Flying Faculty an der GJU

15.12.2015

Die Hochschule Fulda ist Kooperationspartner der German Jordanian University GJU; demnach besteht ein Austausch Studierender der GJU nach Fulda bereits seit mehreren Jahren.

Anbahnung und Idee: Februar 2015

Die Hochschule Fulda ist Kooperationspartner der German Jordanian University GJU; demnach besteht ein Austausch Studierender der GJU nach Fulda bereits seit mehreren Jahren. Studierende der Hochschule Fulda verbringen regelmäßig ein Auslandssemester an der GJU.

Die Idee, das Flying Faculty Programm zu nutzen, geht im Rahmen der bestehenden Kooperation auf meine Teilnahme an einem Workshop an der GJU zu Partnerschaften zwischen Hochschulen und Industriepartnern zurück, der im Februar diesen Jahres an der GJU veranstaltet wurde. Aufgrund der Vertiefung der Kontakte an der GJU durch eine Präsentation über das House of Logistics and Mobility am Frankfurter Flughafen sowie über das duale Studium an der Hochschule Fulda, entwickelten sich erste Ideen für die Flying Faculty. Gespräche mit dem Dekan der School of Management and Logistics der GJU im Februar mündeten wenige Monate später in dem Angebot von Lehrveranstaltungen im Rahmen des Flying Faculty Programms. Des Weiteren hat wenige Wochen nach dem Workshop bereits ein erster Besuch aus dem Präsidium der GJU im House of Logistics and Mobility stattgefunden. Dies zeigt, dass Workshops an der GJU oder in Deutschland mit Beteiligung von Expertinnen und Experten sowohl aus deutschen Hochschulen als auch aus der GJU durchaus geeignete Veranstaltungen zur Vertiefung und auch Anbahnung von weiteren Kontakten im Rahmen des internationalen Austauschs sein können.

In der Anbahnungsphase der Flying Faculty und auch im Rahmen des Aufenthalts in Jordanien war die Unterstützung von allen Seiten hervorragend, und zwar durch das Projektbüro in Magdeburg, das International Office und auch durch die School of Management and Logistics. 

Lehrveranstaltungen im Rahmen der Flying Faculty an der GJU

Der Flying Faculty Einsatz erstreckte sich vom 5. bis zum 12. November 2015 über eine Woche an der School of Management and Logistics mit den folgenden Fächern aus der Logistik und dem Supply Chain Management:

  • Introduction to logistics and supply chain management
  • Outsourcing and collaboration
  • International logistics, logistics developments in Germany and Europe
  • Special topics in logistics and humanitarian logistics
  • Research methods in logistics and supply chain management

Des Weiteren habe ich an einer Lehrveranstaltung eines Kollegen der GJU zur Logistik teilgenommen und dort Inhalte mit Beispielen aus Deutschland eingebracht. Da die School of Management and Logistics derzeit noch kein Master-Programm anbietet (dies befindet sich in der Planung für das Jahr 2016) haben ausschließlich Undergraduates an den Lehrveranstaltungen teilgenommen. Es handelte sich dabei jeweils um unterschiedliche Semester, gewählte Schwerpunkte und Studierende mit unterschiedlichen Vorkenntnissen. Vom 1. Semester bis zu Studierenden höherer Semester mit Spezialisierung in Logistikmanagement konnte ich somit unterschiedliche Studierende und Lehrende kennen lernen. Die Gruppengrößen bewegten sich zwischen 15 und 30 Studierenden. Die Lehrveranstaltungen fanden in englischer Sprache statt – mit einigen Ergänzungen deutscher Begriffe. Das Interesse der Studierenden, insbesondere in höheren Semestern, war sehr groß und die Mitarbeit im Rahmen der Lehrveranstaltungen intensiver als erwartet. Besonders großes Interesse bestand an anwendungsbezogenen Themen, Fallstudien und Übungen mit Bezug zu Deutschland und Europa.

Ein Vorteil dieser Vielfalt an Lehrveranstaltungen besteht darin, dass in kürzester Zeit viele unterschiedliche Studierende teilnehmen können und dass Lehrende aus Deutschland zu vielen Studierenden und Lehrenden der School Kontakt aufnehmen können. Ein Nachteil ist jedoch darin zu sehen, dass ein intensives und vertieftes Arbeiten an einer Themenstellung mit Fallstudien, Gruppenarbeiten oder Rollenspielen kaum möglich ist. Aus diesem Grund sollte auch in Erwägung gezogen werden, ganze Module oder ein Co-Teaching für ein Modul mit einem Faculty Member der GJU für einen Flying Faculty Einsatz in Erwägung zu ziehen (diesen Punkt haben wir vor Ort bereits gemeinsam erörtert).

Zusammenfassend waren die Erfahrungen aus den Lehrveranstaltungen, was die Vorkenntnisse, die Mitarbeit und die englische Sprache angeht hervorragend; die deutschen Sprachkenntnisse variieren jedoch sehr stark.

Weitere Aktivitäten an der GJU im Rahmen der Flying Faculty 

Der Aufenthalt an der GJU im Rahmen der Flying Faculty konnte auch zur Erörterung weiterer Themen genutzt werden:

  • Gespräche mit dem Dekanat der School of Management and Logistics
  • Anbahnungsgespräche zur Full Professor an der GJU
  • Anbahnung einer nächsten Lehrveranstaltung im Juni 2016 (volles Modul)
  • Anbahnung gemeinsamer Forschungsaktivitäten, Veröffentlichungen
  • Anbahnung von Gesprächen zur Kooperation der GJU mit dem HOLM
  • Verstärkung der gemeinsamen Aktivitäten zur humanitären Logistik
  • Erörterungen zum Thema Netzwerktreffen der Logistiker GJU / Deutschland
  • Treffen mit einem Studenten aus Fulda an der GJU mit sehr positiven Eindrücken
  • Treffen mit Mitgliedern der GJU anderer Schools und aus dem Präsidium
  •  Anbahnung weiterer Kontakte der GJU zu Professuren der Hochschule Fulda
  • Gespräche mit dem International Office der GJU 

Zum Abschluss bleibt zu sagen: „The best of both worlds“ 

Das Land Jordanien und die GJU erfahren zu dürfen, mit einem weiteren Einblick in die Kultur, die Menschen, die Studierenden, die Kolleginnen und Kollegen, empfinde ich als große Bereicherung. Von allen Seiten habe ich mich gastfreundlich empfangen gefühlt und freue mich bereits auf die nächsten Einsätze an der GJU und in Jordanien. Die Kenntnis von ein paar arabischen Worten öffnet den Zugang zu den Menschen im Land und in der GJU deutlich. Flexibilität ist gefragt, auf diese muss man sich gerne einlassen, und ich lasse mich gerne darauf ein.

Die aktuelle Lage zeigt sowohl in Europa als auch im Mittleren Osten, wie wichtig interkulturelle Verständigung und Bildung sind. Die GJU ist diesbezüglich ein Vorzeigeprojekt, in dem ich als deutsche Professorin einen kleinen Beitrag leisten durfte und auch in Zukunft einen weiteren Beitrag leisten möchte – in Lehre, Forschung, internationalem Austausch und interkultureller Verständigung.

Ein großer Dank an alle, die GJU und Flying Faculty ermöglichen.

Kontakt

Prof. Dr.

Dorit Schumann

Allgemeine BWL, insbesondere Logistik

Prof. Dr.Dorit Schumann+49 661 9640-
Sprechzeiten
Termine nach Vereinbarung
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