Wohnungsnotfallhilfe

Berufsbegleitende Weiterbildung

Beginn Baustein 2

12.06.2026

Dauer

Individuell je nach Bausteinauswahl

Teilnahmeentgelt

Je Bausteine 425,00 €

EXPERTISE STÄRKEN, HILFE VERBESSERN – DAS WILL ICH.

Prävention, Krisenintervention oder Hilfeplanung in der Wohnungsnotfallhilfe – in unserer berufsbegleitenden Weiterbildung lernen Sie, wie Sie bestmöglich auf die Bedürfnisse der Betroffenen eingehen und Ihre Handlungskompetenzen weiterentwickeln können. 

Die Zahl der Wohnungslosen in Deutschland steigt seit Jahren kontinuierlich an. Derzeit wird sie auf mehr als 650.000 Menschen geschätzt. Ein Rückgang ist nicht in Sicht.

Fachkräfte in der Wohnungsnotfallhilfe sind mit hohen Anforderungen an ihr professionelles Handeln konfrontiert. Es gilt, im Spannungsfeld der Vorgaben der Kostenträger und der eigenen Institution den Bedürfnissen und Erwartungen der Adressatinnen und Adressation als auch dem eigenen Anspruch bestmöglich gerecht zu werden.

Die Bausteine der berufsbegleitenden Weiterbildung Wohnungsnotfallhilfe vermitteln das relevante Wissen für Prävention, Krisenintervention, Existenzsicherung, Hilfeplanung und Partizipation. Erste Erfahrungen im Arbeitsalltag der Wohnungsnotfallhilfe werden reflektiert und die Entwicklung professioneller Handlungskompetenzen unterstützt.

Ihre Kompetenzentwicklung

Prävention und Krisenintervention meistern

Existenzsicherung und Hilfeplanung umsetzen

Bedarfsorientierte Unterstützung bieten

Professionelle Handlungskompetenz stärken

Jetzt Teilnehmen

Anmeldung zu den Bausteinen 1 und 2 noch möglich. Achtung! Nächster Start der Weiterbildung “Wohnungsnotfallhilfe” erst im Herbst 2027!

Innerhalb weniger Werktage erhalten Sie nach Eingang Ihrer Online Anmeldung von uns eine Eingangsbestätigung mit allen weiteren, für Ihre Weiterbildungsteilnahme wichtigen Informationen.

 

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Detaillierte Informationen zu Ihrer Weiterbildung

Prof. Dr. Nikolaus Meyer (Studiengangsleitung)
Professor für Profession und Professionalisierung Sozialer Arbeit (Hochschule Fulda)

Prof. Dr. Susanne Dern (Studiengangsleitung)
Professorin für Soziale Sicherung, Inklusion und Verwaltung (Hochschule Fulda)

Dominik Kladt
Projektkoordination & Soziale Arbeit - GEWEBO Pro gGmbH in Berlin

Michael Beyerlein
Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachgebiet Sozial- und Gesundheitsrecht, Recht der Rehabilitation und Behinderung (Universität Kassel)

Prof. Dr. Anne Walter
Professorin im Fachgebiet Migrations- und Sozialrecht (Hochschule Fulda)

Felix Wolff
tätig bei Sozialpädagogische Alternativen e.V. (SOZPÄDAL), Vorsitzender des Fachausschusses Wohnen der BAG Wohnungslosenhilfe e.V.

Dr. Nina Maier
Stabstelle Qualitätsmanagement bei der Caritas Stuttgart

Petra Maurer
Dipl-Pädagogin, Supervisorin und Doktorandin (Goethe-Universität Frankfurt a. M.)

Werena Rosenke
ehemalige Geschäftsführerin der BAG Wohnungslosenhilfe e.V.

Sabine Bösing
Geschäftsführerin der BAG Wohnungslosenhilfe e.V.

 

 

Die Weiterbildung ist modular aufgebaut und besteht aus sieben Bausteinen. 

Die Bausteine werden in einem Blended Learning Szenario durchgeführt. Pro Baustein umfassen die Inhalte jeweils zwei Präsenztage (16 UE) an der Hochschule Fulda sowie Materialien zur Vor-und Nachbereitung des Präsenzblocks zu Hause. Jeder Baustein umfasst ca. 30 Stunden Arbeitsaufwand.

