Für mehr interprofessionelle Zusammenarbeit in der Gesundheitsversorgung

14.04.2021

Der neue Masterstudiengang „Interprofessionelles Management in der Gesundheitsversorgung“ qualifiziert speziell dafür, die Zusammenarbeit der Gesundheitsberufe auf institutioneller Ebene zu fördern.

Dass unterschiedliche Berufsgruppen im Gesundheitswesen zusammenarbeiten, ist hierzulande längst noch nicht selbstverständlich. Dabei liegen die Vorteile auf der Hand. Ob in Kliniken oder im ambulanten Sektor: Wenn Ärzt*innen, Pflegekräfte, Ernährungsberater*innen und Physiotherapeut*innen kooperieren, wenn sie sich gegenseitig ergänzen, dann ist das nicht nur effizienter. Es erhöht auch die Versorgungsqualität für die Patient*innen.

Um die interprofessionelle Zusammenarbeit in der Gesundheitsversorgung auf institutioneller Ebene voranzubringen, bietet die Hochschule Fulda ab Wintersemester 2021/2022 den Masterstudiengang „Interprofessionelles Management in der Gesundheitsversorgung“ an. Er bereitet Führungskräfte darauf vor, interprofessionelle Teams zu leiten, die unterschiedlichen Professionen in einem gemeinsamen Ziel zu vereinen, teamorientiert durch gute Kommunikation zu führen und das gemeinsame Handeln analysieren, planen und steuern zu können.

Arbeiten an den Schnittstellen der Berufsgruppen

„Gefordert sind nicht nur Sensibilität, Empathie, Moderations- und Vermittlungskompetenzen sowie die Fähigkeit, in Synergien zu denken und Interessen ausgleichen zu können. Interprofessionelle Zusammenarbeit braucht auch eine andere Art der Führung“, sagt Studiengangsleiterin Professorin Dr. Susanne Esslinger. Schließlich gelte es, ein ganzheitliches Denken zu etablieren, was einen Wandel des beruflichen Selbstverständnisses voraussetze. „Die Beschäftigten in den verschiedenen Professionen müssen eigenverantwortlich und gemeinsam ein Ziel erreichen können. Statt Hierarchie ist partizipative Führung und Kommunikation auf Augenhöhe gefragt.“ Das sei nicht nur wichtig, um künftig komplexe Anforderungen besser bewältigen zu können. Angesichts knapper Finanzmittel gelte es, Ressourcen schonend einzusetzen und zum Beispiel Doppeluntersuchungen zu vermeiden.

Ökonomisches Verständnis als Grundvoraussetzung

Bewerben kann sich, wer über einen Bachelorabschluss im Gesundheits- oder Pflegemanagement verfügt oder eine grundständige Ausbildung in einem Gesundheitsberuf abgeschlossen hat. Angesprochen ist ebenfalls, wer über einen wirtschaftswissenschaftlichen Bachelorabschluss und über berufspraktische Erfahrungen in einer Einrichtung des Gesundheitswesens verfügt. „Wichtige Voraussetzung für den Studiengang ist eine profunde ökonomische Denk- oder Sichtweise und die Einsicht, dass interprofessionelle Zusammenarbeit nicht mit einem rein individuell nutzenmaximierenden Ansatz erreichbar ist“, sagt Professorin Esslinger. Berufliche Einsatzbereiche und Aufgabenfelder sieht sie in Gesundheitseinrichtungen, Krankenkassen, Unternehmensberatungen, Forschungseinrichtungen und überall, wo es Aufgaben im stärker strategisch-konzeptionellen Bereich, in der Organisationsentwicklung und bei der Entwicklung von Standards gibt sowie dort, wo Interessenausgleich und Konfliktmanagement gefragt sind. Der Studiengang qualifiziert zudem für eine wissenschaftliche Karriere.

Akademisierung soll in der Praxis ankommen

Die Hochschule Fulda steht seit vielen Jahren bereits für die Akademisierung der Gesundheitsberufe. Der neue Studiengang „Interprofessionelles Management in der Gesundheitsversorgung“ fügt sich in diesen Kontext ein. „Er ist ein konsequenter Schritt, um die Akademisierung weiter voranzutreiben, und zwar glaubwürdig: dass die unterschiedlichen Professionen tatsächlich miteinander auf Augenhöhe kommunizieren.“ Das Studium ist so angelegt, dass auch hier schon verschiedene Qualifikationen aufeinandertreffen. „Die Studierenden werden die Hochschule mit einem anderen Bewusstsein verlassen“, prognostiziert Professorin Esslinger. "Das Studium wird sie verändern im Hinblick auf ihr berufliches Selbstverständnis. Sie werden feststellen, dass sie in ihrem Fachgebiet hochkompetent sind und durch ihr ganzheitliches Denken die Gesundheitsversorgung von Morgen maßgeblich mit verändern können – und dies nicht nur als Dienstleister.“

Der Studiengang umfasst vier Semester und schließt mit dem Master of Sciene (M.Sc.) ab.

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