Ausweitung der Zusammenarbeit mit der German Jordanian University, Partnerhochschule der Hochschule Fulda

20.03.2017
Britta Schmid (IO GJU), Vizepräsidentin Professor Schumann (GJU), Carola Ossenkopp und Winnie Rosatis (IO HFD), Dorothea Jecht (IO GJU), Jaime Sperberg (Kulturattaché der Deutschen Botschaft)
Blick durch Felsenschlucht auf das Wahrzeichen von Petra: Weltkulturerbe

Anfang März reisten Winnie Rosatis und Carola Ossenkopp-Wetzig nach Jordanien, um der German Jordanian University (GJU) einen Besuch abzustatten.

Damit folgten sie der Einladung der Vizepräsidentin für Internationale Angelegenheiten der GJU, Frau Prof. Schumann, vormals Vizepräsidentin an der Hochschule Fulda (HFD). Ziel des Besuchs war es, die Ausbaumöglichkeiten der bislang schon sehr guten Zusammenarbeit der beiden Hochschulen zu prüfen. Der Zufall wollte es, dass der Besuch exakt auf den 10. Jahrestag der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages am 7. März 2007 fiel.

Die GJU wurde 2005 nach dem Modell einer deutschen Fachhochschule gegründet und ist momentan das renommierteste Projekt deutschen Bildungsexports weltweit. Hochrangige deutsche Politiker geben sich dort die Türklinke in die Hand: Ende 2015 besuchte Bundespräsident Gauck die Hochschule. Aktuell hat die GJU 111 Partnerhochschulen überwiegend in Deutschland und es studieren dort rd. 5.000 Studierende in etwa 30 Studiengängen, womit die GJU ihr Ausbauziel erreicht hat. Unterrichtsprache an der GJU ist Englisch und fester Bestandteil des 5jährigen Studiums ist das „Deutschlandjahr“, dass alle GJU-Studierenden absolvieren müssen, jeweils zur Hälfte in Form eines Studiensemesters an einer der dt. Partnerhochschule bzw. eines Praktikums in einem deutschen Unternehmen. Deswegen ist integraler Bestandteil des Studiums das Erlernen der deutschen Sprache.

In den nunmehr 10 Jahren enger Zusammenarbeit hat die Hochschule Fulda in erster Linie GJU-Studierende als Austauschstudierende zum Studium aufgenommen, vor allem in den Fachbereichen Elektrotechnik, Wirtschaft und Lebensmitteltechnologie, bislang 132 an der Zahl, die ersten 5 hiervon kamen in 2008. Damit rangiert die Hochschule Fulda auf Platz 4 der 111 Partnerhochschulen. In diesem Jahr wird die HFD voraussichtlich wohl mindestens 35 GJU-Studierende aufnehmen. Dabei unterstützt auch der Career Service für internationale Studierende an der HFD bei der Vorbereitung auf das anschließende Praktikum. Inzwischen konnten aber auch die ersten 5 Fuldaer Studierenden an die GJU gehen. Momentan studieren dort 2 BASIB-Studenten: Sie haben einen der heiß begehrten Studienplätze in dem Zertifikatsstudiengang  „Professional Diploma“ , der für die Arbeit mit Flüchtlingen ausbildet, ergattert.

HFD und GJU blicken also schon auf eine langjährige vertrauensvolle und erfolgreiche Zusammenarbeit zurück. Neue Chancen für eine Weiterentwicklung bieten sich nun aber mit der Übernahme des Amtes der Vizepräsidentin für internationale Angelegenheiten durch Frau Prof. Schumann. Die Ausgangsposition für den Besuch der beiden Vertreterinnen des International Office an der GJU war also ideal und entsprechend erfolgreich verlief er auch. Es wurden mannigfache Ressourcen für eine Ausweitung der Zusammenarbeit identifiziert. Beispielhaft seien hier nur Wirtschaft, Informatik und Sozial- und Kulturwissenschaften genannt:

Wirtschaft:  Prof. Huth wird der GJU im Mai einen Besuch abstatten und die Einbeziehung des dualen BA in Logistikmanagement in den Studentenaustausch besprechen. Umgekehrt wird Prof. Abu-Alkheil  von der GJU für mindestens ein Jahr an den Fachbereich Wirtschaft der HFD kommen.

Informatik: Prof. Grimm wird Ende April an die GJU gehen und dort Vorlesungen in deutscher Sprache halten. Parallel wird er Möglichkeiten der Forschungszusammenarbeit und gemeinsamer Masterarbeiten beraten. Eine Exkursion mit Studierenden der Informatik ist für die 2. Jahreshälfte fest geplant.

Sozial- und Kulturwissenschaften: Mit dem Start des neuen Masters in „Social Work and Migration“ aller Voraussicht nach im WS 17/18 werden nun endlich auch insbesondere die Studierenden von SK und SW zu einem Studienaufenthalt an die GJU gehen können. Die Studiendekanin Frau Prof. Bauschke-Urban wird darüber hinaus in das Fachnetzwerk „Social Work“ eingebunden werden.

Dies sind nur drei der vielen Erweiterungsmöglichkeiten, die in vielen Gesprächen mit VertreterInnen der Fachbereiche, dem International Office und der Vizepräsidentin angedacht wurden aber noch in weiteren Gesprächen hier in Fulda überprüft werden müssen. Die ersten Ergebnisse sollen aber schon in Kürze vertraglich fixiert werden, wenn das Präsidium Ende März / Anfang April der German Jordanian University einen Besuch abstattet. Dort ist dann aus Anlass des 10-jährigen Jubiläums der Partnerschaft die feierliche Unterzeichnung von Zusatzvereinbarungen geplant.

Last but not least: Während ihres Aufenthaltes konnten sich die Besucherinnen aus Fulda davon überzeugen, dass Jordanien mit seiner Hauptstadt Amman nicht nur ein kulturell hochinteressantes und politisch hochspannendes Land ist, nein, es ist auch ein sehr sicheres Land: Frauen können sich sogar nachts in Amman problemlos allein auf der Straße bewegen, die Kriminalitätsrate in Jordanien ist deutlich niedriger als in Deutschland. Außerdem sind die Menschen außerordentlich freundlich,  offen und hilfsbereit. Es ist von außen schwer zu begreifen, aber Jordanien ist in dem Krisengebiet Nahost tatsächlich eine Insel des Friedens und der Ruhe. Genau deswegen konnte es zur Zufluchtsstätte von Millionen Flüchtlingen werden: Die Einwohnerzahl Ammans hat sich innerhalb weniger Jahre von rd 2 Millionen auf aktuell über 4 Millionen verdoppelt. Unsere beiden BASIB-Studenten sind also im richtigen Moment am richtigen Ort und studieren das richtige Programm. Sie haben eine einmalige Chance ergriffen, die sich ihnen geboten hat.

zurück