Sie haben die Möglichkeit, beliebig viele Bausteine auszuwählen. Für das Hochschulzertifikat (5 ECTS) müssen Sie jedoch 5 von insgesamt 7 Bausteinen wählen. Wir empfehlen Einsteiger*innen ins Feld die Bausteine 1, 2, 3, 5 und 7.

Ein Baustein ist wie folgt strukturiert:

2 Tage Präsenzlehre 2x8 UE  16 UE
Learncoaching im Online-Studium durch Studienleitung (z.B. Forenmoderation, Feedback zu Fallbearbeitung, individuelle Fragen etc.) 2 UE2 UE
Selbst-Studium und Einsendeaufgabe12 UE12 UE

 

Baustein 1: Strukturen der Wohnungsnotfallhilfe

Leitung: Werena Rosenke

Termin:
Fr., 17.04.2026 von 13:00 – 19:00 Uhr (Vor Ort)
Sa., 18.04.2026 von 08:30 – 17:00 Uhr (Vor Ort) 

Anmeldefrist: 01.04.2026

Baustein 1 bietet einen umfassenden Einstieg und Überblick zur Wohnungsnotfallhilfe. 

Themenfelder

  • Geschlechtsdifferenzierte Darstellung der Erscheinungsweisen von Wohnungsnot und Wohnungslosigkeit (u.a. Ausmaß, Gründe, Auslöser, etc.)
  • Stigma und Vorurteil, Ausgrenzung und Diskriminierung wohnungsloser Menschen
  • Historische Entwicklung der Wohnungsnotfallhilfe: von der Wandererfürsorge des 19. Jahrhunderts zur modernen Wohnungsnotfallhilfe (Barmherzigkeit und Zucht, Konstruktion des „nichtsesshaften“ Menschen, Ambulantisierungsprozess, Differenzierung des Hilfesystems, Selbstverständnis moderner Wohnungsnotfallhilfe)
  • Institutionelle und rechtliche Grundlagen: Bedeutung der §§ 67 ff SGB XII, Sektoren der Hilfe
  • Handlungs- und Arbeitsfelder der Wohnungsnotfallhilfe
  • Gegen die Ausgrenzungsspirale: Querschnittsthemen der Wohnungsnotfallhilfe, Schnittstellen zu anderen Handlungsfeldern, Kooperationsnotwendigkeiten
  • Der „Nationale Aktionsplan zur Überwindung von Wohnungs- und Obdachlosigkeit bis 2030“
  • Elemente eines Gesamthilfesystems verzahnen 

Baustein 2: Der Lebenslagen-Ansatz

Leitung: Sabine Bösing 

Termin:
Fr., 12.06.2026  13:00 – 19:00 Uhr  (Präsenz)
Sa., 13.06.2026  08:30 – 17:00 Uhr (Präsenz)

Anmeldefrist: 25.05.2026

Baustein 2 bildet das Fundament für das Erfassen und Verstehen der komplexen Lebenslagen, in denen sich Adressat*innen der Wohnungsnotfallhilfe befinden. Von dieser Basis aus werden die Ziele, Aufgaben und die Ausrichtung des Hilfesystems in der Wohnungsnotfallhilfe abgeleitet.

Darüber hinaus werden typische Probleme in den jeweiligen Lebenslagen, wie z.B. Langzeitarbeitslosigkeit, Verlust von Sozialbeziehungen, dauerhafte Wohnungslosigkeit, krankmachende Lebensbedingungen, Verlust der Qualifikation, Verlust der Teilhabe an Freizeit- und Erholungsaktivitäten, Verlust von Partnerschaft, eingeschränkte Mobilität sowie sozialstaatliche Exklusionsmechanismen bearbeitet.

