Gender und Sprache

Mit einer gleichwertigen, differenzierten und stereotypfreien Geschlechterdarstellung können Sie helfen, strukturellen Benachteiligungen und deren Reproduktion im Alltag entgegenzuwirken, und Ihre Mitmenschen gleichzeitig für diese sensibilisieren.

Merkmale von gender- und diversitätssensibler Sprache

Gender- und diversitätssensible Sprache bedeutet[1]:

Eindeutigkeit

Eindeutigkeit

Aus Ihrem Text oder Ihrer Rede sollte deutlich hervorgehen, welche Personen gemeint sind. Achten Sie darauf, dass Sie auch wirklich die Geschlechter und Geschlechtergruppen, die Sie ansprechen wollen, korrekt benennen.

Beispiele

Am Weltfrauentag danken wir insbesondere den Mitarbeiterinnen.

Der Vater-Kind-Treff richtet sich an alle Männer, die Kinder betreuen.

Für den MINT-Bereich wollen wir insbesondere Studentinnen und Doktorandinnen gewinnen. Der Care-Bereich soll auch für Abiturienten attraktiver werden.

Repräsentation

Repräsentation

Dort, wo alle Geschlechter gleichermaßen angesprochen werden, sollten diese auch adäquat repräsentiert sein. Dies gilt auch für den Einsatz von Bildsprache.

Beispiele

Wir freuen uns, alle neuen Professorinnen und Professoren an der Hochschule zu begrüßen.

Alle Teilnehmerinnen, Teilnehmer und Gäste wurden durch das Präsidium begrüßt.

Unter den Sängerinnen und Sängern des Chors befanden sich unter anderem zwei Tenöre und zwei Sopranistinnen.

Antidiskriminierung

Anti-Diskriminierung

Stereotype Beschreibungen sowie Begriffe und Formulierungen, die soziale Zuschreibungen mit negativer Bedeutung aufladen, sollten vermieden werden. Auch wenn sich diese im alltäglichen Sprachgebrauch etabliert haben.

Beispiele

Das Verhalten der Studentin war unangebracht.

     - statt: Das Verhalten der Studentin war zickig / kindisch / unreif.

Der Kollege ist psychisch beeinträchtigt.

     - statt: Der Kollege ist geistesgestört / geisteskrank.

Frau Müller übernimmt in unserer Abteilung unterschiedlichste Aufgabenbereiche.

     - statt: Frau Müller ist in unserer Abteilung Mädchen für alles.

Sprachliches Neutralisieren

Dort wo alle Geschlechter gemeint sind, bewusst keine geschlechtliche Zuschreibung geschehen soll oder keine bestimmte Geschlechtergruppe angesprochen wird, kann das Geschlecht sprachlich neutralisiert werden.

Entscheiden Sie entsprechend des Kontextes, ob eine sprachliche Neutralisierung die beste Option ist. Je nach Inhalt und Intention kann auch eine sprachliche Sichtbarmachung sinvoller sein. Dies gilt insbesondere für Zusammenhänge, in denen eine geschlechtliche Zuschreibung gewünscht ist (z.B. wenn Sie die Leitungsfunktion oder den Studienerfolg einer oder mehrerer Frauen herausstellen wollen).

Zur sprachlichen Neutralisierung des Geschlechtes haben Sie verschiedene Möglichkeiten:

Geschlechtsneutrale Substantive

geschlechtsneutrale Substantive und Abstraktionen mit den Endungen "-ung", „-person“, „-kraft“, „-leute“, „-berechtigte“, „-hilfe“!

Beispiele

die Person, das Mitglied, der Mensch, die Leitung, das Dekanat, der Vorsitz, der Kontakt, die Mitarbeit, die Vertretung, etc.

Reinigungskraft statt Reinigungsfrau

Vertrauensperson statt Vertrauensmann

Ansprechperson/Kontaktperson statt Ansprechpartner

Abteilungsleitung statt Abteilungsleiter

Substantivierende Adjektive

Beispiele

die forschende Person statt Forscherin/Forscher

die prüfende Person, die antragstellende Person, etc.

