Hallo, mein Name ist Inken und ich bin Stipendiatin bei der STIFTUNG DARMERKRANKUNGEN.
Hier findest du einen Erfahrungsbericht von meinem Auslandspraktikum:

2017 ging es für mich für insgesamt 15 Wochen ans andere Ende der Welt – nach Neuseeland. Ich wollte schon lange für ein Praktikum ins Ausland. Endlich war es soweit.

Vorbereitungen
Ich schrieb einige Initiativbewerbungen für ein Praktikum im Bereich Gesundheitsmanagement in verschiedene außereuropäische Länder. Daraufhin bekam ich nach relativ kurzer Zeit eine positive Rückmeldung aus Neuseeland. Ein Professor von der Otago University in Dunedin schrieb mir eine sehr freundliche Email mit dem Angebot im Fachbereich Medizin ein Praktikum zu machen. Er schlug mir die Arbeit an einer Vergleichsstudie mit zwei Patientengruppen vor, durch die ich gleichzeitig mit einer dortigen Selbsthilfeorganisation in Kontakt treten konnte. Das hörte sich für mich perfekt an und wir blieben ab dem Zeitpunkt per Email in Kontakt. In den kommenden Nachrichten klärten wir dann nach und nach die weiteren Details für den Praktikumsplatz. Nach circa zwei Wochen bekam ich zur Sicherheit von diesem Professor eine formale Bestätigung über mein anstehendes Praktikum, um meine weitere Planung starten zu können.

Direkt im Anschluss ging ich ins Reisebüro und lies mich über mögliche Flüge beraten. Eine Flugkombination sagte mir besonders zu und ich konnte sie bis zum Spätnachmittag reservieren. Obwohl ich mich in diesem Moment eigentlich schon entschieden hatte, wollte ich vor so einer großen Handlung nochmal in Ruhe nachdenken. Am Nachmittag ging ich dann erneut zum Reisebüro und bestätigte die vorher reservierten Flüge. Der nächste Schritt war die Beantragung eines Visums. Das ging vergleichsweise sehr einfach über eine Plattform im Internet. Hier musste ich einige Daten eingeben sowie mehrere Dokumente hochladen (wie zum Beispiel die Praktikumsbestätigung von dem Professor). Wider Erwarten bekam ich die Bestätigung bereits nach wenigen Tagen per Mail zugesandt. Ich freute mich mittlerweile schon riesig, weil ich durch diese Schritte meinem Auslandspraktikum immer näherkam.

Der nächste wichtige Schritt war es, für die 15 Wochen Praktikum auch eine geeignete Unterkunft zu finden, die mir zusagte und nicht zu teuer war. Dafür unterstützte mich die dortige Universität mit passenden Links im Internet und ich recherchierte außerdem selbst. Nach einigen Recherchen fand ich eine für mich geeignete Wohnung etwas außerhalb der Stadt (über Airbnb), die aber auf gut mit dem Bus zu erreichen sei, wie mir auf Nachfrage mitgeteilt wurde.
Nachdem ich nun die wichtigsten Punkte geplant hatte, ging es nun noch um die Feinheiten. Ich suchte mir eine Auslandskrankenversicherung, bei der auch meine Vorerkrankung Morbus Crohn mit einbezogen wurde, und ich besorgte mir nach und nach alle wichtigen Medikamente, die ich für meinen gesamten Auslandsaufenthalt brauchte. Außerdem suchte ich mir einen Englischkurs, mit dem ich online u.a. in Form von Privatstunden mein (mündliches) Englisch verbessern konnte, um für mein Praktikum und für die Sprachpraxis optimal vorbereitet zu sein.

Unterkunft
Nachdem meine zukünftigen Vermieter auf Zeit mich mitten in der Nacht vom Flughafen in Dunedin abgeholt hatten, sah ich das erste Mal mein „Zuhause auf Zeit“ für die nächsten 15 Wochen. Ich fühlte mich vom ersten Moment an wohl und ich merkte, dass die Bilder in der Anzeige im Internet nicht zu viel versprochen hatten. Alles war gemütlich eingerichtet und super sauber.

Auch der Kontakt zu meinen Vermietern, der schon mit Beginn meiner Wohnungsbuchung entstanden ist, war von Anfang an super und sie unterstützen mich bei allen wichtigen Anliegen und zeigten mir ihre Heimat. Wir unternahmen des Öfteren etwas zusammen und lernten uns besser kennen. Besonders schön waren der gemeinsame Pubbesuch und die Spaziergänge an den verschiedenen Stränden. Ich konnte so Gegenden erkunden, die „normale Touristen“ nicht einfach so finden konnten. Das war eine tolle Erfahrung.

Von meiner Unterkunft brauchte ich täglich für Hin-und Rückfahrt jeweils circa 20-25 Minuten bis zu meinem Praktikumsplatz an der Hochschule.  Ich nutzte eine Art „Prepaidkarte“ um meine Fahrten zu begleichen. Mithilfe meinen Studienausweises, den ich von der Universität bekommen habe, erhielt ich einen vergünstigten Fahrpreis. Generell gab es beim Busfahren keine Probleme. Leider fuhr der Bus zu bestimmten Tageszeiten und am Wochenende etwas seltener, aber mit ein bisschen Planung ließ sich auch das gut regeln.

