Integration internationaler Pflegekräfte in regionale Einrichtungen der Kranken- und Altenpflege

Das Umsetzungsprojekt VI ist Teil des Innovationschwerpunktes C „Innovation im Gesundheitssektor: Zugang, Versorgung, Qualifikation“ im Regionalen Innovationszentrum Gesundheit und Lebensqualität Fulda (RIGL-Fulda).

Hintergrund

In der Region Fulda besteht in der Altenpflege und prognostisch auch in der Krankenpflege ein erheblicher Personalmangel, der u. a. durch die Anwerbung internationaler Fachkräfte oder die Ausbildung ausländischer Arbeitskräfte bewältigt werden soll. Die Forschungsergebnisse der Hochschule Fulda zur Integration internationaler Pflegefachkräfte in deutschen Pflegeeinrichtungen zeigen, dass dabei auf vielen Ebenen erhebliche Herausforderungen bestehen, z. B. bei der Anerkennung im Ausland erworbener Berufsabschlüsse, der Vermittlung von fremd- und fachsprachlichen Kenntnissen  oder der Bewältigung von Unterschieden in Qualifikationsniveaus, Pflegeverständnis und Pflegeorganisation. In den meisten Staaten der Europäischen Union und in sog. Drittstaaten wird Krankenpflege üblicherweise auf akademischem Niveau ausgebildet und eine der deutschen Altenpflegeausbildung äquivalente fachliche Bildung besteht meist nicht. In vielen Staaten existieren andererseits Besonderheiten der Pflege auch in stationären Einrichtungen, die in Deutschland unbekannt sind, etwa die Versorgung von Patientinnen und Patienten durch Angehörige oder durch ausdifferenzierte Positionen für Assistenzpersonal.

Ziel

Ausgehend von den vorliegenden Forschungsresultaten und gemeinsam mit den regionalen Partnern werden bedarfsgerechte und effektive Konzepte für die Integration von internationalem Pflegepersonal konkretisiert, umgesetzt, praktisch erprobt und evaluiert.

Umsetzung

Im ersten Schritt sollen in Ist-Analysen die praktizierten Integrationskonzepte, bzw. –formen in den Einrichtungen der beteiligten regionalen Partner sowie die damit gemachten Erfahrungen erhoben werden. Diese Analysen beziehen sich auf alle relevant erscheinenden Aspekte von Integrationsverläufen – von den Vorerfahrungen der internationalen Pflegekräfte mit Pflege in ihren heimatlichen Kontexten bis hin zu Fragen der konkreten Einführung in die Einrichtungen, zur Unterstützung bei der sprachlichen Bildung oder bei ausländer- und berufsanerkennungsrechtlichen Fragen oder der Bewältigung möglicher interkultureller Konflikte in den Einrichtungen. Dabei werden gleichermaßen „best practise“-Modelle für einzelne Phasen und Aspekte des Integrationsprozesses erhoben wie auch ungelöste Herausforderungen identifiziert. Erstere können für die Integrationsverantwortlichen anderer Einrichtungen zum Vorbild für eigene, an die jeweils besonderen Verhältnisse angepasste Konzepte werden; für letztere soll in Workshops mit den Projektbeteiligten und ggf. weiteren externen Expertinnen und Experten gemeinsam Lösungen erarbeitet werden, die dann pilothaft umgesetzt und evaluiert werden.


In den Ist-Analysen werden zwei unterschiedliche Perspektiven eingenommen:

  • Mit Fallstudien in den Einrichtungen der Projektpartner wird die Integration internationaler Pflegekräfte organisationsbezogen und gesamthaft in den Blick genommen. Möglichst viele Aspekte des Integrationsgeschehens bezogen auf die spezifischen Anforderungen und die organisationalen Besonderheiten der Einrichtungen sollen in ihrem Zusammenspiel analysiert werden.
  • Mit thematischen Querschnittsanalysen werden einzelne Aspekte des Integrationsgeschehens erhoben und miteinander verglichen, also etwa die Form der Akquisition inter-nationalen Personals, die Art und Reichweite der Unterstützung beim Spracherwerb, die Vorbereitung des bestehenden Personals auf die Integration ausländischer Kolleginnen und Kollegen oder der Umgang der Einrichtungen mit den unterschiedlichen vorgängigen Erfahrungen der Internationalen in der Pflege und ihrer Organisation.

Je nach Ergebnis der Ist-Analysen werden für die Konzeptentwicklung und Evaluation der Erprobung moderierte Workshops in den Einrichtungen durchgeführt.

Medienbox

Unsere Praxispartner*innen

Klinikum Fulda gAG
Herz-Jesu-Krankenhaus Fulda gGmbH
Caritasverband für die Diözese Fulda e. V.
AWO Nordhessen

Unser Team

Wissenschaftliche Leitung:
Prof. Dr. Beate Blättner, Fachbereich Pflege und Gesundheit
Prof. Dr. Matthias Klemm, Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften

Koordinierende Mitarbeitende:
Dr. Agnieszka Satola

Wissenschaftliche Mitarbeitende:
Prof. em. Dr. Heinrich Bollinger

Nadja Noll
Dennis Mayer

Studentische Hilfskraft:
Nora Coleman

Ihre Ansprechpartnerin

IntIP

Agnieszka Satola

Dr.

Agnieszka Satola

Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Lehrkraft

Gebäude 22, Raum 023
Dr. Agnieszka Satola +49 661 9640-485
Sprechzeiten
SoSe 2019: Dienstag, 13.30-14.30 Uhr