Bericht über die Blockveranstaltung „Erleben, Lernen und Weitergeben“ in Dalherda

Im Rahmen des Moduls 2.4: Projektwerkstatt „Erlebnispädagogik“ haben wir, eine Gruppe von 17 Studierenden der Sozialen Arbeit im zweiten Semester, gemeinsam mit unseren Dozenten Joachim Wondrak und Manuel Lebek von Dienstag, 02. Juli bis Donnerstag, 04. Juli 2019 drei intensive, erlebnispädagogische Tage im Hans-Asmussen-Haus in Dalherda verbracht.

Bereits im Vorfeld fand eine ausführliche gemeinsame Vorbereitung der Exkursion statt, bei der jede/r Einzelne in verschiedenen Gruppenkonstellationen für jeweils einen erlebnispädagogischen Input, einen Teil der Dokumentation sowie eine Mahlzeit im Selbstversorgerhaus Verantwortung übernahm.

Unser Programm begann dann am Dienstag früh mit einer kurzen Begrüßung und Besprechung des Tagesablaufes. Anschließend erfolgte die erste erlebnispädagogische Einheit „Zahlenwirrwarr“. Nach dem selbstgekochten Mittagessen, gab es an diesem Tag noch zwei weitere Inputs: eine „Eisschollenherausforderung“ und eine „erlebnispädagogische Rally“. Nach diesem programmreichen Vor- und Nachmittag, konnten wir uns eine kleine Pause gönnen, bevor wir uns am Abend zu einem weiteren Input zum Thema „Feuer und Feuermachen“ und einer Feuershow am Lagerfeuer versammelten.

Alle pädagogischen Einheiten und die dabei aufkommenden gruppendynamischen Prozesse wurden jeweils im direkten Anschluss von den anleitenden Studentinnen und Studenten unter Verwendung verschiedener Reflexionstechniken mit der Gruppe reflektiert. Weiterhin erhielten alle Gruppen in einem persönlichen Gespräch jeweils ein Feedback durch unsere Dozenten.

Den zweiten Tag in Dalherda verbrachten wir vorwiegend im Wald, wo wir uns zunächst praktisch mit dem Thema „Hütten- bzw. Unterschlupfbau“ auseinandersetzten und uns anschließend, der für uns bis dahin herausforderndsten Gruppenarbeit, dem gemeinsamen Bau eines „Niedrigseil-parcours“, widmeten.

Der Abend und die Nacht bot schließlich allen Interessierten die Gelegenheit, an einer erlebnispädagogischen „Solo-Herausforderung“ teilzunehmen. Wer nicht daran teilnehmen wollte, konnte den Tag noch in gemütlichem Beisammensein am Lagerfeuer ausklingen lassen, bevor wir schließlich am Donnerstagvormittag wieder zurück nach Fulda reisten.

Die Atmosphäre

Die Stimmung war während der Anfahrt nach Dalherda aufgrund der frühen Uhrzeit noch recht müde. Dennoch war die Vorfreude auf das Blockseminar schon zu Beginn ziemlich groß. Im Hans-Asmussen-Haus angekommen, dominierte schließlich das Gefühl der Neugierde. Auch gefiel uns die Atmosphäre des Hauses sowie des kleinen Rhön-Dorfes. Wir bezogen unsere Zimmer und fühlten uns recht schnell sowohl im Haus als auch in der Gruppe wohl. Mit dem Beginn der ersten Herausforderungen bzw. praktischen Inputs wurde die Gruppe, sowohl gefühlstechnisch als auch gruppendynamisch auf die Probe gestellt. Über den ersten Tag hinweg war die Atmosphäre überwiegend familiär und lustig. Die Stimmung erreichte ihren Höhepunkt beim Lagerfeuer zum Sonnenuntergang. Nette Gespräche, Musik und die Feuershow von Joachim Wondrak sorgten für eine Wohlfühlatmosphäre.

