Wissen schaffen
Sie lernen wissenschaftlich zu arbeiten, Studienbefunde zu verstehen und Fragen strukturiert und mit fundierten Methoden zu beantworten.

Während die Medizin danach fragt, was Menschen krank macht, lautet die zentrale Frage der Gesundheitsförderung: Was erhält Menschen gesund? Die Gesundheitsförderung beschäftigt sich mit den Ressourcen von Menschen und deren Lebensbedingungen, die zur Erhaltung und Stärkung von Gesundheit beitragen. Gesundheit wird als das Ergebnis eines komplexen Zusammenspiels ganz verschiedener Faktoren verstanden, die auf den Ebenen von Person, sozialer Umwelt, Lebens- und Arbeitsbedingungen und Gesellschaft wirken.
Die Gesundheitsförderung kombiniert zwei Ansätze miteinander. Sie setzt auf der Verhaltensebene – zur Stärkung der Person – und auf der Verhältnisebene – zur Verbesserung der Lebensbedingungen – an, um Gesundheit im Alltag zu erhalten und zu fördern. Ob Stresspräventionsprogramme, Gestaltung von gesunderhaltenden Arbeitsbedingungen oder die Realisierung von Kampagnen – es steht immer der Mensch und seine Ausgangslagen im Vordergrund. Die Gesundheitsförderung befähigt Menschen, mehr Verantwortung für die eigene Gesundheit und die ihrer Mitmenschen zu übernehmen. Partizipation und Empowerment sind dabei zwei zentrale, eng miteinander verknüpfte, Strategien.
In unserem Studiengang Gesundheitsförderung lernen Sie,
Das Studium ist entlang von fünf Themenfeldern aufgebaut: 1. Gesundheit verstehen, 2. methodisch fundiert handeln, 3. Gesundheitsförderung und Prävention gezielt umsetzen, 4. individuelle Gesundheit stärkengesunde Lebenswelten schaffen sowie 5. berufliche Felder entdecken und erproben (mehr dazu unter Berufspraxis und Projektarbeit).
Diese Themenfelder sind eng aufeinander bezogen und vermitteln Ihnen wichtige Grundlagen und Methoden, die Sie für Ihre spätere Berufspraxis in der Gesundheitsförderung benötigen. Im vierten Semester erproben Sie sich in einem selbstgewählten Berufsfeld im Rahmen einer Praxisphase. Das vierte Semester ist auch ein geeignetes Zeitfenster, um das Studieren im Ausland bei einem Auslandssemester zu erleben. Der Fachbereich unterstützt Auslandsaufenthalte insbesondere an einer der kooperierenden ausländischen Hochschulen. Ab dem 5. Semester können Sie individuelle Schwerpunkte über Wahlpflichtmodule wählen und im Rahmen von einem Studienprojekt Erfahrungen in der Durchführung eines Forschungsprojekts erwerben. Sie werden Schritt für Schritt im Verlauf Ihres Studiums hierbei begleitet und haben am Ende all das Wissen, das Sie benötigen, um im 6. Semester Ihre Abschlussarbeit zu schreiben.
Um relevante Dokumente der Gesundheitsförderung und wissenschaftliche Texte auf Englisch zu verstehen, werden Englischkenntnisse erwartet. Diese können während des Studiums durch zahlreiche Angebote am Sprachenzentrum der Hochschule verbessert und vertieft werden.
Gesundheit verstehen
Zu Beginn Ihres Studiums lernen Sie Gesundheit aus verschiedenen Perspektiven wissenschaftlich fundiert kennen: Sie erhalten Sie einen Einblick in die vielfältigen Einflussfaktoren der Entstehung von Gesundheit und Krankheit und erlernen Grundlagen, Strategien und Methoden der Gesundheitsförderung und Prävention. Dabei werden sowohl naturwissenschaftliches Wissen (z. B. zur Entstehung von Erkrankungen) wie auch sozialwissenschaftliches Wissen vermittelt. Sie beschäftigen sich damit, wie Gesundheit, Krankheit und Einflussfaktoren in der Bevölkerung verteilt sind und wie z. B. gesundheitliche Ungleichheit entsteht. Das ist eine wichtige Voraussetzung, um beispielsweise Personengruppen mit besonderem Bedarf für Maßnahmen zu identifizieren.
Methodisch fundiert handeln
Sie lernen in den ersten drei Semestern die Techniken für das wissenschaftliche Arbeiten wie das Verstehen von wissenschaftlichen Studien, das wissenschaftliche Schreiben und die dafür erforderlichen Literaturrecherchen. Sie erwerben Grundkenntnisse in den Methoden der empirischen Forschung, das umfasst zum Beispiel die Datenerhebung und -auswertung. Darauf aufbauend lernen Sie, wie ein aktueller Stand der Forschung zu einem Thema erarbeitet wird, um evidenzinformierte Entscheidungen zu Maßnahmen der Gesundheitsförderung und Prävention zu treffen. Im Modul „Evaluation und Qualitätsentwicklung“ wenden Sie die Methoden für die Bewertung des Erfolgs und der Verbesserung der Qualität von gesundheitsförderlichen Maßnahmen an.
