Ernährung der Zukunft

22.11.2019
2. Regionale Innovationskonferenz an der Hochschule Fulda

Insekten sind nahrhaft und nachhaltig – auf der 2. Regionalen Innovationskonferenz konnten sie verkostet werden. Foto: Robert Groß/Hochschule Fulda

2. Regionale Innovationskonferenz an der Hochschule Fulda

Kürbisschaum als Zwischenmahlzeit für Menschen mit Schluckbeschwerden. Diese Form der Aufbereitung erweitert das Speisenangebot für diese Zielgruppe. Foto: Robert Groß/Hochschule Fulda

2. Regionale Innovationskonferenz an der Hochschule Fulda

Per Laser Informationen in die Schale von Lebensmitteln eingravieren – künftig könnte das Verpackungsmüll sparen. Foto: Robert Groß/Hochschule Fulda

Bei der zweiten Regionalen Innovationskonferenz haben sich Bürgerinnen und Bürger mit regionalen Unternehmen und Forschenden ausgetauscht.

Wie essen wir im Jahr 2030? Auf der 2. Regionalen Innovationskonferenz am Mittwoch dieser Woche an der Hochschule Fulda konnten sich Interessierte einen Eindruck davon verschaffen. Die Hochschule Fulda präsentierte mit Unternehmen aus der Region, an welchen Ideen und Produkten sie gemeinsam arbeiten, um die Ernährung in der Region weiterzuentwickeln. Denn der demografische Wandel, der Erhalt natürlicher Ressourcen, der anhaltende Trend zur Urbanisierung und die Strukturschwäche ländlicher Räume stellen auch die Region Fulda vor große Herausforderungen.

Der Trend: Vielfältiger und individueller
Rund 400 Gäste aller Altersgruppen nutzten die Gelegenheit, sich zu informieren und zur Ernährung der Zukunft auszutauschen. Auch viele Praxispartner der Hochschule waren gekommen. „Wir werden uns künftig vielfältiger und individueller ernähren“, beschrieb Prof. Dr. Stefan Schildbach, Professor für Bioverfahrenstechnik im Fachbereich Lebensmitteltechnologie an der Hochschule Fulda, den allgemeinen Ernährungstrend.  

Appetitlich und individuell
Wie unsere Ernährung vielfältiger und individueller werden kann, davon konnten sich die Gäste in Vorträgen und an Infoständen ein Bild machen. So könnten in Zukunft ältere Menschen mit Schluckbeschwerden vom 3D-Lebensmittel-Druck profitieren. Zum Beispiel lassen sich Möhren und selbst Hähnchenschenkel mit dieser Technologie produzieren und appetitlich anrichten. Voraussetzung ist, dass das Lebensmittel als homogene Masse zur Verfügung steht. Wie diese genau beschaffen sein muss, daran arbeiten die Forscherinnen und Forscher der Hochschule Fulda derzeit.

Nahrhaft und ressourcenschonend
Als nahrhaftes und nachhaltiges Lebensmittel präsentierte das Projekt Insekten. Sie konnten verkostet werden – zum einen geröstet und als solche erkennbar, zum anderen zu Mehl vermahlen und in Schokoriegeln verarbeitet. In mehr als 20 Ländern weltweit gehören Insekten zur Esskultur. Sie sind reich an Proteinen, lebenswichtigen Eiweißen, B-Vitaminen und Magnesium. Ihr Anbau ist ressourcenschonend – nur wenig Wasser und Land wird benötigt – und klimafreundlich, denn es entstehen nur geringe Mengen an Treibhausgasen und Ammoniak.

Weniger Verpackungen, weniger Zucker
Zu sehen gab es auch einen Laser, der Informationen wie etwa ein Biosiegel direkt in die Schale eines Apfels eingravieren und so möglicherweise dazu beitragen kann, Verpackungsmüll zu vermeiden. Derzeit wird untersucht, ob dabei die Gefahr besteht, dass sich Keime an den behandelten Stellen ansiedeln. Ebenso war das Thema Zucker vertreten. So stellten Hochschule und Praxispartner ein Projekt vor, wie sich Lebensmittel entwickeln lassen, die weniger Fruchtzucker haben, zum Beispiel Limonade. Ein Ansatz ist hier der Prozess der Fermentation, bei dem Milchsäurebakterien im Gärungsprozess den Zucker zersetzen. 

zurück