Forschungsreise Kamerun vom 15.2. – 28.2.15

02.03.2015

Modellierung humanitärer Supply Chains und Kooperationsanbahnung in Kamerun

Im Rahmen des Projektes „Masterplan Hum-Log 2020: Modellierung humanitärer Supply Chains und Erstellung eines Masterplans für die humanitäre Logistik“ sowie einer Kooperationsanbahnung zwischen der Hochschule Fulda und weiteren Hochschulen in Kamerun unternahmen Frau Prof. Dr. Dorit Schumann und Frau Liliane Streit-Juotsa eine Forschungsreise nach Kamerun.

Im Zuge dieses Projektes fanden zuvor in Deutschland mehrere Experteninterviews mit Logistikdienstleistern in Kamerun statt. Hierbei wurde u.a. ein Prozess modelliert, der den LKW-Transport von Hilfsgütern zwischen dem Hafen in Douala (Kamerun) und einer im Tschad bzw. in der Zentralafrikanischen Republik (ZAR) ansässigen Hilfsorganisation darstellt. Die Mitarbeiterinnen von Frau Prof. Schumann modellierten diesen Prozess mit Hilfe von Business Process Model and Notation.

Um weitere detaillierte Informationen zu diesem Prozess zu erhalten, wurden vor Ort Gespräche mit verschiedenen am Prozess beteiligte Akteure (wie UN-Organisationen - WFP, UNICEF, UNHCR, Spediteure, Logistikdienstleister, Hafenbetreiber usw. in Douala und Yaoundé) durchgeführt. Ziel der Prozessdarstellung ist die Entwicklung einer allgemeingültigen Prozessdarstellung für den Hilfsgüterverkehr in diesem Gebiet, um diesen zu vereinfachen.

Weitere Eindrücke, die für das Verständnis der Prozessmodellierung wichtig waren, konnten bei einem Rundgang im Hafen von Douala gesammelt werden. Dabei stellte sich vor allem heraus, dass die Verzögerung beim Andocken der Schiffe, die Lagerengpässe bei Terminalbetreibern und die Zoll-Freistellung der Importwaren (auch bei Hilfsgütern) als besonders problematisch gelten. Einen Überblick über die Verwaltung sowie den Umgang /Pflege der Infrastruktur (z. B. Container und Paletten) im Hafen zeigen die Bilder oben.

Während der Reise wurden außerdem Hochschulen und Institutionen in verschiedenen Städten besucht. Die Besuche dienten vor allem zum gegenseitigen Kennenlernen der Hochschulen und der wissenschaftlichen Aktivitäten sowie möglichen zukünftigen Kooperationen.

Frau Schumann und Frau Streit-Juotsa präsentierten ihre Arbeit in folgenden Institutionen: Douala Institute of Technology (DIT), African Institute for Mathematical Sciences (AIMS), Saint Monica University (SMU) in Buea und Université des Montagnes (UdM) in Bangangté.

Durch die Treffen konnten Frau Dr. Schumann und ihre Mitarbeiterin Streit-Juotsa gute Kontakte zu Professoren aus Kamerun knüpfen, welche teilweise international tätig sind. Weiterhin konnten für die Zukunft wichtige Kontakte mit UN-Organisationen in Kamerun aufgebaut werden.

 

Einige Ergebnis der Forschungsreise:

  •  Veröffentlichung und Präsentation der Zwischen-Ergebnisse der Modellierung in einem Beitrag der POMS-Konferenz in Washington D.C. im Mai 2015
  • Veröffentlichung zur Prozessmodellierung für Kamerun in der Zeitschrift JGBAT (Journal for Global Business and Technology) in einer Sonderausgabe zu Afrika 2015 angenommen
  • Betreuung einer Master-Arbeit zum Einsatz mathematischer Modelle in der humanitären Logistik der Ebola-Krise in West-Afrika durch Frau Prof. Dr. Schumann. Die Master-Arbeit wird am AIMS (African Institute for Mathematical Science) in Kamerun verfasst
  • Betreuung weiterer Master-Arbeiten an anderen Universitäten in Planung
  • Einbindung der Kontakte und Inhalte in Überlegungen zur Entwicklungszusammenarbeit an der Hochschule Fulda

Kontakt Liliane

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