Covid19: Herausforderung für die stationäre Altenpflege

16.06.2020

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Ein Zusammenschluss von Wissenschaftler*innen aus zehn Hochschulen erforscht die Auswirkungen der durch Covid-19 bedingten Einschränkungen in stationären Pflegeeinrichtungen.

Die COVID-19 Pandemie stellt stationäre Altenpflegeinrichtungen vor enorme Herausforderungen. Unklar ist bisher, wie die Einrichtungen mit diesen Herausforderungen umgehen und welche Konsequenzen sich für Mitarbeiter*innen, Bewohner*innen und Angehörige daraus ergeben. Ein Zusammenschluss von Forscher*innen möchte sich über die aktuelle Situation vor Ort ein Bild machen und hat gemeinsam das Studiendesign für das Projekt „HEICO – Pflegeheime in der Covid-19-Krise“ entwickelt.

Aufbauend auf dem Projekt PEKo, in dem ein innovativer Ansatz zur Gewaltprävention in der stationären Altenpflege erprobt wird, übernimmt das Studienzentrum Fulda die Verantwortung für die Frage danach, wie sich die Schutzmaßnahmen während der Covid19-Pandemie auf das Gewaltgeschehen in den Pflegeheimen auswirken und mit welchen Strategien dem entgegengewirkt werden kann. „Um die besonders vulnerable Gruppe Pflegebedürftiger zu schützen, wurden in Deutschland für die stationäre Pflege besonders strenge Kontaktverbote ausgesprochen“ erläutert Prof. Dr. Beate Blättner, die Leitung des Studienzentrums Fulda. „Diese strengen Maßnahmen sozialer Distanzierung treffen auf Menschen, denen teilweise die Maßnahmen aufgrund kognitiver Einschränkungen kaum vermittelt werden können oder die in besonderen Maße auf soziale Kontakte angewiesen sind. Zugleich gerät das Pflegepersonal durch Krankheitsausfälle und Angst vor Infektionen zusätzlich unter Stress. Das könnte das Gewaltpotential in der Pflege erheblich erhöhen.“

Welche Herausforderungen in der stationären Altenpflege unter der aktuellen Situation bestehen, soll durch Einzelinterviews mit Leitungskräften unterschiedlicher Ebenen der Pflegeeinrichtungen ermittelt werden. Eingeschlossen werden Einrichtungen, die sich bereits im Rahmen des Projekts PEKo mit Gewaltprävention beschäftigt haben, und Einrichtungen, die nicht an dem Projekt teilgenommen haben. Das Projekt wird aus Eigenmitteln der beteiligten Partner finanziert.

An HEICO sind folgende Einrichtungen beteiligt: Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Medizinische Fakultät, Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft; Universität zu Köln, Medizinische Fakultät, Institut für Pflegewissenschaft; Hochschule Fulda, Public Health Zentrum Fulda. Bergische Universität Wuppertal; Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Fakultät VI - Medizin und Gesundheitswissenschaften, Department für Versorgungsforschung, Abteilung Versorgungsforschung; Universität Bielefeld, Fakultät für Gesundheitswissenschaften, AG Versorgungsforschung/Pflegewissenschaft; Universität Witten-Herdecke, Fakultät für Gesundheit, Department für Pflegewissenschaft; Universität zu Lübeck, Sektion für Forschung und Lehre in der Pflege; Otto von Guericke Universität Magdeburg, Medizinische Fakultät, Institut für Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung; Technische Universität Rosenheim. Professur für Pflegewissenschaft.

 

weitere Informationen zum Projekt

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Prof. Dr.

Beate Blättner

Gesundheitsförderung

Gebäude 31 , Raum 103
Prof. Dr.Beate Blättner+49 661 9640-603
Sprechzeiten
Dienstag, 11:00 – 12:00 Uhr u. n. Vereinbarung

Kontaktdaten

Stefanie Freytag

Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt „PEKo – Partizipative Entwicklung von Konzepten zur Prävention von Gewalt in der stationären Pflege“

Gebäude 25 , Raum 003
Stefanie Freytag+49 661 9640-6486
Sprechzeiten
nach Vereinbarung per E-Mail

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Kristin Schultes

Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Lehrkraft für besondere Aufgaben

Gebäude 25 , Raum 201
Kristin Schultes+49 661 9640-6325
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Nach Vereinbarung per E-Mail
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