Beginn
Individuell je nach Bausteinauswahl
Nächster Start: 26.09.2025
Die Zahl der Wohnungslosen in Deutschland steigt seit Jahren kontinuierlich an. Derzeit wird sie auf mehr als 650.000 Menschen geschätzt. Ein Rückgang ist nicht in Sicht.
Fachkräfte in der Wohnungsnotfallhilfe sind mit hohen Anforderungen an ihr professionelles Handeln konfrontiert. Es gilt, im Spannungsfeld der Vorgaben der Kostenträger und der eigenen Institution den Bedürfnissen und Erwartungen der Adressatinnen und Adressation als auch dem eigenen Anspruch bestmöglich gerecht zu werden.
Die Bausteine der berufsbegleitenden Weiterbildung Wohnungsnotfallhilfe vermitteln das relevante Wissen für Prävention, Krisenintervention, Existenzsicherung, Hilfeplanung und Partizipation. Erste Erfahrungen im Arbeitsalltag der Wohnungsnotfallhilfe werden reflektiert und die Entwicklung professioneller Handlungskompetenzen unterstützt.
Innerhalb weniger Werktage erhalten Sie nach Eingang Ihrer Online Anmeldung von uns eine Eingangsbestätigung mit allen weiteren, für Ihre Weiterbildungsteilnahme wichtigen Informationen.
Nach Abschluss von 5 aus 7 Bausteinen der Weiterbildung und der erfolgreichen Teilnahme an einem Abschlusskolloquium (30-minütiges Fachgespräch) erhalten die Teilnehmenden das Hochschulzertifikat Wohnungsnotfallhilfe mit 5 ECTS. Der Workload beträgt insgesamt ca. 150 Stunden.
Leitung:
Dominik Kladt (Projektkoordination & Soziale Arbeit - GEBEWO Pro gGmbH in Berlin)
Termin:
Fr., 26.09.2025 13:00 – 19:00 Uhr (Präsenz)
Sa., 27.09.2025 09:00 – 17:30 Uhr (Präsenz)
Anmeldefrist: 08.09.2025
Baustein 3 umfasst eine Einführung in die zentralen Rechtsgrundlagen der Wohnungsnotfallhilfe. Dies sind insb. die Leistungen zur Überwindung besonderer sozialer Schwierigkeiten nach §§ 67 ff. SGB XII.
Ein weiteres Thema ist die ordnungsrechtliche Unterbringung mit exemplarischen polizeirechtlichen Bezügen. Ebenfalls werden einführend die existenzsichernden Leistungen (SGB II und III) inkl. des Zugangs zu Gesundheitsversorgung behandelt. Abschließend werden Interventionsmöglichkeiten bei drohenden Wohnungsverlust infolge von Miet- und Energieschulden angesprochen.
Themenfelder:
Leitung:
Michael Beyerlein (Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachgebiet Sozial- und Gesundheitsrecht, Recht der Rehabilitation und Behinderung an Universität Kassel)
und
Prof. Dr. Anne Walter (Professorin im Fachgebiet Migrations- und Sozialrecht an der Hochschule Fulda)
Termin:
Fr., 07.11.2025 13:00 – 19:00 Uhr (Präsenz)
Sa., 08.11.2025 08:30 – 17:30 Uhr (Präsenz)
Baustein 4 widmet sich spezifischen Rechtsgrundlagen für bestimmte Adressat*innengruppen, die über den Zugang zum Hilfesystem entscheiden oder Vorgaben für die Angebotsgestaltung und spezifische Bedarfe enthalten. Im Zentrum stehen zunächst migrationsrechtliche Bezüge (für EU-Ausländer*innen und Drittstaatsangehörige) sowie Leistungen für Rehabilitation und Teilhabe infolge Behinderung oder Beeinträchtigungen.
Nicht zuletzt in diesen Rechtsgebieten stellt sich oft die Frage, wie Adressat*innen ihre Rechtsansprüche durchsetzen können und hierbei unterstützt werden können. Ebenso sind Kenntnisse im Datenschutz unabdingar, um bei Datenerhebungen und Übermittlungsersuchen anderen Behörden rechtssicher agieren zu können.
