Hebammen promovieren in Public Health

06.11.2019

Quelle: Nicole Dietzel

Promotionsstellen am Fachbereich Pflege und Gesundheit besetzt

Am 1.10. haben Frau Alexandra Roth und Frau Kristina Luksch Ihre Arbeit am Fachbereich aufgenommen. Ihr Ziel: In Public Health promovieren. Eine dritte Hebamme wird am 1.1.2020 beginnen.

Alexandra Roth ist seit 2000 Hebamme und hat gerade erst ihr Master-Studium in Public Health an der Berlin School of Public Health mit Schwerpunkt Epidemiologie abgeschlossen. Die Diplom-Geographin hat sich 2003 entschieden ihre Tätigkeit als Hebamme in der klinischen und außerklinischen Geburtshilfe und Wochenbettbetreuung aufzugeben, weil sie die Bedingungen, unter denen Frauen gebären, zunehmend als Gewalt empfunden hat. Genau das ist der Ausgangspunkt des Themas, zu dem sie ihre Doktorarbeit schreiben will. Sie möchte gerne Interviews mit Frauen führen, die die Geburt ihres Kindes als für sie gewaltsames, traumatisierendes Ereignis erlebt haben und möchte erforschen, von welcher Art von Gewalt sie berichten und was genau das ist, was Betroffene als Gewalt empfinden.

Kristina Luksch hat 2016 den primärqualifizierenden Studiengang in Hebammenkunde an der Hochschule für Gesundheit Bochum abgeschlossen und direkt im Anschluss den Master in Evidence-based Health Care mit dem Schwerpunkt Kinder-, Frauen- und Familiengesundheit studiert. Seit 2017 arbeitet sie dort zugleich als wissenschaftliche Mitarbeiterin und war seit 2016 als Hebamme im Kreißsaal und freiberuflich tätig. Bereits in ihrer Master-Arbeit hat sie sich mit Hebammenzentralen als einem Element der Optimierung der Versorgungsstrukturen beschäftigt und möchte dieses Thema in ihrer Doktorarbeit weiterverfolgen. Während sie sich in der Master-Arbeit mit der Sichtweise von Hebammen befasst hat, möchte sie jetzt die Perspektive der Nutzerinnen erforschen.

„Ich freue mich sehr, dass wir nunmehr die Möglichkeit haben, auf dem Gebiet der Hebammenkunde wissenschaftlichen Nachwuchs auszubilden“ erläutert Prof. Dr. Beate Blättner, derzeit Studiengangsleitung für Hebammenkunde am Fachbereich Pflege und Gesundheit in Fulda, warum sich der Fachbereich entschieden hat, hier Stellen zu schaffen. „Promovierte Hebammen sind in Deutschland Mangelware. Eine Akademisierung eines Berufsstandes geht aber nicht ohne Wissenschaftlerinnen. Gerade angesichts der zu erwartenden Veränderungen der Ausbildung sind wir in der Verpflichtung unter Beweis zu stellen, dass die Hebammenwissenschaft den Beruf und die Versorgungsstrukturen voranbringen kann. Zwei Qualifikationsarbeiten können sicher nur einen ganz kleinen Beitrag dazu leisten, aber sie sind ein Anfang.“ Die Professorin spielt darauf an, dass der Bundestag ein Gesetz verabschiedet hat, nach dem ab 2020 auch in Deutschland das Studium der Hebammenkunde der reguläre Ausbildungsweg wird. Der Bundesrat wird sich am 8.11. mit dem Gesetz befassen. „Wir werden in Fulda die Hebammenwissenschaft systematisch weiterentwickeln und hoffen dabei auf Unterstützung“ ergänzt Prof. Dr. Blättner.

Informationen zum Studiengang Hebammenkunde

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