Alte und neue Heimat Osthessen

03.11.2021
Ausstellung Zusammen: Leben in Osthessen

Die Ausstellung „Zusammen: Leben in Osthessen“ ist vom 4. bis 24. November in der  Hochschul- und Landesbibliothek Fulda am Standort Campus zu sehen. Foto: Hochschule Fulda

Wie multikulturelles Zusammenleben gelingen kann, zeigt eine mehrsprachige Ausstellung in der HLB.

Alteingesessene und neu Hinzugekommene aus den Landkreisen Fulda, Hersfeld-Rotenburg sowie dem Vogelsbergkreis haben daran mitgewirkt. Das Besondere: Die Präsentation erfolgt in zehn Sprachen und hat noch weitere Überraschungen parat. Über mehrere Semester haben Studierende der Hochschule Fulda unter der Leitung von Dr. Georgia Rakelmann die Ausstellung „Zusammen: Leben in Osthessen" vorbereitet. Auftraggeber war das Forschungsprojekt DIWAN (Dialogprozesse und Wanderausstellung für ein gelingendes Zusammenleben in der Migrationsgesellschaft). 

Was bedeutet gelingendes Zusammenleben? In neun Abschnitten wird danach gefragt. Ausgewandert und eingewandert wird aus und nach Hessen schon lange. Und wie die länger Ansässigen, früher wie heute, über Neuangekommene sprechen, ähnelt sich erstaunlich. Da beschwert sich jemand über Zuwanderer, „dieses Gesindel“. Die abfälligen Worte aus dem westhessischen Staufenberg sind jedoch fast 200 Jahre alt und mit dem „Gesindel“ sind arbeitssuchende Tagelöhner aus Fulda gemeint.

Für einen anderen Abschnitt haben Alteingesessene und neu Hinzugekommene ihre Fotoalben geöffnet; Familienfeste, Preisverleihungen, Familienportraits oder Freundestreffen werden sichtbar. Ob aus Kasachstan, dem Irak oder Osthessen – die Landschaften, Gebäude und manchmal die Kleidung sind anders. Die Anlässe und Aufstellung der Personen sind jedoch sehr ähnlich.

Das Herzstück der Ausstellung sind sogenannte Heimatkisten, die von neuen und alten Osthessinnen und Osthessen zusammengestellt wurden. Aus traurigen und schönen Lebenserfahrungen, aus Wünschen und Ängsten, auch mit Zukunftsplänen, vor allem jedoch mit der Hilfe von persönlichen Gegenständen und Bildern wurden kleine Szenen in Kisten gebaut. Diese Kisten zeigen ganz unterschiedliche Aspekte von Heimat.

In anderen Abschnitten der Ausstellung kann man bekannte oder Traumlandschaften zusammenstellen oder Selfies von sich als Trachtenträgerin oder Motorrad-fahrendes Kind zum Beispiel mit Gewändern anderer machen. Eine Überraschung ist ein besonderes und einmaliges Wesen aus Osthessen.

Die Ausstellung ist vom 4. bis 24. November in der Hochschul- und Landesbibliothek auf dem Campus zu sehen. Sie wird später auch in osthessischen Kommunen gezeigt werden – auf Veranstaltungen des DIWAN-Projektes oder von Initiativen. Auf dem Campus gilt die 3G-Regel.

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