Gesundheitsförderung und Prävention gezielt umsetzen
Sie erwerben Kenntnisse in den rechtlichen, politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen für Gesundheitsförderung und Prävention, die Sie benötigen, um die Maßnahmen oder Programme gemeinsam mit wichtigen Akteuren erfolgreich zu entwickeln und umzusetzen. Damit Veränderungen der Lebensbedingungen und von individuellem Verhalten gelingen, lernen Sie auch, wie tragfähige Strukturen für Gesundheitsförderung z. B. in Organisationen gestaltet und dieser Prozess begleitet wird – zusammen mit der Vermittlung und Anwendung von Grundlagen der Gesundheitskommunikation und -beratung.
Individuelle Gesundheit stärken und gesunde Lebenswelten schaffen
Wir bereiten Sie optimal auf eine Tätigkeit in zentralen Bereichen und zukunftsträchtigen Arbeitsfeldern der Gesundheitsförderung und Prävention vor:
Bereits ab dem zweiten Semester beschäftigen Sie sich mit den zentralen Handlungsfeldern nach dem Leitfaden Prävention: Ernährung, Bewegung, Stress- und Ressourcenmanagement (Psychische Gesundheit), Suchtmittel- und Medienkonsum. Dieser Leitfaden ist ein verbindliches Regelwerk der gesetzlichen Krankenkassen für die Förderung von Primärprävention, Gesundheitsförderung in Lebenswelten wie z. B. in Kitas, Schulen, Kommunen und in der betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) jeweils mit verhaltens- und verhältnisorientierten Ansätzen und Konzepten.
Ergänzende Wahlpflichtmodule können Sie ab dem 5. Semester besuchen und so Ihr individuelles Profil stärken: Sie können zwischen betrieblichem Gesundheitsmanagement (BGM) oder Planetary Health wählen. Auch die Wahl von Modulen aus anderen Fachbereichen oder von weiteren Angeboten der Hochschule ist möglich. Letztlich ist die Integration der Sie interessierenden Inhalte von solchen Wahlpflichtmodulen in Ihrem Studium ausschlaggebend. Eine zusätzliche individuelle Profilbildung können Sie im fünften Semester gezielt in dem Modul „Aktuelle Themen der Gesundheitsförderung und Prävention“ durch die Vertiefung von in der Gesellschaft und fachlich-inhaltlich aktuell diskutierten Problemlagen umsetzen.
Berufsbezogenes Wissen und Reflexionsfähigkeit formen Ihre handlungsleitende Professionalität und werden deshalb mit zentralen Aspekten der Professionalisierung , im Studium vermittelt. Mit Modulen zur Professionalisierung bereiten Sie sich ab dem ersten Semester auf die Herausforderungen im Studium mit u. a. Selbstorganisationstechniken und auf die Berufspraxis vor. Im vierten Semester absolvieren Sie ein Praxissemester in einem Berufsfeld der Gesundheitsförderung. Vor und während des Praxissemesters werden Sie durch das Praxisreferat Gesundheitsförderung kontinuierlich begleitet und unterstützt z. B. beim Bewerbungsprozess und im Umgang mit den neuen Anforderungen der Praxisphase. So werden z. B. im zweiten Teil des Professionalisierungsmoduls der Umgang mit Herausforderungen und Stress reflektiert sowie Techniken zum Umgang mit Konflikten eingeübt, damit Sie Ihre persönlichen Kompetenzen gezielt weiterentwickeln können. Praxisbegleitend besuchen Sie neben dem Modul Professionalisierung II noch „Netzwerkarbeit in der kommunalen Gesundheitsförderung“.
Im fünften und sechsten Semester bauen Sie Ihre wissenschaftlichen und praxisorientierten Fähigkeiten im Rahmen eines Studienprojektes aus. Es werden stets verschiedene Projekte zu unterschiedlichen Themen angeboten.
Hochschulzugangsberechtigung
Bewerber, die ihre Hochschulzugangsberechtigung nicht an einer deutschsprachigen Einrichtung erworben haben, müssen Deutschkenntnisse auf dem Niveau C1 des Europäischen Referenzrahmens (DSH-2 oder Äquivalent) nachweisen.
Mit deutschen Bildungsnachweisen: 1. Mai bis 30. September
Mit ausländischen Bildungsnachweisen: 1. Mai bis 30. September

