Deutschlands Rolle in Europa und der Welt – feige oder besonnen?

31.05.2022

Let’s talk! widmet sich einem brandaktuellen Thema (17.05.2022)

Nachdem pandemiebedingt unsere Let’s talk!-Veranstaltung im vergangenen Semester erneut online stattfinden musste, freute sich das Let’s talk!-Organisationsteam umso mehr, für die erste Diskussionsrunde in diesem Semester wieder auf den Campus der Hochschule zurückzukehren. Bei bereits sommerlichen Temperaturen und schönen Wetterbedingungen konnte die Diskussion über Deutschlands Rolle in Europa und der Welt sogar nach außen vor das Selbstlernzentrum der Hochschule verlagert werden. Bei kühlen Getränken und zwei ausgeglichenen Gruppenkonstellationen konnten sich zum wiederholten Mal Studierende und Lehrende auf Augenhöhe begegnen und über spannende Sichtweisen und kontroverse Punkte austauschen.

Insbesondere der anhaltende Krieg in der Ukraine und die teilweise als „(zu) zögerlich“ wahrgenommene Rolle Deutschlands in diesem waren ein Punkt, der von beiden Diskussionsgruppen stark hervorgehoben wurde. Schließlich sei Deutschland in der Verantwortung, eine klare Haltung zu vertreten, die sich nicht hinter der Moral anderer Länder verstecken lasse. Es sei aber nicht nur die Haltung Deutschlands, an der sich etwas ändern müsse, sondern es bestehe auch die Notwendigkeit, alternative Energieversorgungskonzepte zu schaffen, die Deutschlands Abhängigkeit von Russland reduzieren, wie die Teilnehmenden anmerkten. Auch die Bundeswehreinsätze der vergangenen Jahre gerieten dabei zunehmend ins Kreuzfeuer und warfen die Frage auf, inwiefern sie sich, gerade in Ländern wie Afghanistan, überhaupt als sinnhaft verbuchen lassen. Abgesehen von diesen strittigen Fragen ging es bei dieser Let’s talk!-Runde jedoch auch darum, wie Deutschland von seinen Nachbarn und der Welt wahrgenommen wird. Sind wir Deutschen wirklich immer so genau und pünktlich, wie man uns unterstellt? Ist das Bild, welches wir nach außen vermitteln, geprägt von einer kühlen Fassade, die eher nüchtern als herzlich wirkt?

Es dürfte im Rahmen einer offenen Diskussion schwierig sein, bei all diesen Fragen einen klaren Konsens zu erzielen. Und bei manchen Fragen mag das auch weder möglich noch wünschenswert sein. Schließlich lebt eine Demokratie von einem pluralistischen Diskurs. Fest stand für die Teilnehmenden des Abends jedoch eins: Wir alle tragen eine Verantwortung, die es gilt, klar und deutlich nach außen zu kommunizieren und Europa so zu unterstützen, dass wir gestärkt die Krisen unserer Zeit überwinden können.

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