Substantivierte Partizip-Präsenz-Formen im Plural

Beispiele

Studierende statt Studenten

Mitarbeitende statt Mitarbeiter

Lehrende statt Lehrer

Teilnehmende statt Teilnehmer

Geschlechtsneutrale Pluralformen

Geschlechtsneutrale Pluralformen

Die Verwendung von Pluralformen hat den Vorteil, dass komplizierte Formulierungen und Schrägstrichvariationen bezüglich Artikel und Pronomen entfallen.

Beispiele

Die Angestellten werden gebeten, ihre Termine rechtzeitig bekannt zu geben.

     - statt: Der/Die Angestellte wird gebeten, seine/ihre Termine rechtzeitig bekannt zu geben.

Im Rahmen der Gleitzeit organisieren die Beschäftigten ihre Arbeitszeit selbst.

     - statt: Im Rahmen der Gleitzeit organisiert der/die Beschäftige seine/ihre Arbeitszeit selbst.

Weitere Beispiele: Angehörige, (Erziehungs-)Berechtigte, Eltern, Gäste

Benennung der Funktion

Tipp: Nutzen Sie als Bezugspunkt die Tätigkeit einer Person beziehungsweise ihre Gruppenzugehörigkeit oder Funktion.

Beispiele

Das gesamte Kollegium war anwesend.

     - statt: Alle Kolleginnen und Kollegen waren anwesend.

Die Leitung hat Ines Müller.

     - statt: Die Leiterin ist Frau Müller.

Die Vertretung übernimmt Heinz Schmidt.

     - statt: Der Vertreter ist Heinz Schmidt.

Die Teammitglieder haben gute Arbeit geleistet. / Das Team hat gute Arbeit geleistet. / Die Abteilung hat gute Arbeit geleistet.

     - statt: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben gute Arbeit geleistet.

Sprachliche Sichtbarmachung

... von Männern und Frauen

Paarnennung mit der vorangestellten weiblichen Form

Beispiele

Die Professorinnen und Professoren tagen heute.

Studentinnen und Studenten lernen in der Bibliothek.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können die Mensa nutzen.

Die Bindung mittels „und/oder“, Formulierungen mit „bzw.“, das große Binnen-I (z.B. MitarbeiterInnen) sowie Schrägstrichformen (z.B. „Mitarbeiter/innen“) und Einklammerungen (Mitarbeiter(innen)) sollten in Fließtexten nicht gewählt werden.

Die weibliche Form sollte nicht als reine Ergänzung der männlichen Form gelesen werden können.

Feststehende maskuline Bezeichnungen für Kollektivorgane (z.B. Ärzteverbund) sind beizubehalten.

Eindeutige Form, Artikel sowie Endsilbe

Beispiele

Eine Informationsveranstaltung für die Informatikstudentinnen findet am Montag statt.

Die Professorin für Mathematik ist Frau Dr.in Müller.

     - statt: Der Professor für Mathematik ist Frau Dr. Müller.

Der zuständige Entbindungshelfer ist Herr Müller.

... von weiteren Geschlechtern

In diesem Leitfaden werden Geschlechtsidentitäten, die weder "Mann" noch "Frau" entsprechen, mit dem Begriff "nicht-binär" (eng. non-binary) zusammengefasst. Leider kann auch diese Umschreibung zu einer erneuten Kategorisierung beitragen, die es aufzubrechen gilt, oder die Sichtbarkeit der Vielzahl von Identitäten und Geschlechtern vermindern, die eigentlich hergestellt werden soll. Daher sei zunächst betont, dass Geschlechtsidentitäten so vielfältig und zahlreich sein können, wie alle menschlichen Identitäten. Sie können sich auf jedem Punkt des Spektrums zwischen maskulin und feminin verorten, können sich fließend auf ihm bewegen (eng. gender fluidity), sich überhaupt nicht auf dem Spektrum verorten lassen, oder auch gar nicht vorhanden sein (engl. agender).

Die folgenden Schreibweisen ermöglichen die Sichtbarmachung und Einbeziehung von diesen Geschlechtsidentitäten jenseits der Binariät von Frauen und Männern.