Absolventinnen und Absolventen arbeiten zum Beispiel:

”Ich studiere Gesundheitsförderung, um mich nach dem Studium für die gesundheitliche Chancengleichheit einzusetzen und allen Menschen den gleichen Zugang zu Gesundheit zu ermöglichen. Gesundheit ist ein zentraler Faktor unserer Lebensqualität, weshalb das Thema stärker in den Fokus rücken und konsequent in Entscheidungsprozesse einbezogen werden sollte. Die Hochschule unterstützt mich dabei, mein Wissen zu vertiefen und bereitet mich mit ihren vielfältigen Angeboten auf mein zukünftiges Berufsleben vor.

”Ich habe Gesundheitsförderung studiert, weil ich Menschen dazu befähigen möchte, aus eigener Kraft etwas für ihre Gesundheit zu tun. Aus diesem Grund haben mich die Wahlmodule im 5. und 6. Semester besonders angesprochen, da man hier von Grund auf lernt, wie man wissenschaftlich fundierte Informationen erstellt und so an die Bevölkerung heranträgt, dass diese von allen gelesen, verstanden und bestmöglich umgesetzt werden können. Vor allem die interessanten Einblicke, die uns die Dozenten und Professoren dabei aus der Praxis geben konnten haben mein Interesse an den Inhalten des Moduls geweckt.

”Ich studiere Gesundheitsförderung, weil ich mein Wissen zu Gesundheitsthemen, welches ich bereits in der Ausbildung erworben habe, vertiefen möchte. Besonders spannend finde ich, wie gezielte Prävention und Aufklärung gesunde Lebensstile nachhaltig fördern können. Das Studium bietet nicht nur fundierte Einblicke in wirksame Gesundheitsstrategien, sondern auch wertvolle Kenntnisse in Projektmanagement und Netzwerkarbeit, die es ermöglichen, nachhaltige Gesundheitsprojekte in verschiedenen Lebenswelten aufzubauen.

Der Studiengang ist ein Angebot des Fachbereichs Gesundheitswissenschaften. Informieren Sie sich auf den Webseiten des Fachbereichs über Ihr neues Umfeld, die Lehre, Labore und Ihre zukünftigen Professor*innen.
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Studiengangskoordinatorin der Studiengänge Gesundheitsförderung (B.Sc.), Gesundheitsökonomie und -politik (B.S.), Public Health (M. Sc.)

Referentin des Studiengangs Gesundheitsförderung, Praxisreferat

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