Diversity-Audit "Vielfalt gestalten"

Ein Blick auf die Studierendenschaft zeigt, dass es den typischen Studenten nicht mehr gibt. Vor allem in den letzten Jahren haben sich Hochschulen in Bezug auf ihre Zugangswege und Studienformen immer weiter geöffnet. So kommen heute Menschen mit ganz unterschiedlichen sozialen und biografischen Hintergründen an die Hochschule. In den Vorlesungen sitzen Studierende unterschiedlichster Herkunft und Altersklassen, mit unterschiedlichem Bildungs- und Sozialhintergrund, manche Studierende haben bereits Kinder, es gibt Studierende mit oder ohne Behinderungen und eine Vielzahl der Studierenden muss neben dem Studium für ihren eigenen Lebensunterhalt aufkommen. Entsprechend divers sind die Kompetenzen und Ressourcen, aber auch die Erwartungen an Studium und Lehre sowie der Bedarf an Unterstützung und Beratung, den diese heterogene Studierendenschaft an die Hochschule heran trägt.

Um auf diese Entwicklung zu reagieren, hat sich die Hochschule Fulda entschlossen Vielfalt als Ressource anzuerkennen und wertzuschätzen, Chancen- und Bildungsgerechtigkeit zu sichern und eine diskriminierungsfreie Lern- und Arbeitsumwelt zu schaffen.

Auditierungsprozess 2015 - 2017

Vor allem im Rahmen der erfolgreichen Teilnahme am Auditierungsverfahren „Vielfalt gestalten“ des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft wurden die Förderung der Diversitätskultur im Bereich von Lehre und Studium und der Abbau von Benachteiligungen systematisch vorangetrieben. Für den Auditierungsprozess konnten Fördermittel von der JP Morgan Chase Foundation in Höhe von 15.000,- Euro eingeworben werden. Zudem begleitete Dr. Daniela De Ridder, Bundestagsabgeordnete und Inhaberin des Beratungsunternehmens CEDIN Consulting die Hochschule Fulda während des gesamten Prozesses als Auditorin.

Im Februar 2017 wurde die Hochschule Fulda schließlich nach erfolgreichem Abschluss des zweijährigen Auditierungsverfahrens mit dem Zertifikat „Vielfalt gestalten“ ausgezeichnet.

Übergabe der Zertifizierungsurkunde am 13. Februar 2017 in Berlin an Prof. Dr. Kathrin Becker-Schwarze (li.) und Prof. Dr. Susanne Dern (Foto: Franka Bruns/Stifterverband)

Ziele im Audit

An der Hochschule Fulda konnten in den vergangenen Jahren bereits vielfältige Aktivitäten zur Förderung von Diversität initiiert werden. Mit der Teilnahme am Auditierungsprozess wurde vor allem das Ziel der Entwicklung eines umfassenden Diversitätskonzepts sowie der Bündelung, Weiterentwicklung und Vernetzung bereits vorhandener Ideen und Aktivitäten angestrebt. Im Fokus stand dabei in erster Linie die Verbesserung der Qualität von Lehre und Studium mit Blick auf die heterogenen Hintergründe der Studierenden. Mittel- und langfristig wurden damit ebenfalls die Ziele der Erhöhung des Studienerfolges, des Abbaus von Zugangsbarrieren zur Hochschule und der Reduzierung der Abbruchsquoten unter den Studierenden aufgegriffen.

Akteur*innen im Diversity-Audit

Das Thema Chancengleichheit und Diversität ist in der Leitungsebene der Hochschule Fulda verortet. Die Projektleitung des Audits liegt bei Prof. Dr. Susanne Dern (Fachbereich Sozialwesen) und wird von der Vizepräsidentin für Lehre und Studium, Prof. Dr. Kathrin Becker-Schwarze, verantwortet. Die sogenannte Steuerungsgruppe unterstützt den gesamten Auditierungsprozess strategisch und setzt sich aus fünf Personen zusammen. Der Lenkungskreis übernimmt die operative Verantwortung. Neben der Steuerungsgruppe sind im Lenkungskreis die zentralen Einrichtungen und Fachbereiche vertreten, insbesondere Studierendenvertretungen, Gleichstellungs- und Schwerbehindertenvertretungen sowie Hochschulangehörige aus Lehre und Verwaltung. Der Lenkungskreis repräsentiert somit die Anspruchsgruppen der Hochschule, die den Prozess als Ganzes mittragen und die einzelnen Projektgruppen zu unterschiedlichen Themen vorantreiben sollen.