Themenfelder:

  • Materielle Absicherung
  • Arbeit
  • Wohnen
  • Gesundheit
  • Berufliche und schulische Bildung
  • Partizipation
  • Familie und Partnerschaft
  • Öffentlicher Raum und Infrastruktur
  • Ziele, Aufgaben und Ausrichtung des Hilfesystems für Wohnungsnotfälle
  • (Multifaktorielle) Hilfebedarfe, Hilfeleistungen, Hilfeprogramme sowie heterogene Bedürfnislagen (z.B. geschlechts-/altersbezogen oder infolge von Abhängigkeitserkrankungen, Behinderungen)
  • Gruppenspezifische Angebote der Wohnungsnotfallhilfe (etwa Frauen, junge Menschen, ältere Menschen, Migrant*innen aus EU/Nicht-EU, Paare, Familien)

Baustein 3: Recht für die Wohnungsnotfallhilfe I - 67er Hilfen, ordnungsrechtliche Unterbringung und Existenzsicherung

Leitung: Dominik Kladt 

Termin:
Fr., 26.09.2025  13:00 – 19:00 Uhr (Präsenz)
Sa., 27.09.2025  09:00 – 17:30 Uhr (Präsenz)

Baustein 3 umfasst eine Einführung in die zentralen Rechtsgrundlagen der Wohnungsnotfallhilfe. Dies sind insb. die Leistungen zur Überwindung besonderer sozialer Schwierigkeiten nach §§ 67 ff. SGB XII.

Themenfelder:

  • Wohnungsnotfallhilfe i.e.S. (§§ 67ff. SGB XII)
  • Ordnungsrechtliche und polizeirechtliche Bezüge (insb. Unterbringung, Vorgaben im öffentlichen Raum)
  • Existenzsicherung und Gesundheitsversorgung (SGB II, XII, SGB V)
  • Existenzsichernde Krisenintervention bei Miet- und Energieschulden
    • Schuldenübernahme im SGB II und SGB XII
    • Räumungsverfahren und entsprechende Interventionsmöglichkeiten
    • Kommunale Fachstellen zur Verhinderung von Wohnungsverlusten
    • Kooperationsmöglichkeiten zwischen Fachstellen und freien Trägern

Baustein 4: Recht für die Wohnungsnotfallhilfe II - rechtliche Spezifika für bestimmte Adressat*innen, Rechtsdurchsetzung

Leitung: Michael Beyerlein und Prof. Dr. Anne Walter 

Termin:
Fr., 07.11.2025  13:00 – 19:00 Uhr (Präsenz)
Sa., 08.11.2025  08:30 – 17:30 Uhr (Präsenz)

Baustein 4 widmet sich spezifischen Rechtsgrundlagen für bestimmte Adressat*innengruppen, die über den Zugang zum Hilfesystem entscheiden oder Vorgaben für die Angebotsgestaltung und spezifische Bedarfe enthalten. Im Zentrum stehen zunächst migrationsrechtliche Bezüge (für EU-Ausländer*innen und Drittstaatsangehörige) sowie Leistungen für Rehabilitation und Teilhabe infolge Behinderung oder Beeinträchtigungen. 

Nicht zuletzt in diesen Rechtsgebieten stellt sich oft die Frage, wie Adressat*innen ihre Rechtsansprüche durchsetzen können und hierbei unterstützt werden können. Ebenso sind Kenntnisse im Datenschutz unabdingar, um bei Datenerhebungen und Übermittlungsersuchen anderen Behörden rechtssicher agieren zu können.

Themenfelder:

  • Migrationsrechtliche Bezüge
  • Rehabilitation und Teilhabe (BTHG und SGB)
  • Datenschutzrecht
  • Rechtsdurchsetzung (Beratungs- und Prozesskostenhilfe, Widerspruch und Klage)

Baustein 5: Hilfeprozesse sowie Methoden und Konzepte in der Wohnungsnotfallhilfe

Leitung: Felix Wolff

Termin:
Fr., 16.01.2026  13:00 – 19:00 Uhr (Präsenz)
Sa., 17.01.2026  08:30 – 17:30 Uhr (Präsenz)

Baustein 5 "Hilfeprozesse sowie Methoden und Konzepte in der Wohnungsnotfallhilfe" führt grundsätzlich in die Frage ein, wie mit Menschen im Wohnungsnotfall unter welchen Bedingungen zu arbeiten ist.

Dieser Baustein fragt einerseits nach der Philosophie der Hilfe, ihren Zielen und der Haltung der Akteure. Er befasst sich andererseits mit einer Reihe ausgewählter Konzepte und beispielhafter Organisation der Wohnungsnotfallhilfe - also den Rahmenbedingungen zur Verwirklichung von Hilfen. Auf diese Weise wird Soziale Arbeit mit der besonders verletzlichen Gruppe der Wohnungslosen zusammenfassend in den Blick genommen.

