Ernährungsfachkräfte arbeiten im 5. Diätetikforum Fulda gemeinsam an der Diätetischen Diagnosestellung

04.08.2021

Das Diätetikforum Fulda fand am 15. Juli 2021 zum 5. Mal statt.

Am 15. Juli fand das 5. Diätetikforum Fulda des „Modellprojekts für die diätetische Versorgung im Raum Fulda“ (MoDiVe) virtuell statt. Insgesamt nahmen 18 Ernährungsfachkräfte aus der Ernährungsberatung und -therapie teil – Diätassistentinnen, Absolventinnen B. Sc. Diätetik, Oecotrophologinnen und Ernährungswissenschaftlerinnen.

Thema der Veranstaltung war der zweite Prozessschritt des Dietetic Care Process (DCP), die Diätetische Diagnosestellung. Die Gastreferentin Ute Hager M. A. gab in ihrem Vortrag „Diätetische Diagnosestellung – Wie geht das?“ zentrale Impulse und erklärte die Vorgehensweise. Diätetische Diagnosen können eigenständig von Ernährungsfachkräften gestellt werden, wodurch ihre Kompetenzen klar hervorgehoben werden: Diätetische Probleme (P) der Klient*innen/Patient*innen werden systematisch mit Ursachen/Ätiologie (A), Anzeichen und Symptomen (S) sowie Ressourcen (R) in Verbindung gebracht. Zusammengefasst werden die vier Aspekte in sogenannten PASR-Statements. Wichtig für diätetische Diagnosen sind insbesondere auch lebensweltliche Bezüge – Verhalten und Umfeld von Klient*innen/Patient*innen werden in der Intervention berücksichtigt, um diätetische Probleme bestmöglich und individuell abgestimmt lösen zu können.

Im zweiten Teil der Veranstaltung wurde die diätetische Diagnose von den Teilnehmerinnen anhand eines fiktiven Patienten der Ernährungsberatung praktisch umgesetzt. Im Anschluss reflektierten sie das Vorgehen und stellten einen Bezug zu ihrer Berufspraxis her: Welche Chancen bietet die Diätetische Diagnosestellung? Welche Stolpersteine gibt es und wie kann mit diesen umgegangen werden? Positiv bewerten die Teilnehmerinnen die Möglichkeit, eine diätetische Diagnose stellen zu können, die sich klar von der medizinischen Diagnose der Ärzt*innen unterscheidet. Durch die Integration der PASR-Statements in Entlassbriefe an Ärzt*innen können Transparenz hergestellt und Schnittstellen zu weiteren Behandlungen gut geklärt werden. Die Vorgehensweise gibt eine klare Orientierungshilfe und Strukturierung der diätetischen Intervention, insbesondere für Berufsanfänger*innen. Zusätzlich erhalten Ernährungsfachkräfte wertvolle Impulse für eine Reflexion der beruflichen Praxis und damit für die Weiterentwicklung der Profession. Herausfordernd für die Diätetische Diagnosestellung sind vor allem strukturelle Aspekte wie begrenzte zeitliche Ressourcen sowie vorhandene Richtlinien und Vorgaben zur Dokumentation beispielsweise von Versicherungen. Die Teilnehmerinnen schätzen die Diätetische Diagnosestellung als zunächst aufwendig und komplex ein. Durch die regelmäßige Anwendung im Berufsalltag kann die diätische Diagnose zur Routine werden.

Die Veranstaltung wurde von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE), dem BerufsVerband Oecotrophologie e. V. (VDOE), dem Verband der Diätassistenten – Deutscher Bundesverband e. V. (VDD) und dem Verband für Ernährung und Diätetik e. V. (VFED) als Fortbildungsveranstaltung anerkannt. Das Diätetikforum Fulda ist Teil des Projekts MoDiVe, das unter der Leitung von Prof. Dr. Kathrin Kohlenberg-Müller und der Mitarbeit von Laura Hoffmann, Maren Peuker und Talitha Wiegand steht.

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