Fuldaer Studenten zeigen ihre Kompetenz in Sachen Künstliche Intelligenz

16.08.2021

Team der Hochschule Fulda erreicht den vierten Platz beim Data Mining Cup

Unter mehr als 100 internationalen Teilnehmer-Teams hat ein fachübergreifendes Team aus drei Studenten der Hochschule Fulda beim Data Mining Cup Platz vier erreicht. Bei diesem Wettbewerb messen sich Studierende jährlich zu unterschiedlichen Aufgaben aus dem Data Mining. Es geht darum, mithilfe von Algorithmen Wissen aus vorhandenen Daten zu ziehen, beispielsweise auf Web-Shops jenen Kunden gezielt Gutscheine anzubieten, die ziellos auf der Webseite herumsurfen, um sie für einen Kauf zu begeistern und damit nachweislich den Umsatz zu steigern.

Eine Software für Buchempfehlungen

Für Arno Gattas (Angewandte Informatik), Alexander Kruse (Wirtschaftsinformatik) und Tim Schlitzer (Wirtschaftsinformatik), die alle drei im Landkreis Fulda leben, lautete die Aufgabe, einen Empfehlungsdienst für den Buchhandel zu entwickeln. Kontext war ein Online-Shop für Bücher, der in der Corona-Krise von einem lokalen Buchhändler erstellt worden war, um die Lock-Down-Zeit zu überbrücken. Kunden sollten neben dem aktuell angezeigten Buch noch weitere Vorschläge aus dem Bücherangebot des Buchhändlers erhalten. Diese Vorschläge galt es für eine größere Anzahl an Büchern des Sortiments zu erstellen und dem ursprünglichen Buchwunsch anzupassen. Die Studierenden sollten eine Software entwickeln, die die Buchempfehlung eines Mitarbeiters im Laden vor Ort übernimmt.

Gutes Datenverständnis für mehr Umsatz

„Data Mining Kompetenzen, die wir unseren Studierenden vermitteln, werden in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen“, erläutert Professor Dr. Frank Klingert, der am Fachbereich Angewandte Informatik der Hochschule Fulda Wirtschaftsinformatik lehrt. „Die Verfügbarkeit von immer mehr Daten – Big Data – führt die rein manuelle Auswertung über Standard-Software wie Microsoft Excel an ihre Grenzen.“ Data Mining unterstütze den Menschen bei der Analyse von großen Datensätzen und sei mit den geeigneten Methoden keineswegs eine unkontrollierte „Black Box“. Es fördere auch den Wissensaufbau unter den eigenen Mitarbeitern und verschaffe den Unternehmen damit einen strategischen Vorteil gegenüber der Konkurrenz. In Bachelor- und Masterarbeiten hätten dies Studierende der Hochschule Fulda in verschiedenen Unternehmen der Region bereits praktisch gezeigt. Wer die eigenen Daten gut kenne, der kenne seine Kunden besser. Über zielgerechte Angebote sei es möglich, den Umsatz deutlich zu steigern.

Praktische Erfahrung schon im Studium

Die drei Fuldaer Studenten konnten im Rahmen ihrer Lehrveranstaltungen das erforderliche Know-how aufbauen und bereits erste Erfahrungen in praktischen Data-Mining-Projekten sammeln. Dabei erzielten sie bereits überdurchschnittliche Ergebnisse. „Der Transfer in die Praxis ist uns als Hochschule für Angewandte Wissenschaften besonders wichtig. Deshalb sammeln die Studierenden in unseren Veranstaltungen neben dem theoretischen Wissen auch erste praktische Erfahrungen“, betont Professor Klingert.

Der Data Mining Cup wird seit 2002 ausgerichtet. Er zieht nationale und internationale Studierenden-Teams an und gilt in Deutschland als der wichtigste Data-Mining-Wettbewerb im Hochschulbereich. Bisher hat erst ein Team der Hochschule Fulda am Data Mining Cup teilgenommen. 2019 erreichte es unter etwa 150 Teams den 29. Platz.

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