Dezember 2015: Forschung und Lehre in Kamerun

05.01.2016

Internationalität wird an der Hochschule Fulda groß geschrieben. Aber warum führen internationale Kontakte zur Forschung und Lehre nach Kamerun?

Aus Kamerun kommt die größte Gruppe international Studierender an die Hochschule Fulda. Somit liegt es nahe, sich diesem Land in Sub-Sahara Afrika zu widmen. Im Dezember 2015 hat Prof. Dr. Dorit Schumann, Logistikerin am Fachbereich Wirtschaft, die Saint Monica University in Buea besucht, dort einen Vortrag auf einer internationalen Konferenz und Lehrveranstaltungen zur Logistik abgehalten. So wurde ein intensiver internationaler Wissenstransfer mit Professuren sowie Studierenden der Logistik betrieben, der auch in Zukunft fortgesetzt werden soll. Ab Januar 2016 ist die Betreuung dreier Master-Arbeiten von Studierenden aus Buea in Planung, eingebunden in die Forschung und Lehre zur Logistik an der Hochschule Fulda, auch im House of Logistics and Mobility (Holm).

Zudem befasst sich das Forschungsteam der humanitären Logistik rund um Schumann mit der Logistik in Sub-Sahara Afrika. Für die Versorgung von Menschen in Afrika sind die Seehäfen unverzichtbar, um Nahrungsmittel, Medikamente, Ausstattungen für Flüchtlingscamps und andere Hilfsgüter in die Länder Sub-Sahara Afrikas zu bringen. Der kamerunische Seehafen in Douala wurde im Rahmen von Hafenbesuchen, Experteninterviews und Analysen besonders unter die Lupe genommen und in einem Prozessmodell visualisiert.

Der Nutzen eines solchen Prozessmodells: Transparenz über die Prozesskette vom Seehafen bis ins Hinterland, und zwar über den Korridor Kameruns bis in den Tschad und nach Zentralafrika. Dies ermöglicht wiederum, Schwachstellen mit Blick auf die Effektivität und Effizienz aufzudecken. Es dauert Wochen und teilweise Monate bis Hilfsgüter die Menschen erreichen. Von der Einfahrt in den Seehafen, über die administrativen Prozesse und Zollabwicklung im Seehafen bis zur Genehmigung der Ausfahrt aus dem Seehafen, weiter über die überfüllten Straßen und wenigen Brücken schließt sich ein Flaschenhals an den nächsten an. Zudem sind die Kosten der gesamten Hafen- und Land-Prozesskette durchschnittlich dreimal höher als in Europa und in den USA.

Forschungsorientierte Lehre, Master-Arbeiten, Promotionen und Forschungsprojekte werden sich auch im Jahr 2016 auf die Logistik in Sub-Sahara Afrika richten. Dabei wird die Hochschule Fulda weiterhin mit Akteuren aus Afrika und Deutschland zusammen arbeiten – mit Kamerun als einem der wichtigsten Schwerpunktländer.

Weitere Details finden sich in der Veröffentlichung:

Schumann-Bölsche, D., Schön, A.-M., Streit-Juotsa, L.: Modeling and analyzing logistical processes in Cameroon from Douala seaport to the hinterland, in: Journal of Global Business and Technology, Volume 11, Number 2, Fall 2015, pp. 31-57.


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Prof. Dr.

Dorit Schumann

Allgemeine BWL, insbesondere Logistik

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