Stern (Asterisk)

Stern (Asterisk)

Der Stern ist eine andere Variante des symbolischen Aufbrechens der Geschlechterdualität. Statt einer Leerstelle steht der Stern für eine "Wildcard" für alle Identitäten neben "Frau" und "Mann".

Beispiele

Die Studierenden sind herzlich eingeladen, auch Familie und Freund*innen mitzubringen.

Ein*e Kolleg*in sollte die Organisation koordinieren.

Der*die Student*in hat einen tollen Beitrag geleistet.

Alle Mitarbeiter*innen, die Elternzeit beantragen, müssen die Formulare in der Personalabteilung einreichen.

Unterstrich (Gender Gap)

Unterstrich (Gender Gap)

Der Unterstrich steht symbolisch für einen Freiraum zwischen den Geschlechtsidentitäten "männlich" und "weiblich".

Beispiele

Im Fachbereich wird ein_e zusätzliche_r Forscher_in gesucht.

Die Professor_innen haben ein Forschungssemester beantragt.

Der_die Stipendiat_in hat alle Unterlagen vollständig eingereicht.

Jede_r Student_in hat sich innerhalb der genannten Fristen zurückgemeldet.

Aussprache

Die Schreibweisen mit Unterstrich und Stern können auch gesprochen werden, indem vor dem „-i“ der Endung eine kurze Pause, ein sogenannter glottaler Stopp, eingefügt wird!

Grammatik

Stern und Unterstrich sind in ihrer Verwendung und Bedeutung nicht mit verkürzten Schreibweisen wie dem Binnen-I oder Schrägstrich zu vergleichen und ersetzen auch nicht das Bindungswort.
die Student*innen =/= "Studentinnen und Studenten"
die Student*in =/= "Studentin oder Student"


Ein Begriff mit inklusiver Schreibweise kann grundsätzlich als ein Wort behandelt werden, welches (wie die Person, das Mitglied, der Gast, etc. auch) geschlechtsneutral ist. Durch den Stern (die „Geschlechter-Wildcard“) zeigen Sie an, dass hier jedes beliebige Geschlecht gemeint ist.

Daher macht es keinen Sinn, den vermeintlich männlichen Teil deklinieren zu wollen.
Der Begriff „Kolleg*innen“ umfasst alle Mitglieder einer Arbeitsgemeinschaft in ihrer geschlechtlichen Gesamtheit.
Weitere Beispiele: Teilnahme von Schüler*innen, das Wissen der Student*innen, die Vorlesungen der Professor*innen.

Dies bedeutet auch, dass im Singular keine Doppelnennung von Artikeln notwendig ist, wenn durch die Verwendung des Asterisks im Substantiv die Geschlechtsvariabilität/Geschlechtsneutralität angezeigt wird.
„Die Professor*in“ kann damit jedes beliebige Geschlecht innehaben.
Genauso wie „die Student*in“ oder „die wissenschaftliche Mitarbeiter*in“.

Dort wo kein Stern im Substantiv verwendet wird, wird die Geschlechtsvariabilität mit einem Stern im Artikel angezeigt.
„Ein*e Angestellte“, „der*die Vorgesetzte“, etc. 

Nach Rücksprache mit dem Institut für Deutsche Sprache lässt sich im Moment bezüglich des Gender-Sterns festhalten, dass es sich hierbei um eine „typographische Auszeichnungsschreibung“ handelt, welche „außerhalb der orthographischen Norm“ liegt.

Da diese Schreibweise noch nicht kodifiziert ist, „lässt sich […] derzeit nur ein pragmatisches Vorgehen empfehlen, das darin besteht, ein zu den eigenen Bedürfnissen am ehesten passendes Mittel der Markierung aus den vorhandenen Vorschlägen zu wählen […] und dieses einheitlich zu praktizieren, damit keine Interpretationsspielräume entstehen“.

Zur Verbesserung der Lesbarkeit und Verständlichkeit der Texte empfehlen wir, in Absprache mit der Vizepräsidentin, im Wesentlichen die einfache Verwendung des Gender-Sterns. Dies schließt nicht aus, dass im Einzelfall andere Verwendungsweisen benutzt werden können, wenn diese im spezifischen Kontext sinnvoller erscheinen.

