondere an im Forschungsfeld ausgewiesene Wissen­schaftler(innen) sowie an Expert(inn)en von Fachverbänden und Organisationen, die sich an den Schnittstellen von Behinderung, Alter und Migration agieren.


Publikation
:
Schäfers, Markus (2016): Familien mit behinderten Angehörigen im Erwachsenen­alter. Zwischen familiärem Zusammenhalt und professio­neller Betreuung. In: Bundesvereinigung Lebenshilfe (Hrsg.): Handbuch Familien unterstützen. Marburg: Lebenshilfe (in Vorbereitung).