Dies setzte sich am zweiten Tag fort: Bereits zum Frühstück war die Gruppe sehr ausgelassen. Mit den Inputs am zweiten Tag kamen jedoch auch die ersten Auswirkungen potentieller Misserfolge zum Vorschein. Das Stimmungsbild erschien bei der Ankunft in den Wald gemischt und durch die besonderen Umstände während des Aufbaus des „Niedrigseil-parcours“ war die Stimmung durch eine Vielzahl an Hoch- und Tiefpunkten geprägt. Nachdem wir wieder in unsere Unterkunft zurückkehrten, haben alle ihre anschließende Pause sehr genossen. Später saßen wir gemütlich beieinander. Dadurch, dass einige die Möglichkeit nutzten, die Nacht im Wald alleine zu verbringen, erlebten sie unterschiedliche Erfahrungen, die abschließend mit der Gesamtgruppe geteilt werden konnten.

Ziele / Ergebnisse

Im Folgenden soll eine Darstellung der Ziele und Ergebnisse unserer Exkursion erfolgen. Die Basis hierfür bilden kurze Befragungen der jeweiligen Anleiter*innen. Da die Angebote unterschiedlich aufgebaut waren, unterschieden sich auch die entsprechenden Zielsetzungen und Ergebnisse:

Zum einen wurde der Fokus auf die gemeinsame Lösung und Herangehensweise im Gruppenprozess mit Blick auf Kommunikation und Gruppendynamik gelegt. Unter Zeitdruck und einer relativ komplexen Aufgabenstellung sollten die Gruppenmitglieder angeregt werden, ihre Fähigkeiten im Gruppenkontext zu testen. Ein unerwartetes Ergebnis, wie auch ein Scheitern, konnte dennoch nicht negativ stimmen. Allein der Gruppenprozess war ein Gewinn. Durch unerwartete Kreativität der Gruppe wurden in einer erlebnispädagogischen Herausforderung die Erwartungen der Anleiter*innen übertroffen und dadurch die Aufgabe besonders gut gelöst. Zum anderen ging es verstärkt darum, innerhalb einer Gruppe ein positives, nachhaltiges Erlebnis zu erfahren und neue Outdoor-Skills in der Praxis zu erlernen.

Auch das Ergebnis der gesamten Zeit in Dalherda war in der Gruppe gut zu erkennen: Das Zusammenleben über 48 Stunden hinweg war durch gemeinsames Kochen, Essen, Schlafen, Lernen, Kartenspielen und weitere Freizeitaktivitäten für alle eine Bereicherung und brachte die Gruppe zusammen, wodurch besonders die Kommunikationsfähigkeit gestärkt und die Rollenverteilung innerhalb der Gruppe klarer wurde. Auch bei Grenzerfahrungen einzelner Teilnehmer*innen konnten Ängste, durch das Vertrauen innerhalb der Gruppe, überwunden werden. Besonders einprägsam waren das abendliche Zusammensitzen am Lagerfeuer und die Gespräche beim Essen, wodurch sich die Gruppe stärker als Einheit fühlte.

Resümee

Abschließend können wir feststellen, dass wir gemeinsam einen schönen Semester-abschluss gefunden haben, die Gruppe durch die Exkursion nach Dalherda in besonderem Maße zusammengekommen ist und wir nicht nur intensive Einblicke in die Erlebnispädagogik gewinnen konnten, sondern sowohl an Hoch- als auch Tiefpunkten gemeinsam wachsen durften. Die Exkursion war ein wichtiger Schritt für die Umsetzung eigener Projekte im nächsten Semester.

Wir bedanken uns bei der Hochschule, die uns diese lehr- und erlebnisreichen Tage in Dalherda ermöglicht hat.

Anna-Klara Semmler, Kathrin Manns, Lara Schlichtherle, David Henkel, Andreas Prengel, Janis Herrmann, Leah Kolmer, Finn Orthey, Salome Muckenhaupt, Ilayda Cengiz, Tamina Gerhold, Carolin Will, Miriam Schößler, Svenja Hindelang, Miriam Buhleier, Karin Hildebrandt, Victor Lin Kirsch