Nutzen Sie die vereinfachte Schreibweise mit einzelnem Stern nur dann, wenn der Bezug eindeutig ist und nicht zu Missverständnissen führen kann.
"Sobald es ihm*ihr möglich ist, wird er*sie sich melden."
Ohne eindeutigen Bezug kann in diesem Beispiel kein Sternchen weggelassen werden. Anders im folgenden Fall:
"Sobald es ihr möglich ist, wird sich die Professor*in melden."

Inklusive Schreibweise und Pronomen

Pronomen

Wenn Sie in Ihren Sätzen auf die Verwendung von Pronomen nicht verzichten können, gibt es auch hier verschiedene Möglichkeiten, diese inklusiv zu verwenden. Wenn es sich um Personen handelt, die Sie kennen, fragen sie die Person, welche Pronomen sie verwendet.

Personalpronomen: Die Schreibweise "Er*Sie ist an der Hochschule Fulda eingeschrieben" ist möglich. Bei bekannten Personen verwenden Sie am besten den Namen der Person oder die von ihr präferierten Pronomen.

Possessivpronomen: Hier sind ebenfalls je nach Kontext beide Schreibweisen möglich:
Die Student*in erhält ihr Zeugnis.

Der*die Studentin erhält sein*ihr Zeugnis.

Relativpronomen: Relativpronomen können wie Artikel verwendet werden:
Die Mitarbeiter*in, die die Vertretung übernimmt, [...].
Der*die Mitarbeiter*in, der*die die Vertretung übernimmt, [...].

Demonstrativpronomen: Auch hier sind je nach Pronomen auch mehrere Schreibweisen möglich:
Diese Professor*in kenne ich nicht.
Diese*n Professor*in kenne ich nicht.
Der*diejenige, die bereits früher gehen muss, [...]
Der*diejenige, der*die bereits früher gehen muss, [...]

Die Deklination der Pronomen kann in gleicherweise mit dem Gender-Stern vollzogen werden.
Ich kenne ihn*sie nicht.
Seine*Ihre Beschäftigten fühlen sich wohl.
Ich habe ihm*ihr abgeraten.
usw.

Veränderung des Satzbaus

Adjektive, Partizipien oder Verben

Beispiele

Ärztliche Untersuchungen finden am Montag statt.

-       statt: Untersuchungen durch einen Arzt sind am Montag vorgesehen.

Kollegiale Unterstützung ist selbstverständlich.

     - statt: Unterstützung durch Kollegen ist selbstverständlich.

Herausgegeben wurde das Buch von einer Gruppe bekannter Autor*innen.

     - statt: Herausgeber ist eine Gruppe von bekannten Autoren.

 Das Personal wird durch den Personalrat vertreten.

     - statt: Vertreter des Personals sind die Personalräte.

20 Personen haben teilgenommen.

     - statt: 20 Teilnehmer waren anwesend.

Passive Formulierungen

Beispiele

Das Kindergeld wird mit dem Arbeitsentgelt ausgezahlt.

     - statt: Die Mitarbeiter erhalten das Kindergeld mit dem Arbeitsentgelt.

Die Bewerbungsunterlagen sind persönlich einzureichen.

     - statt: Bewerber reichen ihre Unterlagen persönlich ein.

Sätze mit „wer“, „alle“, „diejenigen“, „niemand“, „jemand“

Bilden Sie Sätze mit „wer“, „alle“, „diejenigen“, „niemand“, „jemand“

Doch Achtung: Konsequenterweise sollte sich kein männliches Pronomen anschließen!

Bespiele

Niemand darf wegen der Religionszugehörigkeit benachteiligt werden.

     - statt: Niemand darf wegen seiner Religion benachteiligt werden.

Wenn jemand die persönliche Unterschrift vergessen hat, muss das Formular erneut eingereicht werden.

     - statt: Wenn jemand seine Unterschrift vergessen hat, muss das Formular erneut eingereicht werden.

