60 Flüchtlinge bereiten sich auf das Studium vor

19.05.2016
Hochqualifizierte Flüchtlinge werden von Hochschulpräsident Khakzar auf dem Campus begrüßt (Quelle: Hochschule Fulda)

Spezialprogramme an der Hochschule Fulda sind angelaufen

Die Spezialprogramme für hochqualifizierte Flüchtlinge sind an der Hochschule Fulda angelaufen. In vier Deutschintensivkursen (24 Stunden pro Woche) bereiten sich derzeit 60 Studieninteressierte aus Syrien, Iran, Irak, Afghanistan und Pakistan auf ein späteres Studium an der Hochschule Fulda oder – falls die gewünschte Studienrichtung hier nicht angeboten wird - auch an einer anderen deutschen Hochschule vor. Ziel des Programms ist es, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach Möglichkeit innerhalb eines Jahres auf das erforderliche Sprachniveau für die Aufnahme eines deutschsprachigen Studiums zu bringen. Um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen, wurde eigens ein Team aus einschlägig qualifizierten und erfahrenen Lehrkräften für Deutsch als Fremdsprache eingestellt. Möglich wurde dieses Programmangebot durch die Förderung aus Sondermitteln für Flüchtlingsprojekte des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst. Die Nachfrage überstieg das Angebot an Kursplätzen, so dass inzwischen eine Warteliste eingerichtet wurde.

Breitgefächertes Programm

Auch wenn das Erlernen der deutschen Sprache für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Programms höchste Priorität hat, können sie in einem umfangreichen Begleitprogramm weitere Kenntnisse und Fertigkeiten erwerben. Das Angebot reicht von interkulturellen Trainings, einem Workshop „Kulturelle Sensibilisierung“, einer Einführung in das deutsche Hochschulsystem bis hin zu Informationen rund um das Thema „Wohnen und Mietrecht“. Parallel sollen alle über das Studienangebot in Fulda  und das Bewerbungsverfahren informiert werden. So vorbereitet, können sie dann ab dem Wintersemester  Fachbrückenkurse in der gewünschten Studienrichtung und eine Einführung in die Methoden und Techniken wissenschaftlichen Arbeitens besuchen.

Betreuung durch Studierende

Betreut werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von einem hoch engagierten und qualifizierten Team von Studierenden, die entweder selber Fluchterfahrungen haben oder in ihrem Studium einen Schwerpunkt auf Ausländerrecht und Migration gelegt haben. Ihre Aufgaben reichen von der Begleitung bei der Studienorientierung, über die Suche nach Paten bis hin zur Organisation von Sport- und anderen Freizeitprogrammen, die die Flüchtlinge in Kontakt mit den deutschen Studierenden bringen sollen. Auch Unterstützung bei der Wohnraumsuche soll geboten werden.

Hochschulpräsident begrüßt

Hochschulpräsident Prof. Dr. Karim Khakzar, begleitet von Kanzler Ralf Alberding, hieß die 60 Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer an der Hochschule Fulda willkommen. In seinem Grußwort zeigte Khakzar die Bandbreite an Möglichkeiten auf, die sich mit einem Studium an der Hochschule Fulda als einer Hochschule für Angewandte Wissenschaften mit eigenständigem Promotionsrecht bieten. Mit dem erfolgreichen Abschluss ergeben sich exzellente Jobperspektiven in Deutschland oder über die Promotion die Möglichkeit einer Karriere in der Forschung. „Die Hochschule Fulda kann Ihnen nur Angebote machen und Ihnen Chancen anbieten, aber ergreifen müssen Sie diese Chancen selbst.“ Um diese Botschaft zu illustrieren, schilderte Khakzar die Biographie seines Vaters, der 1951 aus dem Iran zum Studium nach Deutschland kam, ohne die Sprache zu beherrschen, um später sowohl in Deutschland als auch im Iran in Wissenschaft und Forschung erfolgreich tätig zu sein. Zum Schluss gab er ein kurzes Resümee seiner Grußbotschaft auf Farsi. Prof. Abu-Alkheil, von der Deutsch-Jordanischen Universität in Amman und zurzeit Gastprofessor am Fachbereich Wirtschaft, brachte die Botschaft des Präsidenten den Studierenden dann noch einmal in Arabisch, der Muttersprache der meisten, näher. Und an den Gesichtern war deutlich ablesbar, dass die Botschaft angekommen war: hochkonzentriert folgten sie den Ausführungen des Professors.

Zum Abschluss der offiziellen Begrüßung hatten die Studierenden die Gelegenheit, selber das Wort zu ergreifen. Zabiulla Akbari, Informatikstudent aus Afghanistan und Baraa Kawkjy, Zahnmediziner aus Syrien, bedankten sich stellvertretend - in geschliffenem Englisch - für die gesamte Gruppe für die Chancen, die ihnen die Hochschule bietet und sicherten zu, dass sie ihrerseits ihr Bestes geben würden, um die Karrierechancen zu ergreifen. Beim anschließenden informellen Get together bei Snacks und Getränken nutzten dann viele der Programmteilnehmerinnen und -teilnehmer die Gelegenheit, ihre Fragen und Anliegen persönlich mit dem Präsidenten und Prof. Abu-Alkheil zu besprechen.

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