Dialogprozesse und Wanderausstellung für ein gelingendes Zusammenleben in der Migrationsgesellschaft

Projektleitung: Prof. Dr. habil. Monika Alisch, Prof. Dr. habil. Martina Ritter
Mitarbeiter*innen: Catharina Hille, M.A.; Jonas Hufeisen, M.A.; Tatevik Mamajanyan M.A.
Gefördert durch: Bundesministerium für Bildung und Forschung, Gemeinsame Wissenschaftskonferenz GWK, Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst im Rahmen der Initiative "Innovative Hochschule" 2018-2021.

Das Projekt DIWAN ist Teil des Innovationsschwerpunkts B "Soziale Innovation als Voraussetzung für Lebensqualität und Gesundheit" im Projekt "RIGL-Fulda – Regionales Innovationszentrum Gesundheit und Lebensqualität Fulda".

Im Projekt DIWAN werden anhand partizipativer Methoden soziale Orte geschaffen, an denen Dialoge über das Zusammenleben in der ländlichen und kleinstädtischen Gesellschaft entstehen können. Die Kommunen in ländlichen Räumen sind durch das Einwanderungsgesetz herausgefordert, das Zusammenleben zwischen Alteingesessenen und Zugewanderten so zu organisieren und zu gestalten, dass es für alle als gelungen wahrgenommen werden kann. Statt des auf die politische Dimension verweisenden Begriffs der „Einwanderungsgesellschaft“, verwenden wir im DIWAN-Projekt den die Veränderungen in der Gesellschaft betonenden Begriff der „Migrationsgesellschaft“.

Dabei geht es um Fragen dazu, inwieweit geteilte Werte aber auch unterschiedliche Vorstellungen vom „guten Leben“ und Lebensqualität im Dialog erkannt und bearbeitet werden könnten. Es ist herauszuarbeiten, wo und wie es möglich ist, Kompromisse einzugehen. Entsprechende Missdeutungen sollten als solche erkennbar und lösbar werden, um ein wechselseitiges Verstehen des Anderen und zunächst Fremden zu ermöglichen.

In den drei Landkreisen Fulda, Hersfeld-Rotenburg und Vogelsbergkreis wurde im Projekt DIWAN eine Reihe von Zukunftswerkstätten organisiert mit verschiedenen Gruppen von Menschen, die auf der Flucht vor Krieg und Armut in der Region angekommen sind sowie mit ‚einheimischen‘ Kleinstadtbewohner*innen mit und ohne Engagementerfahrungen in der lokalen Geflüchtetenhilfe. Aus diesen von den Mitarbeiter*innen des Fachbereichs Sozialwesen der der Hochschule moderierten Dialogprozessen wird derzeit wieder in partizipativer Form mit interessierten Teilnehmenden der Zukunftswerkstätten eine mobile Ausstellung zum Thema „Zusammenleben“ entwickelt. Sie wird in der Region Kristallisationspunkt für soziale Öffentlichkeiten zur Aushandlung und Gestaltung eines für alle gelingenden Zusammenlebens in der Migrationsgesellschaft. Ob und inwiefern die Ausstellung zu Reflektion und Veränderung im Umgang mit dem und den Fremden führt, wird in einer weiteren Projektphase untersucht.

Ziele

  • Prozesse des Zusammenlebens in der Migrationsgesellschaft nachhaltig unterstützen und gestalten;
  • Ziele und Vorstellungen des Zusammenlebens partizipativ ermitteln;
  • Wechselseitiges Verstehen sozialer Praxen unterschiedlicher sozialer Gruppen ermöglichen;
  • Unterschiedliche Interessen und Bedürfnisse dialogisch rekonstruieren und aufeinander beziehen;
  • Gemeinwesensbezogene Lern- und Teilhabeprozesse initiieren, begleiten und analysieren.

Das Vorhaben folgt methodisch den Prinzipien der Aktions- oder Handlungsforschung. Im Sinne von Transdisziplinarität werden hier zusammen mit Praxispartner*innen Erkenntnisse aus Erfahrungs- und Forschungsprozessen gewonnen und in die gesellschaftliche Praxis zurückgegeben. Mehr