Wer am Workshop teilnehmen möchte, meldet sich bitte formlos an.

Verzicht auf Possessivpronomen

Verzichten Sie, wenn möglich, auf Possessivpronomen

Beispiele

Kim Schmidt erhält das Arbeitszeugnis nach Vertragsende. 

      - statt: Kim Schmidt erhält ihr/sein Zeugnis nach Vertragsende.

Anreden, Formulare und Stellenausschreibungen

Formulare und Stellenausschreibungen

Die direkte Anrede vereinfacht auch gendersensible Formulierungen in Formularen und Stellenausschreibungen.

Beispiele

Ihr Name / Ihre Unterschrift / Ihre Adresse

     - statt: Name / Unterschrift / Adresse der Antragstellerin oder des Antragsstellers  

Soll in Formularen oder Fragebögen das Geschlecht abgefragt werden, geben Sie eine Option jenseits von männlich und weiblich oder erheben Sie das Geschlecht auf einer Skala. 

Beispiele

Abfrage weiterer Geschlechtsidentitäten über Items:

o   Offen

o   Inter/Divers

o   Ich kann mich keinem der gennannten Geschlechter eindeutig zuordnen.

Abfrage weitere Geschlechtsidentitäten über Skala:

Wo verorten Sie sich? Machen Sie ein Kreuz auf der Skala.

typisch männlich _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ typisch weiblich

Nutzen Sie auch bei Stellenausschreibungen die verschiedenen Schreibweisen. Auf Einheitlichkeit im Textdokument ist zu achten.

Beispiele

An der Hochschule Fulda ist eine Stelle als …

  • Mitarbeiterin / Mitarbeiter
  • Referent_in
  • Studienkoordinator*in
  • Abteilungsleitung

… zu besetzen.

Juristische Personen

Gilt eine maskuline Personenbezeichnungen sowohl für juristische Personen als auch natürliche Personen kann im Einzelfall die Verwendung der Personenbezeichnung in der maskulinen Form sinnvoll sein.

Zuvor sollte geprüft werden, ob ein entsprechender geschlechtsindifferenter Ausdruck zur Verfügung steht oder ob Umformulierungen möglich sind. Auf Parallelformulierungen kann verzichtet werden, wenn dargelegt werden kann, dass ein besonders hoher Grad an Abstraktheit und Personenferne vorliegt (z.B. Veranstalter, Nutzer, Mieter). Gleiches gilt selbstverständlich auch für Personenbezeichnungen in der femininen Form.

Akademische Titel

Die Sichtbarmachung von Geschlecht bei akademischen Titeln erfolgt über die Endungen „-in“ oder „-a“, die wahlweise hochgestellt werden können.

Beispiele

Professor – Professorin         |           Prof. – Prof.in / Prof.in

Doktor – Doktorin                |           Dr. – Dr.in / Dr.in

Magister – Magistra            |          Mag. – Mag.a / Mag.a

Das Hochstellen ist über die Tastenkombination „Strg“ und „+/*/~“ oder in der Microsoft Word-Menüleiste über das Feld „x2“ möglich.

Außerdem können für „-in“-Endungen ebenfalls Unterstrich und Stern genutzt werden. Dabei ersetzen die Zeichen den Punkt.

Beispiele

Prof_in oder Prof*in

Dr_in oder Dr*in

Direkte Anrede

Mit der direkten Anrede können Sie auf geschlechtsspezifische Benennungen verzichten.

Beispiele

Reichen Sie bitte die Reisekostenabrechnung zeitnah ein. 

     - statt: Mitarbeiter reichen bitte zeitnah die Reisekostenabrechnung ein.

Melden Sie sich per E-Mail an.

     - statt: Teilnehmer melden sich per E-Mail an.

Legen Sie Ihre Jacken und Taschen vor Betreten der Bibliothek ab.

     -statt: Besucher legen Jacken und Taschen vor Betreten der Bibliothek ab.

Genauso können neben den üblichen Anreden („Sehr geehrter Herr …“ bzw. „Sehr geehrte Frau…“, etc.) auch bei der direkten Ansprache geschlechtsneutrale und sichtbarmachende Schreibweisen genutzt werden.

