Wohnungsnotfallhilfe

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Hochschule Fulda

Zertifikat

Beginn

Individuell je nach Bausteinauswahl
Nächster Start: 26.09.2025

Anmeldefrist

Jeweils 3 Wochen vor Bausteinbeginn

Dauer

Individuell je nach Bausteinauswahl

Teilnahmeentgelt

  • Bei Buchung einzelner Bausteine: Je 425 €
  • 1.900 € (Zertifikat mit 5 Bausteinen)
  • 2.320 € (Zertifikat mit 6 Bausteinen)
  • 2.745 € (Zertifikat mit 7 Bausteinen)

EXPERTISE STÄRKEN, HILFE VERBESSERN – DAS WILL ICH.

Prävention, Krisenintervention oder Hilfeplanung in der Wohnungsnotfallhilfe – in unserer berufsbegleitenden Weiterbildung lernen Sie, wie Sie bestmöglich auf die Bedürfnisse der Betroffenen eingehen und Ihre Handlungskompetenzen weiterentwickeln können. 

Die Zahl der Wohnungslosen in Deutschland steigt seit Jahren kontinuierlich an. Derzeit wird sie auf mehr als 650.000 Menschen geschätzt. Ein Rückgang ist nicht in Sicht.

Fachkräfte in der Wohnungsnotfallhilfe sind mit hohen Anforderungen an ihr professionelles Handeln konfrontiert. Es gilt, im Spannungsfeld der Vorgaben der Kostenträger und der eigenen Institution den Bedürfnissen und Erwartungen der Adressatinnen und Adressation als auch dem eigenen Anspruch bestmöglich gerecht zu werden.

Die Bausteine der berufsbegleitenden Weiterbildung Wohnungsnotfallhilfe vermitteln das relevante Wissen für Prävention, Krisenintervention, Existenzsicherung, Hilfeplanung und Partizipation. Erste Erfahrungen im Arbeitsalltag der Wohnungsnotfallhilfe werden reflektiert und die Entwicklung professioneller Handlungskompetenzen unterstützt.

Prävention und Krisenintervention meistern

Existenzsicherung und Hilfeplanung umsetzen

Bedarfsorientierte Unterstützung bieten

Professionelle Handlungskompetenz stärken

Jetzt Teilnehmen

Innerhalb weniger Werktage erhalten Sie nach Eingang Ihrer Online Anmeldung von uns eine Eingangsbestätigung mit allen weiteren, für Ihre Weiterbildungsteilnahme wichtigen Informationen.

 

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Ihr Profil

  • Sie sind Fachkraft, Einsteiger*in oder ehrenamtlich tätig im Arbeitsfeld Wohnungsnotfallhilfe.
  • Sie möchten methodisches Know-How aufbauen und einen anerkannten Weiterbildungsabschluss erwerben.
  • Sie interessieren sich für eine Weiterbildung auf Hochschulniveau.

Ihr Abschluss

Nach Abschluss von 5 aus 7 Bausteinen der Weiterbildung und der erfolgreichen Teilnahme an einem Abschlusskolloquium (30-minütiges Fachgespräch) erhalten die Teilnehmenden das Hochschulzertifikat Wohnungsnotfallhilfe mit 5 ECTS. Der Workload beträgt insgesamt ca. 150 Stunden.

 

Terminplanung (In zeitlicher Reihenfolge)

Leitung:
Dominik Kladt (Projektkoordination & Soziale Arbeit - GEBEWO Pro gGmbH in Berlin)

Termin: 
Fr., 26.09.2025  13:00 – 19:00 Uhr (Präsenz)
Sa., 27.09.2025  09:00 – 17:30 Uhr (Präsenz)

Anmeldefrist: 08.09.2025

Baustein 3 umfasst eine Einführung in die zentralen Rechtsgrundlagen der Wohnungsnotfallhilfe. Dies sind insb. die Leistungen zur Überwindung besonderer sozialer Schwierigkeiten nach §§ 67 ff.  SGB XII.

Ein weiteres Thema ist die ordnungsrechtliche Unterbringung mit exemplarischen polizeirechtlichen Bezügen. Ebenfalls werden einführend die existenzsichernden Leistungen (SGB II und III) inkl. des Zugangs zu Gesundheitsversorgung behandelt. Abschließend werden Interventionsmöglichkeiten bei drohenden Wohnungsverlust infolge von Miet- und Energieschulden angesprochen. 

