Forschungsprojekte von Prof. Eberle zur klinischen Wirksamkeit von mHealth-Apps bei Diabetes mellitus ausgezeichnet

08.06.2022

Doppelter Erfolg auf dem 56. Kongress der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) in Berlin

Auf dem 56. Kongress der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) sind zwei Forschungsprojekte von Professorin Dr. Claudia Eberle (Fachbereich Gesundheitswissenschaften) ausgezeichnet worden. Beide untersuchten die klinische Wirksamkeit spezifischer mHealth-Apps bei der Behandlung von Diabetes mellitus und zeigen: Der Einsatz von mHealth-Apps führt zu einer deutlichen bis signifikanten Verbesserung in Bezug auf die Behandlung von Diabetes mellitus.

"Gerade vor dem Hintergrund der Verbesserung der diabetologischen, gynäkologischen sowie neonatalen Parameter leisten diese Studien einen wichtigen Beitrag im Rahmen des Managements des Diabetes mellitus."
Prof. Dr. Claudia Eberle

Professorin Dr. Claudia Eberle und ihr Team präsentierten die Forschungsergebnisse spezifischer Meta-Analysen für Diabetes mellitus Typ I, Diabetes mellitus Typ II und Gestationsdiabetes mellitus (Schwangerschaftsdiabetes) an jeweils großen Populationen. Mit ihren Untersuchungen haben die Wissenschaftler*innen erstmals Daten an großen Kollektiven vorgelegt, die die klinische Wirksamkeit von mHealth-Apps im Management verschiedener Diabetesformen, samt spezifischer Komplikationen für  Mutter und Kind beim Gestationsdiabetes, belegen. “Gerade vor dem Hintergrund der Verbesserung der diabetologischen, gynäkologischen sowie neonatalen Parameter leisten diese Studien einen wichtigen Beitrag im Rahmen des Managements des Diabetes mellitus“, so Professorin Eberle.

So verbesserte sich der HbA1c-Wert von Patient*innen mit Diabetes mellitus Typ I, Diabetes mellitus Typ II und Gestationsdiabetes mellitus im Vergleich zur Kontrollgruppe signifikant unter Nutzung einer mHealth-App, ohne dass sich die Diabetestherapie änderte. Darüber hinaus zeigten die Betroffenen eine verbesserte Selbstfürsorge bei steigender Lebensqualität, wenn sie diabetesspezifische mHealth-Apps nutzten.

Bei Schwangerschaftsdiabetes führte der Einsatz der mHealth-Apps ebenfalls zu einer signifikanten Verbesserung der Stoffwechsellage, zu signifikant weniger Off-Target-Blutzuckermessungen (zusätzliche Messungen aus Verunsicherung und Angst) und zu signifikant weniger Änderungen des Geburtsmodus. Deutlich verbesserten sich zudem der schwangerschaftsbedingte Bluthochdruck – eine häufige Komplikation des Gestationsdiabetes mellitus – und dessen Folgen für Mutter und Kind. Die Zahl der Frühgeburten und der Geburtseinleitungen ging ebenfalls deutlich zurück. Auch auf die Neugeborenen wirkte sich die App-Nutzung positiv aus. Sie hatten beispielsweise seltener ein zu hohes Geburtsgewicht oder Hypoglykämien (Unterzuckerungen) nach der Geburt.

„Durch die zunehmend digitalen Möglichkeiten könnte sich, sofern entsprechende Hürden genommen sind, die Diabetestherapie zukünftig deutlich verändern.“
Prof. Dr. Claudia Eberle

Weltweit sind etwa 537 Millionen Erwachsene an Diabetes mellitus erkrankt. Die Zahlen werden weiter steigen. Angesichts der Komplikationen und Spätschäden, die mit Diabetes mellitus einhergehen und der Tatsache, dass Schwangerschaftsdiabetes zu den häufigsten Schwangerschaftskomplikationen zählt und kurz- wie langfristig zu negativen Folgen für Mutter und Kind führen kann, sind beide Studien von großer wissenschaftlicher und klinischer Relevanz, insbesondere jedoch von großer Relevanz für die Lebensqualität der Betroffenen, auch aus gesundheitspolitischer Sicht.

Bis mHealth-Apps zur Therapie des Diabetes mellitus regulär einsetzbar sind, gilt es allerdings noch einige bürokratische und politische Hürden zu überwinden. Vor allem Datenschutzfragen sind zu klären. „Durch die zunehmend digitalen Möglichkeiten könnte sich, sofern entsprechende Hürden genommen sind, die Diabetestherapie zukünftig deutlich verändern“, so Professorin Eberle.

Publikationen

Effectiveness of Disease-Specific mHealth Apps in Patients With Diabetes Mellitus: Scoping Review

Effectivness of specific mobile health applications (mHealth-apps) in gestational diabtetes mellitus: a systematic review

 Kontakt

Wissenschaftlicher Kontakt
Prof. Dr. Claudia Eberle
Hochschule Fulda, Fachbereich Gesundheitswissenschaften
E-Mail: claudia.eberle@pg.hs-fulda.de

Wissenschaftskommunikation
Dr. Antje Mohr
Hochschule Fulda
E-Mail: antje.mohr@verw.hs-fulda.de
Tel.: +49 661 9640 1050
Mobil: 0175 77 14 773

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