Beispiele

Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrte Gäste, …

     - statt nur: Sehr geehrte Damen und Herren, …

Sehr geehrte Damen und Herren, liebes Publikum, …

Sehr geehrte*r Präsident*in der Hochschule Fulda, …

Liebe*r Hans, …

Liebe*r Susanne Schulz, …

Hallo Kim Schmidt, …

Kombinieren Sie weitere Anreden (Guten Tag, Hallo, Herzlich Willkommen, etc.) mit dem Vornamen oder Vor- und Zunamen der Person, die Sie ansprechen, um eine falsche Geschlechtszuschreibung zu vermeiden.

Englische Texte

Geschlechtsneutrale Formulierungen

Geschlechtsneutrale Formulierungen

Beispiele

Chairperson statt Chairman

Buisnessperson statt Businessman

Humankind, humans, humanity, people statt Mankind

Police officer statt Police man

Flight attendant statt Stewardess/Steward

They/Them/Their im Singular

Nutzen Sie in informellen Texten das geschlechtsneutrale singuläre they/them/their.

Beispiele

The new student lost their textbook. If anyone finds it, please return it to them. They would be very grateful, because they themself weren’t able to locate it at all.

If a student needs help, they can ask the professor.

Is your child adapting to their new environment?

Pluralformen oder Verzicht auf Possessivpronomen

Verzichten Sie auch hier auf Possessivpronomen, oder wählen Sie die Pluralform

Beispiele

An applicant must bring a CV.

     - statt: An applicant must bring her/his CV.

Applicants must bring their CVs.

Personenbezeichnungen und Anrede

Personenbezeichnungen und Anrede

Beachten Sie, dass die Unterscheidung zwischen "Mrs" und "Miss" ist nicht mehr zeitgemäß! Nutzen Sie stattdessen die Abkürzung "Ms" (gesprochen mit weichem stimmhaften "s").

Beispiele

Ms Jenkins and Mr James

Wählen Sie den Vor- und Zunamen in Briefen und E-Mails, um eine falsche Geschlechtszuschreibung zu vermeiden.

Beispiele

Dear Patrick James...

Dear Susan Jenkins …

Nutzen Sie geschlechtsneutrale Begriffe auch in Festreden.

Beispiele

Ladies and Gentlemen, dear guests, …

Dearest colleagues and friends, ...


Tipp

Viele verschiedene Vorschläge für alternative Begriffe finden Sie im Genderwörterbuch unter http://geschicktgendern.de !


Checkliste

Nicht immer gibt es eindeutige Vorgaben oder einheitliche Regelungen. Versuchen Sie, sich in diesen Fällen die Wirkung der Sprache bewusst zu machen, und vermeiden Sie unnötige Verallgemeinerungen oder auf Vorurteilen beruhende Begriffe. Alles, was Sie für eine diskriminierungsfreie Sprache benötigen, sind Sensibilität und Kreativität.

  • Wer soll angesprochen werden? Fühlen sich die Angesprochenen auch gemeint?
  • Sind meine Personenbezeichnungen eindeutig? Ist dort, wo nur Frauen bzw. Männer angesprochen werden, auch nur die jeweilige Geschlechtergruppe gemeint? Sind Titel und Funktionsbezeichnungen korrekt?
  • Werden Frauen und Männer mit gleichwertigen Adjektiven beschrieben? Werden für weitere soziale Zuschreibungen oder Handlungen von verschiedenen Personen qualitativ gleichwertige Formulierungen gewählt?
  • Sind bildhafte Darstellungen ausgewogen und respektvoll?
  • Sind Text und Bild aufeinander abgestimmt und unterstützen sich gegenseitig?
  • Wie unterschiedlich sind bestimmte Menschen oder Menschengruppen von der dargestellten Thematik betroffen? Wo ist besondere Sensibilität gefragt?
  • Gibt es stereotype Bilder oder Beschreibungen in meinem Dokument?
  • Kann das Bildmotiv als sexistisch, beleidigend, abwertend oder gewaltverherrlichend von Dritten gelesen werden?
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