Themenfelder:

  • Wohnungsnotfallhilfe i.e.S. (§§ 67ff. SGB XII)
  • Ordnungsrechtliche und polizeirechtliche Bezüge (insb. Unterbringung, Vorgaben im öffentlichen Raum)
  • Existenzsicherung und Gesundheitsversorgung (SGB II, XII, SGB V)
  • Existenzsichernde Krisenintervention bei Miet- und Energieschulden
    • Schuldenübernahme im SGB II und SGB XII
    • Räumungsverfahren und entsprechende Interventionsmöglichkeiten
    • Kommunale Fachstellen zur Verhinderung von Wohnungsverlusten
    • Kooperationsmöglichkeiten zwischen Fachstellen und freien Trägern

Leitung:
Michael Beyerlein (Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachgebiet Sozial- und Gesundheitsrecht, Recht der Rehabilitation und Behinderung an Universität Kassel)

und

Prof. Dr. Anne Walter (Professorin im Fachgebiet Migrations- und Sozialrecht an der Hochschule Fulda)

Termin: 
Fr., 07.11.2025  13:00 – 19:00 Uhr (Präsenz)
Sa., 08.11.2025  08:30 – 17:30 Uhr (Präsenz)

Anmeldefrist: 20.10.2025

Baustein 4 widmet sich spezifischen Rechtsgrundlagen für bestimmte Adressat*innengruppen, die über den Zugang zum Hilfesystem entscheiden oder Vorgaben für die Angebotsgestaltung und spezifische Bedarfe enthalten. Im Zentrum stehen zunächst migrationsrechtliche Bezüge (für EU-Ausländer*innen und Drittstaatsangehörige) sowie Leistungen für Rehabilitation und Teilhabe infolge Behinderung oder Beeinträchtigungen. 

Nicht zuletzt in diesen Rechtsgebieten stellt sich oft die Frage, wie Adressat*innen ihre Rechtsansprüche durchsetzen können und hierbei unterstützt werden können. Ebenso sind Kenntnisse im Datenschutz unabdingar, um bei Datenerhebungen und Übermittlungsersuchen anderen Behörden rechtssicher agieren zu können.

Themenfelder:

  • Migrationsrechtliche Bezüge
  • Rehabilitation und Teilhabe (BTHG und SGB)
  • Datenschutzrecht
  • Rechtsdurchsetzung (Beratungs- und Prozesskostenhilfe, Widerspruch und Klage)

Leitung:
Felix Wolff

Termin: 
Fr., 16.01.2026  13:00 – 19:00 Uhr (Präsenz)
Sa., 17.01.2026  08:30 – 17:30 Uhr (Präsenz)

Anmeldefrist: 24.11.2025

Baustein 5 "Hilfeprozesse sowie Methoden und Konzepte in der Wohnungsnotfallhilfe" führt grundsätzlich in die Frage ein, wie mit Menschen im Wohnungsnotfall unter welchen Bedingungen zu arbeiten ist.

Dieser Baustein fragt einerseits nach der Philosophie der Hilfe, ihren Zielen und der Haltung der Akteure. Er befasst sich andererseits mit einer Reihe ausgewählter Konzepte und beispielhafter Organisation der Wohnungsnotfallhilfe - also den Rahmenbedingungen zur Verwirklichung von Hilfen. Auf diese Weise wird Soziale Arbeit mit der besonders verletzlichen Gruppe der Wohnungslosen zusammenfassend in den Blick genommen.

Themenfelder:

  • Philosophie der Hilfe
  • Gestaltung des Hilfeprozesses
  • Methodik der Hilfe
  • Ziele der Hilfe
  • Herausforderungen im Hilfeprozess und des Hilfesystems, z.B. selbstschädigendes Verhalten, Balance zwischen Intervention durch Sozialarbeit*innen und Wahrung der Autonomie der Adressat*innen
  • Handlungsspielräume und -grenzen der Fachkräfte im Alltag
  • Arbeiten im Team

Leitung:
Dr. Nina Maier (Stabstelle Qualitätsmanagement bei der Caritas Stuttgart)

Termin: 
Fr., 06.02.2026  13:00 – 17:00 Uhr 
Sa., 07.02.2026  09:00 – 15:00 Uhr

Anmeldefrist: 19.01.2026

Im Baustein 6 erhalten die Teilnehmenden einen Einblick in die betriebswirtschaftlichen Grundlagen von Einrichtungen der Wohnungsnotfallhilfe sowie die Unterschiede zwischen den Bundesländern.

Während für Einrichtungsleitungen oder die entsprechend beauftragten Personen hier insbesondere Grundlagen zur Durchführung von Abrechnungen geschaffen werden, ist für Mitarbeiter*innen aus anderen Bereichen der Wohnungsnotfallhilfe das Erlernen von Grundlagen wichtig, die dem Aufbau langfristiger Finanzierungsoptionen von Projekten dienen.

