Alte und neue Heimat Osthessen

29.10.2021

Wie multikulturelles Zusammenleben gelingen kann, das zeigt ab 4. November eine Ausstellung in der Hochschule Fulda. Das Besondere: Die Präsentation erfolgt in zehn Sprachen.

Über mehrere Semester haben Studierende der Hochschule Fulda unter der Leitung von Dr. Georgia Rakelmann die Ausstellung "Zusammen: Leben in Osthessen" vorbereitet. Auftraggeber war das Forschungsprojekt DIWAN (Dialogprozesse und Wanderausstellung für ein gelingendes Zusammenleben in der Migrationsgesellschaft). Die Ausstellung wird nach der Eröffnung in der Bibliothek der Hochschule in osthessischen Kommunen gezeigt werden – auf Veranstaltungen des DIWAN-Projektes oder von Initiativen.

Was bedeutet gelingendes Zusammenleben? In neun Abschnitten wird danach gefragt. Ausgewandert und eingewandert wird aus und nach Hessen schon lange. Und wie die länger Ansässigen, früher wie heute, über Neuangekommene sprechen, das ähnelt sich erstaunlich. Da beschwert sich jemand über Zuwanderer, „dieses Gesindel“! Die abfälligen Worte aus dem westhessischen Staufenberg sind jedoch fast 200 Jahre alt und mit dem „Gesindel“ sind arbeitssuchende Tagelöhner aus Fulda gemeint.

Für einen anderen Abschnitt haben Alteingesessene und neu Hinzugekommene ihre Fotoalben geöffnet; Familienfeste, Preisverleihungen, Familienportraits oder Freundestreffen werden sichtbar. Ob aus Kasachstan, dem Irak oder Osthessen – die Landschaften, Gebäude und manchmal die Kleidung sind anders. Die Anlässe und Aufstellung der Personen sind jedoch sehr ähnlich.

Das Herzstück der Ausstellung sind  sogenannte Heimatkisten, die von neuen und alten Osthessinnen und Osthessen zusammengestellt wurden. Aus traurigen und schönen Lebenserfahrungen, aus Wünschen und Ängsten, auch mit Zukunftsplänen, vor allem jedoch mit der Hilfe von persönlichen Gegenständen und Bildern wurden kleine Szenen in Kisten gebaut. Diese Kisten zeigen ganz unterschiedliche Aspekte von Heimat.

In anderen Abschnitten der Ausstellung kann man bekannte oder Traumlandschaften zusammenstellen oder Selfies von sich als Trachtenträgerin oder Motorrad-fahrendes Kind zum Beispiel mit Gewändern anderer machen. Eine Überraschung ist ein besonderes und einmaliges Wesen aus Osthessen.

Zur Eröffnung der Ausstellung am 4. November um 11 Uhr in der Hochschul- und Landesbibliothek auf dem Campus sind alle Interessierten herzlich eingeladen. Die Ausstellung ist anschließend bis 24. November zu sehen. Auf dem Campus gelten die 3G-Regeln.

 

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