KI-gestützte Texterstellung

In den letzten Jahren hat sich die KI-gestützte Texterstellung als eine der innovativsten Technologien in Sachen Textproduktion erwiesen. Mit Hilfe von künstlicher Intelligenz (KI) ist es möglich, qualitativ hochwertige Texte zu produzieren, ohne dass man viel Zeit oder Mühe investieren muss. Durch KI-gestützte Texterstellung wird es Menschen ermöglicht, ihre Ideen und Gedanken schneller und effi-zienter in Worte zu fassen.

Seit Dezember 2022 ist mit ChatGPT eine solches Werkzeug frei verfügbar und schnell zu einem Synonym für die Gesamtheit der Werkzeuge für maschinell erzeugte Texte geworden. In Bezug auf den Einsatz dieser Technologien in und an Hochschulen gibt es viele Befürchtungen, welche auch in der Hochschullandschaft und Presse heftig diskutiert wurden. Insbesondere die Anfertigung von studentischen Schriftwerken wird dabei als Problem gesehen. Da ChatGPT jedoch nicht wirklich „intelligent“ ist, sondern Texte nur auf Basis von statistischen Wahrscheinlichkeiten zusammensetzt, kann dieser Herausforderung auf verschiedene Arten begegnet werden.

  1. Aufgabenstellung
    -    Stellen Sie Aufgaben mit einem konkreten Transferbezug, möglichst zu existierenden Praxis-partnern.
         Dazu hat ChatGPT kaum Informationen und verliert sich in leicht erkennbare  Floskeln.
    -    Nehmen Sie Bezug auf aktuelle Themen. Die Datenbasis von ChatGPT stammt von 2021.
         Alles was danach passierte ist für das System unbekannt.
  2. Quellenanalyse
    -    ChatGPT kennt keine Fakten! Überprüfen Sie bei der Bewertung der Arbeiten die Quellen, insbesondere
         Literaturverweise und die Verwendung im Text. ChatGPT kann täuschend echte Verweise erzeugen, die
         aber nahezu immer „erdacht“ sind. Zitate und deren Quellen werden generiert!
    -    Wenn das Literaturverzeichnis durch die Studierenden erstellt wurde, ist die Literatur korrekt, jedoch
         werden die Verweise innerhalb des Textes generiert. ChatGPT hat keine Kenntnis von den Quellen.
  3. Stilanalyse
    -    Maschinell erzeugte Texte sind verblüffend fehlerfrei. Sowohl Orthografie als auch Grammatik sind
          nahezu perfekt. Mit steigendem Fachbezug oder Anforderungen an Transferleistung nehmen floskelhafte
         Texterstellungen zu.
    -    Maschinen habe keine eigene Meinung. Prüfen Sie, ob die Texte neue Erkenntnisse oder reflexive Anteile
         enthalten.


Generell können derzeit die Systeme nur Inhalte reproduzieren. Es ist keine Kreativität enthalten. Genau diese Kreativität zeichnet aber das Verfassen von wissenschaftlichen Texten aus. Vermeiden Sie deshalb Aufgabenstellung, die nur Reproduktion verlangen. Bei allen Bedenken können diese Systeme auch sinnvoll eingesetzt werden. Sie übernehmen die Erstellung von Standardtexten, können Alternativen und Verbesserungen an Texten anbieten. Auch die Bewertung von Texten nach vorgegebenen Kriterien ist möglich.

Weiterhin können diese Systeme Fehler in eigenen Arbeiten aufzeigen und erklären, insbesondere in der Programmierung. Dadurch können ChatGPT & Co nutzbringend in der Lehre eingesetzt werden. Wichtig ist dabei die Kompe¬tenz der Studierenden Potenziale und Grenzen der Software zu kennen und sie bei der Nutzung berücksichtigen zu können. Damit werden sie Teil des wissenschaftlichen Arbeitens und unterliegen auch den Anforderungen an „Gute wissenschaftliche Praxis“.

Weiterhin wird es am 01.03.2023 um 13:00 Uhr einen Online-Termin hier an der Hochschule Fulda geben. Bei der aktuellen Dynamik des Themas gehen wir von einigen neuen Erkenntnissen, insbesondere zu rechtlichen Aspekten bei diesem Termin aus. Der Zugangslink wird bei Verfügbarkeit auf der Website des E-Learning-Labors bereitgestellt.

Das Hochschulforum Digitalisierung hat eine kommentierte Linksammlung zur Thematik veröffentlicht, die unter folgendem Link zu finden ist:
 ChatGPT im Hochschulkontext - eine kommentierte Linksammlung

Vorträge der dghd-Reihe "KI in der Hochschullehre"

Was ist ChatGPT und wie funktioniert es? – Und welche ähnlichen Tools gibt es?
Prof. Dr. Doris Weßels, FH Kiel
27.01.2023 findet von 14:00 – 15:00 Uhr

ChatGPT für Nicht-Informatiker*innen: Schlüssel zum Verstehen der künstlichen Intelligenz und ihre Anwendungen in der Hochschullehre
Dr. Thomas Arnold, TU Darmstadt, FB Informatik
10. Februar 2023, 13:00 - 14:30 Uhr

Wozu sind wir hier? Eine wertebasierte Reflexion und Diskussion zu ChatGPT in Forschung und Lehre
Prof. Dr. Gabi Reinmann
22. Februar 2023, 12:00 - 13:00 Uhr

ChatGPT als kognitives Werkzeug - Wie können wir bei Studierenden den Erwerb von 'higher order skills' fördern?
Prof. Dr. Christian Spannagel
13. März 2023,  12:30 - 14:00 Uhr