Unter anderem werden hier sowohl für den Alltag in Einrichtungen wie in Projekten relevante betriebswirtschaftliche Aspekte wie Controlling etc. bearbeitet. Darüber hinaus werden an Fallbeispielen der Teilnehmenden auch Konzepte zu den Verhandlungen mit Leistungsträger*innen erarbeitet. Dabei werden gleichzeitig auch die verschiedenen Optionen zur Finanzierung von Einrichtungen der Wohnungsnotfallhilfe thematisiert.

Themenfelder:

  • Betriebswirtschaftliche Grundlagen
  • Finanzplanung und Rechnungswesen
  • Leistungstypen und Gruppen von Leistungsbeziehern
  • Zuwendungsfinanzierung
  • Arbeit an Fallbeispielen zu den Verhandlungen mit Leistungsträger*innen
  • Controlling
  • Personalwirtschaft
  • Fundraising
  • Fördermittel auf Bundes- und EU-Ebene
  • Dokumentation

Leitung:
Petra Maurer (Dipl-Pädagogin, Doktorandin an der Goethe-Universität Frankfurt am Main)

Termin: 
Fr., 06.03.2026  13:00 – 19:00 Uhr (Präsenz)
Sa., 07.03.2026  08:30 – 17:00 Uhr (Präsenz)

Anmeldefrist: 16.02.2026

Die Adressat*innen der Wohnungsnotfallhilfe sind extrem heterogen und oft müssen Fachkräfte mit unterschiedlichen Formen von herausforderndem Verhalten umgehen. Baustein 7 will den Umgang mit solchen schwierigen Situationen sowohl konzeptionell wie praktisch in den Blick nehmen: Steht am ersten Tag ein Training deeskalierender Methoden im Vordergrund, wird am zweiten Tag die Frage nach den eskalierenden Bedingungen in Einrichtungen bearbeitet und damit das Einrichtungskonzept weiterentwickelt.

Themenfelder:

  • Erscheinungsformen und verschiedene Ursachen von auffälligem und herausforderndem Verhalten
  • Alltagstaugliche Interventionsmöglichkeiten
  • Spannungsfeld "Eigengefährdung" und Adressat*innenschutz
  • Distanzierungstechniken / Ressourcenarbeit
  • Methodische Fallbesprechung
  • Lösungsorientierte Handlungsstrategien

Werena Rosenke (ehem. Geschäftsführerin der BAG Wohnungslosenhilfe e.V.), Berlin

Termin:
Fr., 17.04.2026 von 13:00 – 19:00 Uhr (Vor Ort)
Sa., 18.04.2026 von 08:30 – 17:00 Uhr (Vor Ort) 

Anmeldefrist: 01.04.2026

Baustein 1 bietet einen umfassenden Einstieg und Überblick zur Wohnungsnotfallhilfe. 

So schafft der Baustein einen Überblick über historische Entwicklungen von der Wandererfürsorge des 19. Jahrhunderts bis zur modernen Wohnungsnotfallhilfe mit Ambulantisierung, Differenzierung des Hilfesystems und verändertem Selbstverständnis. 

Behandelt werden rechtliche Grundlagen (§§ 67 ff. SGB XII), institutionelle Strukturen sowie ambulante, teilstationäre und stationäre Arbeitsfelder. Zugleich werden geschlechtsdifferenzierte Erscheinungsweisen von Wohnungsnot und Wohnungslosigkeit, ihre Ursachen und Auslöser sowie Stigmatisierung, Vorurteile und Ausgrenzung thematisiert. 

Querschnittsthemen und Schnittstellen verdeutlichen die enge Verflechtung mit anderen Handlungsfeldern und Berufsgruppen. Abschließend wird der „Nationale Aktionsplan zur Überwindung von Wohnungs- und Obdachlosigkeit bis 2030“ vorgestellt, der die Verzahnung der verschiedenen Elemente zu einem Gesamthilfesystem anstrebt.

Themenfelder

  • Geschlechtsdifferenzierte Darstellung der Erscheinungsweisen von Wohnungsnot und Wohnungslosigkeit (u.a. Ausmaß, Gründe, Auslöser, etc.)
  • Stigma und Vorurteil, Ausgrenzung und Diskriminierung wohnungsloser Menschen
  • Historische Entwicklung der Wohnungsnotfallhilfe: von der Wandererfürsorge des 19. Jahrhunderts zur modernen Wohnungsnotfallhilfe (Barmherzigkeit und Zucht, Konstruktion des „nichtsesshaften“ Menschen, Ambulantisierungsprozess, Differenzierung des Hilfesystems, Selbstverständnis moderner Wohnungsnotfallhilfe)
  • Institutionelle und rechtliche Grundlagen: Bedeutung der §§ 67 ff SGB XII, Sektoren der Hilfe
  • Handlungs- und Arbeitsfelder der Wohnungsnotfallhilfe
  • Gegen die Ausgrenzungsspirale: Querschnittsthemen der Wohnungsnotfallhilfe, Schnittstellen zu anderen Handlungsfeldern, Kooperationsnotwendigkeiten
  • Der „Nationale Aktionsplan zur Überwindung von Wohnungs- und Obdachlosigkeit bis 2030“
  • Elemente eines Gesamthilfesystems verzahnen 

Leitung:
Sabine Bösing (Geschäftsführerin der BAG Wohnungslosenhilfe e.V.)

