Forschungsergebnisse zum Europäischen Bankeninsolvenzrecht in Brüssel vorgestellt

14.10.2016

Prof. Dr. Skauradszun erhielt Einladung von der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der Europäischen Union zu Expertengesprächen

Auf Einladung der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der Europäischen Union stellte Professor Dr. Dominik Skauradszun in Brüssel seine im August veröffentlichten Ergebnisse zum deutschen und europäischen Bankeninsolvenzrecht vor. Die Ständige Vertretung hatte hierzu am 6. und 7. Oktober 2016 insgesamt neun Expertengespräche mit Juristinnen und Juristen der europäischen Institutionen und dem Single Resolution Board – der europäischen Abwicklungsbehörde für Bankeninsolvenzen – organisiert.

Das Single Resolution Board wurde als Reaktion auf die Finanzkrise geschaffen und ist seit Januar 2015 europaweit diejenige Behörde, die für und mit den Banken Abwicklungspläne erarbeitet und damit proaktiv neue Bankeninsolvenzen verhindern soll. Es verwaltet und entscheidet über den Abwicklungsfonds, in den die Banken Beiträge leisten müssen und ordnet im Abwicklungsfall an, wie die betroffene Bank zu sanieren oder abzuwickeln ist.

„Mich freut es, dass sich die europäischen Institutionen sehr für eine enge Zusammenarbeit mit der Wissenschaft einsetzen und viel Interesse an den veröffentlichten Arbeiten haben“, so Dominik Skauradszun. „Manche Abläufe bei der Entscheidungsfindung hier in Brüssel kann man besser einschätzen, wenn man einmal vor Ort mit den zuständigen Personen diskutieren konnte“, so Skauradszun weiter.

Veröffentlichte Untersuchungen in 2015 und 2016

Dominik Skauradszun, wissenschaftliches Mitglied des CINTEUS, hatte zum Jahreswechsel 2014/2015 die wissenschaftliche Großkommentierung des deutschen Bankeninsolvenzrechts im Beck/Samm/Kokemoor übernommen und in zwei Teilen 2015 und 2016 seine rund 100-seitige Kommentierung veröffentlicht. In einem Beitrag in der Deutschen Zeitschrift für Wirtschafts- und Insolvenzrecht 2016 hatte er zudem die Haftungskaskade beim Bail-in – einem neuen Abwicklungsinstrument bei Bankeninsolvenzen auf Grundlage der Bank Recovery and Resolution Directive (BRRD) bzw. der Single Resolution Mechanism Regulation (SRM-VO) – mit den Verzahnungen zum Kreditwesengesetz und der Insolvenzordnung untersucht.

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