Themenfelder:
Leitung:
Felix Wolff
Termin:
Fr., 16.01.2026 13:00 – 19:00 Uhr (Präsenz)
Sa., 17.01.2026 08:30 – 17:30 Uhr (Präsenz)
Baustein 5 "Hilfeprozesse sowie Methoden und Konzepte in der Wohnungsnotfallhilfe" führt grundsätzlich in die Frage ein, wie mit Menschen im Wohnungsnotfall unter welchen Bedingungen zu arbeiten ist.
Dieser Baustein fragt einerseits nach der Philosophie der Hilfe, ihren Zielen und der Haltung der Akteure. Er befasst sich andererseits mit einer Reihe ausgewählter Konzepte und beispielhafter Organisation der Wohnungsnotfallhilfe - also den Rahmenbedingungen zur Verwirklichung von Hilfen. Auf diese Weise wird Soziale Arbeit mit der besonders verletzlichen Gruppe der Wohnungslosen zusammenfassend in den Blick genommen.
Themenfelder:
Leitung:
Dr. Nina Maier (Stabstelle Qualitätsmanagement bei der Caritas Stuttgart)
Termin:
Fr., 06.02.2026 13:00 – 17:00 Uhr
Sa., 07.02.2026 09:00 – 15:00 Uhr
Anmeldefrist: 19.01.2026
Im Baustein 6 erhalten die Teilnehmenden einen Einblick in die betriebswirtschaftlichen Grundlagen von Einrichtungen der Wohnungsnotfallhilfe sowie die Unterschiede zwischen den Bundesländern.
Während für Einrichtungsleitungen oder die entsprechend beauftragten Personen hier insbesondere Grundlagen zur Durchführung von Abrechnungen geschaffen werden, ist für Mitarbeiter*innen aus anderen Bereichen der Wohnungsnotfallhilfe das Erlernen von Grundlagen wichtig, die dem Aufbau langfristiger Finanzierungsoptionen von Projekten dienen.
Unter anderem werden hier sowohl für den Alltag in Einrichtungen wie in Projekten relevante betriebswirtschaftliche Aspekte wie Controlling etc. bearbeitet. Darüber hinaus werden an Fallbeispielen der Teilnehmenden auch Konzepte zu den Verhandlungen mit Leistungsträger*innen erarbeitet. Dabei werden gleichzeitig auch die verschiedenen Optionen zur Finanzierung von Einrichtungen der Wohnungsnotfallhilfe thematisiert.
Themenfelder:
Leitung:
Petra Maurer (Dipl-Pädagogin, Doktorandin an der Goethe-Universität Frankfurt am Main)
Termin:
Fr., 06.03.2026 13:00 – 19:00 Uhr (Präsenz)
Sa., 07.03.2026 08:30 – 17:00 Uhr (Präsenz)
Anmeldefrist: 16.02.2026
Die Adressat*innen der Wohnungsnotfallhilfe sind extrem heterogen und oft müssen Fachkräfte mit unterschiedlichen Formen von herausforderndem Verhalten umgehen. Baustein 7 will den Umgang mit solchen schwierigen Situationen sowohl konzeptionell wie praktisch in den Blick nehmen: Steht am ersten Tag ein Training deeskalierender Methoden im Vordergrund, wird am zweiten Tag die Frage nach den eskalierenden Bedingungen in Einrichtungen bearbeitet und damit das Einrichtungskonzept weiterentwickelt.
Themenfelder:
Werena Rosenke (ehem. Geschäftsführerin der BAG Wohnungslosenhilfe e.V.), Berlin
Termin:
Fr., 17.04.2026 von 13:00 – 19:00 Uhr (Vor Ort)
Sa., 18.04.2026 von 08:30 – 17:00 Uhr (Vor Ort)
Anmeldefrist: 01.04.2026
Baustein 1 bietet einen umfassenden Einstieg und Überblick zur Wohnungsnotfallhilfe.
So schafft der Baustein einen Überblick über historische Entwicklungen von der Wandererfürsorge des 19. Jahrhunderts bis zur modernen Wohnungsnotfallhilfe mit Ambulantisierung, Differenzierung des Hilfesystems und verändertem Selbstverständnis.