Praktikum
Die Hauptaufgabe meines Praktikums war die Arbeit an einer Vergleichsstudie, in der es um den Unterschied der medizinischen Versorgung zwischen Patienten mit chronisch entzündlicher Darmerkrankung, die auf dem Land leben und denen aus der Stadt, geht. Des Weiteren bin ich dadurch in Kontakt mit der Selbsthilfeorganisation Crohn`s & Colitis New Zealand getreten und konnte insgesamt das dortige Gesundheitssystem kennen lernen.

Ich arbeitete bezüglich der Studie in einem interdisziplinären Team, mit dem ich ständig in Kontakt stand (persönlicher Kontakt, Telefon und Email). Nachdem ich mich am Anfang in die Studie eingearbeitet hatte, konnte ich nach und nach immer mehr Aufgaben selbst übernehmen bzw. unter Anleitung ausführen. Ich arbeitete mit großen Datenbanken, erstellte eigene Patientenübersichten, kümmerte mich um Fragebögen und vieles weitere. Ich hatte durch meine Arbeit an dem Projekt die Chance viele Menschen aus dem Gesundheitssystem dort kennen zu lernen und mich mit ihnen auszutauschen sowie zugleich viele neue Fähigkeiten zu erlernen.

Für meine Arbeit hatte ich meinen eigenen Arbeitsplatz in einem Raum speziell für Studenten, der sich in der 9. Etage des Krankenhauses in Dunedin befand. In dieser Etage war ein Großteil des medizinischen Fachbereichs beheimatet. Ich hatte sogar meinen eigenen Schreibtisch mit Computer.

Über meine Arbeit an der Studie hinaus hatte ich, wie schon oben erwähnt, viel Kontakt mit Crohn`s & Colitis New Zealand und lernte unter anderem Struktur und Arbeitsweise einer neuseeländischen Selbsthilfeorganisation kennen. Auf der einen Seite nahm ich an Treffen der lokalen Selbsthilfegruppe in Dunedin teil und baute viele neue Kontakte auf und auf der anderen Seite hatte ich die Chance an einem Treffen des Vorstandes in Wellington persönlich teilzunehmen. Obwohl ich vorher niemanden kannte, war ich nach ganz kurzer Zeit schon ein Teil der Gruppe und konnte insgesamt sehr viel lernen.  

Alltag und Freizeit
Mein Alltag bestand unter der Woche zu einem Großteil aus meinem Praktikum an der Hochschule bzw. den Treffen bezüglich der Selbsthilfe. Ansonsten ging ich öfter im Supermarkt einkaufen oder in der Umgebung spazieren.
Im Anschluss an meinen Praktikumstag und am Wochenende habe ich mich mit unterschiedlichen Personen getroffen oder alleine Freizeitaktivitäten unternommen. Insgesamt habe ich viele nette Leute innerhalb und außerhalb der Universität getroffen.
Ich habe innerhalb der Uni an verschiedenen Kursen teilgenommen: z.B. Salsa, Fechten und Arabisch. Auch durch meine Aktivitäten innerhalb der Selbsthilfe sind viele gute Kontakte entstanden.

An manchen (verlängerten) Wochenenden hatte ich die Möglichkeit etwas umherzureisen und noch mehr von der Umgebung kennen zu lernen. Ich habe es sehr genossen, die verschiedenen Landschaften und Tierwelten erkunden zu können.

Beste Erfahrung
Meine beste Erfahrung war ein Bungee Jump aus 40 Metern Höhe von einer Brücke in Hanmer Springs. Nachdem ich erst sehr lange überlegt habe, ob ich es wirklich wagen soll, bin ich mittlerweile sehr froh, dass ich mich getraut habe. Mit diesem Sprung habe ich es geschafft, meine jahrelange Höhenangst zu überwinden und bin sprichwörtlich „über mich hinaus gewachsen“.  

Schlechteste Erfahrung
Eine richtig schlechte Erfahrung habe ich zu meinem großen Glück in der langen Zeit nur einmal gemacht. Ich hatte für einen Kurztrip nach Wellington eine Unterkunft gebucht. Leider war der Vermieter bei jedem Kontakt sehr unfreundlich zu mir. Ich war froh, wenn ich ihm nicht begegnen musste da. Trotz diesem unsympathischen Menschen wurde der Trip allerdings noch schön.

Fazit
Ich bin immer noch begeistert von dem tollen Praktikum, den vielen wundervollen Menschen und einfach einer unbeschreiblich herausragenden Zeit in Neuseeland. Ich werde auf jeden Fall eines Tages einen neuen Besuch wagen!

Nähere Informationen zur STIFTUNG DARMERKRANKUNGEN:
http://www.stiftung-darmerkrankungen.de/stipendien/ausbildung/

 

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