Termin: 
Fr., 12.06.2026  13:00 – 19:00 Uhr (Präsenz)
Sa., 13.06.2026  08:30 – 17:00 Uhr (Präsenz)

Anmeldefrist: 25.05.2026

Das Konzept des Wohnungsnotfalls ist in den umfassenden Lebenslagenansatz von Armut, Unterversorgung und sozialer Ausgrenzung eingebettet. Je nach Lebenslage, z.B. in Bezug auf materielle Absicherung, Arbeit, berufliche oder schulische Bildung, Gesundheit, Partizipation oder Familie/Partnerschaft, unterscheiden sich die Problemlagen bei den Adressat*innen der Wohnungsnotfallhilfe.

Baustein 2 bildet das Fundament für das Erfassen und Verstehen der komplexen Lebenslagen,  in denen sich Adressat*innen der Wohnungsnotfallhilfe befinden. Von dieser Basis aus werden die Ziele, Aufgaben und die Ausrichtung des Hilfesystems in der Wohnungsnotfallhilfe abgeleitet.

Darüber hinaus werden werden typische Probleme in den jeweiligen Lebenslagen, wie z.B. Langzeitarbeitslosigkeit, Verlust von Sozialbeziehungen, dauerhafte Wohnungslosigkeit, krankmachende Lebensbedingungen, Verlust der Qualifikation, Verlust der Teilhabe an Freizeit- und Erholungsaktivitäten, Verlust von Partnerschaft, eingeschränkte Mobilität sowie sozialstaatliche Exklusionsmechanismen bearbeitet.

Themenfelder:

  • Materielle Absicherung
  • Arbeit
  • Wohnen
  • Gesundheit
  • Berufliche und schulische Bildung
  • Partizipation
  • Familie und Partnerschaft
  • Öffentlicher Raum und Infrastruktur
  • Ziele, Aufgaben und Ausrichtung des Hilfesystems für Wohnungsnotfälle
  • (Multifaktorielle) Hilfebedarfe, Hilfeleistungen, Hilfeprogramme sowie heterogene Bedürfnislagen (z.B. geschlechts-/altersbezogen oder infolge von Abhängigkeitserkrankungen, Behinderungen)
  • Gruppenspezifische Angebote der Wohnungsnotfallhilfe (etwa Frauen, junge Menschen, ältere Menschen, Migrant*innen aus EU/Nicht-EU, Paare, Familien)

Ablauf

Die Weiterbildung ist modular aufgebaut und besteht aus sieben Bausteinen. 

Die Bausteine werden in einem Blended Learning Szenario durchgeführt. Pro Baustein umfassen die Inhalte jeweils zwei Präsenztage (16 UE) an der Hochschule Fulda sowie Materialien zur Vor-und Nachbereitung des Präsenzblocks zu Hause. Jeder Baustein umfasst ca. 30 Stunden Arbeitsaufwand.

Sie haben die Möglichkeit, beliebig viele Bausteine auszuwählen. Für das Hochschulzertifikat (5 ECTS) müssen Sie jedoch 5 von insgesamt 7 Bausteinen wählen. Wir empfehlen Einsteiger*innen ins Feld die Bausteine 1, 2, 3, 5 und 7.

Ein Baustein ist wie folgt strukturiert:

2 Tage Präsenzlehre 2x8 UE  16 UE
Learncoaching im Online-Studium durch Studienleitung (z.B. Forenmoderation, Feedback zu Fallbearbeitung, individuelle Fragen etc.) 2 UE2 UE
Selbst-Studium und Einsendeaufgabe12 UE12 UE

 

Studienleitung

Prof. Dr. Nikolaus Meyer
Professor für Profession und Professionalisierung Sozialer Arbeit (Hochschule Fulda)

Prof. Dr. Susanne Dern
Professorin für Soziale Sicherung, Inklusion und Verwaltung (Hochschule Fulda)

Info und Beratung, Rückrufvereinbarung

Für Ihre Fragen und Anliegen stehen wir gerne zur Verfügung.

Telefon: 0661 9640 - 7414 / -7417

E-Mail: weiterbildung[@]hs-fulda.de