Behandelt werden rechtliche Grundlagen (§§ 67 ff. SGB XII), institutionelle Strukturen sowie ambulante, teilstationäre und stationäre Arbeitsfelder. Zugleich werden geschlechtsdifferenzierte Erscheinungsweisen von Wohnungsnot und Wohnungslosigkeit, ihre Ursachen und Auslöser sowie Stigmatisierung, Vorurteile und Ausgrenzung thematisiert.
Querschnittsthemen und Schnittstellen verdeutlichen die enge Verflechtung mit anderen Handlungsfeldern und Berufsgruppen. Abschließend wird der „Nationale Aktionsplan zur Überwindung von Wohnungs- und Obdachlosigkeit bis 2030“ vorgestellt, der die Verzahnung der verschiedenen Elemente zu einem Gesamthilfesystem anstrebt.
Themenfelder
Leitung:
Sabine Bösing (Geschäftsführerin der BAG Wohnungslosenhilfe e.V.)
Termin:
Fr., 12.06.2026 13:00 – 19:00 Uhr (Präsenz)
Sa., 13.06.2026 08:30 – 17:00 Uhr (Präsenz)
Anmeldefrist: 25.05.2026
Das Konzept des Wohnungsnotfalls ist in den umfassenden Lebenslagenansatz von Armut, Unterversorgung und sozialer Ausgrenzung eingebettet. Je nach Lebenslage, z.B. in Bezug auf materielle Absicherung, Arbeit, berufliche oder schulische Bildung, Gesundheit, Partizipation oder Familie/Partnerschaft, unterscheiden sich die Problemlagen bei den Adressat*innen der Wohnungsnotfallhilfe.
Baustein 2 bildet das Fundament für das Erfassen und Verstehen der komplexen Lebenslagen, in denen sich Adressat*innen der Wohnungsnotfallhilfe befinden. Von dieser Basis aus werden die Ziele, Aufgaben und die Ausrichtung des Hilfesystems in der Wohnungsnotfallhilfe abgeleitet.
Darüber hinaus werden werden typische Probleme in den jeweiligen Lebenslagen, wie z.B. Langzeitarbeitslosigkeit, Verlust von Sozialbeziehungen, dauerhafte Wohnungslosigkeit, krankmachende Lebensbedingungen, Verlust der Qualifikation, Verlust der Teilhabe an Freizeit- und Erholungsaktivitäten, Verlust von Partnerschaft, eingeschränkte Mobilität sowie sozialstaatliche Exklusionsmechanismen bearbeitet.
Themenfelder:
Die Weiterbildung ist modular aufgebaut und besteht aus sieben Bausteinen.
Die Bausteine werden in einem Blended Learning Szenario durchgeführt. Pro Baustein umfassen die Inhalte jeweils zwei Präsenztage (16 UE) an der Hochschule Fulda sowie Materialien zur Vor-und Nachbereitung des Präsenzblocks zu Hause. Jeder Baustein umfasst ca. 30 Stunden Arbeitsaufwand.
Sie haben die Möglichkeit, beliebig viele Bausteine auszuwählen. Für das Hochschulzertifikat (5 ECTS) müssen Sie jedoch 5 von insgesamt 7 Bausteinen wählen. Wir empfehlen Einsteiger*innen ins Feld die Bausteine 1, 2, 3, 5 und 7.
Ein Baustein ist wie folgt strukturiert:
| 2 Tage Präsenzlehre | 2x8 UE | 16 UE |
| Learncoaching im Online-Studium durch Studienleitung (z.B. Forenmoderation, Feedback zu Fallbearbeitung, individuelle Fragen etc.) | 2 UE | 2 UE |
| Selbst-Studium und Einsendeaufgabe | 12 UE | 12 UE |
Prof. Dr. Nikolaus Meyer
Professor für Profession und Professionalisierung Sozialer Arbeit (Hochschule Fulda)
Prof. Dr. Susanne Dern
Professorin für Soziale Sicherung, Inklusion und Verwaltung (Hochschule Fulda)
Für Ihre Fragen und Anliegen stehen wir gerne zur Verfügung.
Telefon: 0661 9640 - 7414 / -7417
E-Mail: weiterbildung[@]hs-fulda.de