Ablauf des Auditierungsprozesses

Dezember 2014 - Dezember 2015Januar 2016 - Februar 2017

Planung des Audits

  • Bildung einer Initialgruppe und Sensibilisierung der Hochschulöffentlichkeit durch einen Workshop
  • Bildung einer Steuerungsgruppe und eines Lenkungskreises
  • Erstellung eines Selbstreports (Beschreibung der Ausgangslage sowie strategischer Schwerpunkte und Ziele)
  • Bewerbung um das Auditierungsverfahren

Diversity-Check des Antrags durch den Stifterverband

  • Prüfung und IST-Analyse
  • Peer-Review
  • Entscheidung über die Eröffnung des Auditierungsverfahrens

Interne Auditierung

  • Kick-Off-Workshop (Analyse der Ausgangssituation)
 

Interne Auditierung

  • Strategieworkshop (Priorisierung strategischer Ziele und Handlungsfelder)
  • Operativer Workshop (Erarbeitung eines Maßnahmenkatalogs)
  • Evaluationsworkshop (Zwischenevaluation und ggf. Nachsteuerung)

Abschlussphase

  • Zertifizierungsworkshop mit Peer-Review (Reflexion der Diversity-Strategie und des Auditierungsprozesses, Bewertung durch den Stifterverband)
  • Abschluss-Forum mit Zertifizierung
 
     

    Die interne Auditierung dient der Entwicklung und Implementierung einer Diversity-Strategie. Dabei wird die Hochschule mit extern moderierten Workshops seitens des Stiftungsverbandes begleitet. Parallel finden Forumstreffen mit Hochschulen, die gleichzeitig das Audit durchlaufen, statt. Die Foren dienen dem gegenseitigen Austausch und sollen die Hochschulen in ihren internen Prozesses begleiten und bei den strategischen Entscheidungen vor Ort unterstützen. 

    Re-Auditierung 2021

    Die Re-Auditierung dient der Überprüfung, Konsolidierung und Weiterentwicklung der im Erst-Audit erarbeiteten Diversitätsstrategie. Es will auditierte Hochschulen dabei unterstützen ihre spezifischen Diversitätsziele konsequent weiter zu verfolgen. Nach erfolgter Re-Auditierung verlängert sich die Gültigkeit des Zertifikats um weitere drei Jahre.

    Die Hochschule Fulda hat sich für die Re-Auditierung zum Ziel gesetzt den Fokus insbesondere auf eine gute Qualität von Lehre, Lernen und Studium legen. Hierzu sollten die schon bestehenden guten Ansätze einer gelebten Diversitätskultur an unserer Hochschule ausgebaut und vertieft werden. Ein besonderes Augenmerk sollte auf den Studierenden aus Familien ohne Hochschulerfahrung liegen.

     

    Ablauf der Re-Auditierung

    Die Re-Auditierung besteht aus einem Selbstreport und einem Peer Review.

    Der Selbstreport dient der Reflexion der Diversitätsstrategie und der Bilanzierung des seit der Erst-Auditierung Erreichten: Inwieweit ist es gelungen, die Diversitätsstrategie nachhaltig in der Hochschule zu verankern? Welche organisatorischen Strukturen und welche Maßnahmen haben sich im Hochschulalltag bewährt? In welchen Handlungsfeldern besteht besonderer Handlungsbedarf? Welche Entwicklungsziele sollen innerhalb der nächsten drei Jahre verfolgt werden?

    Das ganztägige Peer Review dient einer kritisch-konstruktiven Diskussion und Würdigung der Diversitätsstrategie durch drei externe Peers. Es wird vom Stifterverband moderiert. Grundlage für das Peer Review ist der Selbstreport. Die Stellungnahme und Empfehlungen der Peers werden in einem schriftlichen Ergebnisbericht zusammengefasst und der Hochschule zur Verfügung gestellt. Dieser wäre Grundlage einer erneuten Re-Auditierung.

    Nach erfolgreichem Abschluss der Re-Auditierung erneuert der Stifterverband das Zertifikat „Vielfalt gestalten". Dieses ist drei Jahre lang gültig und kann im Rahmen einer erneuten Re-Auditierung verlängert werden.

    Die Re-Auditierung der Hochschule Fulda wurde mit der Durchführung des Peer Reviews am 09. Juni 2021 erfolgreich abgeschlossen.

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    Prof. Dr.

    Kathrin Becker-Schwarze

    Vice-President for Learning and Teaching

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    Appointments by arrangement

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