Erst der Mensch, dann das Geld

11.06.2018
Masterstudiengang „Human Rights Studies in Politics, Law and Society“
Grafik: Elaine Potts/Hochschule Fulda 

Der neue Masterstudiengang „Human Rights Studies in Politics, Law and Society“ startet zum Wintersemester 2018/2019. Hier werden Fachleute für Menschenrechtsfragen ausgebildet.

Wenn Menschen einkaufen, achten sie auf eine Reihe von Faktoren: Design, Funktionalität und der Preis gehören zu den wichtigsten. Oft taucht dann die Frage auf, wie das T-Shirt, Smartphone oder Lebensmittel eigentlich produziert wurde. Wie waren die Arbeitsbedingungen der Näherinnen? Wie wurden die „Seltenen Erden“ gewonnen, die in jedem Mobiltelefon stecken? Können die Kaffeebauern vom Erlös ihrer Bohnen leben? Oder allgemein: Wie sieht es mit der sozialen und ökologischen Verantwortung der beteiligten Unternehmen aus?

„Im Rahmen von Globalisierungsprozessen werden Menschenrechte immer wichtiger“, sagt Ilka Gersemann vom Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften (SK). „Die Verbindlichkeit nimmt zu“, bestätigt ihr Kollege Prof. Dr. Matthias Klemm. Beide freuen sich deshalb, dass der neue Masterstudiengang „Human Rights Studies in Politics, Law and Society“ zum Wintersemester 2018/2019 startet.

Ziel des Studiengangs ist es, Fachleute für Menschenrechtsfragen auszubilden. Wichtigste Voraussetzung für das Studium ist ein Abschluss im Bereich der Sozial-, Kultur-, Kommunikations- oder Rechtswissenschaften, der Philosophie oder der sozialen Arbeit. Um den Praxisbezug sicherzustellen, ist ein zehnwöchiges Praktikum fester Bestandteil des Studiengangs. Dafür kommen Einrichtungen wie das Deutsche Institut für Menschenrechte, die UNO-Flüchtlingshilfe, Amnesty International oder Human Rights Watch in Frage.

Drei Schwerpunkte
Mit Blick auf ihren Berufswunsch können die Studierenden im dritten Semester eine von drei Vertiefungsrichtungen wählen: (Digitale) Kommunikation, Migration oder Wirtschaft. Im ersten werden neue Formen des Journalismus, Internet-Zensur und „Shitstorms“ untersucht. Ein weiterer Themenbereich ist, welche Rolle Facebook, Youtube und andere soziale Netzwerke bei der Entstehung von sozialen Bewegungen spielen.

Im Schwerpunkt Migration wird unter anderem die europäische Flüchtlingspolitik behandelt. Im dritten Schwerpunkt geht es um Standards beim Arbeitsschutz, Sorgfaltspflichten von Unternehmen sowie um Zulieferketten und deren Kontrolle. Hier werden dann auch Fragen wie die nach den Arbeitsbedingungen von Näherinnen und dem Verdienst von Kaffeebauern behandelt.

„Die soziale Verantwortung ist für viele Unternehmen inzwischen ein großes Thema“, sagt Ilka Gersemann. „Sie stehen vor der Herausforderung, dass sie die steigenden Anforderungen umsetzen müssen.“ Für die zukünftigen Absolventinnen und Absolventen sieht sie daher gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Als Arbeitgeber kommen neben großen Unternehmen auch nationale und internationale Organisationen in Betracht. Nichtregierungsorganisationen (NGOs), Medien und Bildungsanbieter, Hochschulen und Forschungseinrichtungen haben ebenfalls Bedarf: Sie brauchen Fachleuten, die sie im Bereich Beratung und Analyse oder bei der Planung von Kampagnen unterstützen.

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