Das Ziel fest im Blick

24.10.2017
Absolvent des Programms "Pre-Study for Refugees" nimmt Masterstudium auf
Zidane Al-Ali hat sich in den Masterstudiengang Lebensmitteltechnik eingeschrieben. Foto: Hochschule Fulda

Vor zwei Jahren ist Zidane Al-Ali aus Syrien geflüchtet. In den letzten achtzehn Monaten hat er so gut Deutsch gelernt, dass er jetzt ein Master-Studium an der Hochschule Fulda beginnen kann.

Große Probleme lassen sich oft in zwei Gruppen einteilen: die lösbaren und die, auf die man keinen Einfluss hat. Dass seine Eltern nach wie vor in Damaskus (Syrien) leben und er nicht weiß, wann er sie wiedersehen wird, gehört für Zidane Al-Ali zweifelsohne in die zweite Gruppe. In den letzten eineinhalb Jahren ist es ihm aber gelungen, ein Problem der ersten Gruppe zu bewältigen: die deutsche Sprache.

Als er im November 2015 nach Fulda kam, sprach er kein Wort Deutsch. Um das zu ändern, schrieb er sich im April 2016 für das „Pre-Study"-Programm für Flüchtlinge an der Hochschule Fulda ein. Ziel des Programms ist es, hoch qualifizierte Geflüchtete auf ein Studium in Deutschland vorzubereiten.

Nach einigen Monaten im Intensivkurs hatte Al-Ali bereits das Fortgeschrittenen-Niveau B2 erreicht, am Ende sogar die Stufe C1. Inzwischen hat er zusammen mit 17 anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern die "Deutsche Sprachprüfung für den Hochschulzugang" (DSH2) abgelegt. Dieser Nachweis ist Voraussetzung dafür, ein Studium in deutscher Sprache aufzunehmen.

In seiner Heimat hatte der 28-Jährige einen Bachelor in Lebensmitteltechnologie gemacht, das anschließende Masterstudium konnte er wegen des Kriegs in Syrien nicht beenden. Doch jetzt hat er eine neue Perspektive: Dank seiner guten Deutschkenntnisse hat er die Zulassung für den Masterstudiengang Lebensmitteltechnologie an der Hochschule Fulda bekommen. „Ich freue mich, dass ich hierbleiben kann", sagt er.

Die nächsten Ziele hat er bereits anvisiert. „Mein Traum ist es, das Studium abzuschließen und einen guten Arbeitsplatz zu finden." Am liebsten möchte er in einem großen Unternehmen in der Lebensmittelindustrie arbeiten ─ und zwar in Deutschland. Eins ist für ihn bereits sicher: „Es hat sich gelohnt, die deutsche Sprache zu lernen."

zurück