Themenfelder:

  • Philosophie der Hilfe
  • Gestaltung des Hilfeprozesses
  • Methodik der Hilfe
  • Ziele der Hilfe
  • Herausforderungen im Hilfeprozess und des Hilfesystems, z.B. selbstschädigendes Verhalten, Balance zwischen Intervention durch Sozialarbeit*innen und Wahrung der Autonomie der Adressat*innen
  • Handlungsspielräume und -grenzen der Fachkräfte im Alltag
  • Arbeiten im Team

Baustein 6: Finanzierung der Wohnungsnotfallhilfe

Leitung: Dr. Nina Maier 

Termin:
Fr., 06.02.2026  13:00 – 17:00 Uhr 
Sa., 07.02.2026 09:00 – 15:00 Uhr

Im Baustein 6 erhalten die Teilnehmenden einen Einblick in die betriebswirtschaftlichen Grundlagen von Einrichtungen der Wohnungsnotfallhilfe sowie die Unterschiede zwischen den Bundesländern.

Während für Einrichtungsleitungen oder die entsprechend beauftragten Personen hier insbesondere Grundlagen zur Durchführung von Abrechnungen geschaffen werden, ist für Mitarbeiter*innen aus anderen Bereichen der Wohnungsnotfallhilfe das Erlernen von Grundlagen wichtig, die dem Aufbau langfristiger Finanzierungsoptionen von Projekten dienen.

Themenfelder:

  • Betriebswirtschaftliche Grundlagen
  • Finanzplanung und Rechnungswesen
  • Leistungstypen und Gruppen von Leistungsbeziehern
  • Zuwendungsfinanzierung
  • Arbeit an Fallbeispielen zu den Verhandlungen mit Leistungsträger*innen
  • Controlling
  • Personalwirtschaft
  • Fundraising
  • Fördermittel auf Bundes- und EU-Ebene
  • Dokumentation

Baustein 7: Umgang mit herausforderndem Verhalten

Leitung: Petra Maurer

Termin:
Fr., 06.03.2026  13:00 – 19:00 Uhr (Präsenz)
Sa., 07.03.2026  08:30 – 17:00 Uhr (Präsenz)

Die Adressat*innen der Wohnungsnotfallhilfe sind extrem heterogen und oft müssen Fachkräfte mit unterschiedlichen Formen von herausforderndem Verhalten umgehen. Baustein 7 will den Umgang mit solchen schwierigen Situationen sowohl konzeptionell wie praktisch in den Blick nehmen: Steht am ersten Tag ein Training deeskalierender Methoden im Vordergrund, wird am zweiten Tag die Frage nach den eskalierenden Bedingungen in Einrichtungen bearbeitet und damit das Einrichtungskonzept weiterentwickelt.

Themenfelder:

  • Erscheinungsformen und verschiedene Ursachen von auffälligem und herausforderndem Verhalten
  • Alltagstaugliche Interventionsmöglichkeiten
  • Spannungsfeld "Eigengefährdung" und Adressat*innenschutz
  • Distanzierungstechniken / Ressourcenarbeit
  • Methodische Fallbesprechung
  • Lösungsorientierte Handlungsstrategien

Jeder Baustein ist einzeln buchbar.

Die Kosten teilen sich wie folgt auf:

Bei Buchung einzelner Bausteine: Je 425,00 €

Bei Buchung von 5 Bausteinen: gesamt 1.900,00 €

Bei Buchung von 6 Bausteinen: gesamt 2.320,00 €

Bei Buchung von 7 Bausteinen: gesamt 2.745,00 €

Für wen ist das was?

  • Sie sind Fachkraft, Einsteiger*in oder ehrenamtlich tätig im Arbeitsfeld Wohnungsnotfallhilfe.
  • Sie möchten methodisches Know-How aufbauen und einen anerkannten Weiterbildungsabschluss erwerben.
  • Sie interessieren sich für eine Weiterbildung auf Hochschulniveau.

Nach Abschluss von 5 aus 7 Bausteinen der Weiterbildung und der erfolgreichen Teilnahme an einem Abschlusskolloquium (30-minütiges Fachgespräch) erhalten die Teilnehmenden das Hochschulzertifikat Wohnungsnotfallhilfe mit 5 ECTS. Der Workload beträgt insgesamt ca. 150 Stunden.

 

Ansprechpartnerin

Phyllis Burkhardt