Henriette-Fürth-Preis 2019 geht an Masterabsolventin Sozialraumentwicklung und -organisation

28.05.2019
v.l.: Prof. Dr. Lotte Rose, Geschäftsführung gFFZ, die Preisträgerin Christina Cazzini sowie Prof. Dr. Monika Alisch (Hochschule Fulda) und Prof. Dr. Michael May (Hochschule RheinMain), die die Arbeit betreuten. (Foto: Hochschule RheinMain)

Christina Cazzini für ihre herausragende Abschlussarbeit zur Frauen- und Genderforschung an Hessischen Hochschulen für angewandte Wissenschaften ausgezeichnet

Christina Cazzini hat ihr Studium im kooperativen Masterstudiengang „Soziale Arbeit im Schwerpunkt Sozialraumentwicklung und Sozialraumorganisation“ der Hochschulen Fulda und RheinMain mit der Studie „Protestformen im öffentlichen Raum als provokativer Widerstand oder notwendige Avantgarde zur Realisierung von Utopien?“ abgeschlossen und für diese Arbeit nun den desjährigen Henriette-Fürth-Preis für herausragende Abschlussarbeiten zur Frauen- und Genderforschung an Hessischen Hochschulen für angewandte Wissenschaften erhalten.

Die Autorin widmet sich den Protestformen feministischer Aktivistinnengruppen im öffentlichen Raum und geht dabei der Frage nach, inwieweit sie als Ausdruck des Politischen zu verstehen sind. Dazu nimmt sie zwei medial vielbeachtete Gruppierungen in den Blick: zum einen die russische Gruppe „Pussy Riot“, eine  regierungs- und kirchenkritische Punkrock-Band aus Moskau, von denen einzelne Mitglieder zeitweise inhaftiert wurden, zum anderen die Slut‐Walk-Bewegung (Schlampenmarsch), die ihren Ursprung in Kanada hatte, nachdem die Polizei zur Gewaltprävention vorgeschlagen hatte: „women should avoid dressing like sluts in order not to be victimized“. Beiden sozialen Bewegungen gemeinsam ist das provokante ‚Spiel‘ mit der schon von Freud angesprochenen Doppelfigur der Heiligen und Hure.

In ihrer Laudatio hob Prof. Dr. Lotte Rose, Geschäftsführerin des Gender- und Frauenforschungszentrum der Hessischen Hochschulen (gFFZ) hervor, dass die Masterarbeit von Frau Cazzini nicht nur durch ihr anspruchsvolles theoretisches Niveau besticht, sondern auch durch den innovativen Gegenstand. Die Fachjury hob in ihrer Begründung für diese Preisvergabe hervor, dass es der Autorin exzellent gelungen sei, Möglichkeiten und Grenzen der subversiven Umdeutung und Ironisierung heteronormativer Alltäglichkeiten als symbolpolitischen Widerstand gegen hegemoniale Verhältnisse zugänglich zu machen.

Der Preis ist mit 500 Euro dotiert und geht zum dritten Mal an eine Absolventin des kooperativen Masterstudiengangs „Soziale Arbeit im Schwerpunkt Sozialraumentwicklung und -organisation“. Betreut wurde die Masterarbeit von Prof. Dr. Michael May (Hochschule RheinMain) und Prof. Dr. Monika Alisch (Hochschule Fulda). Verliehen wurde der Preis am 23. Mai im Rahmen der 2. Fachtagung des hochschulübergreifenden Promotionszentrums Soziale Arbeit, an dem Christina Cazzini ab September 2019 auch an ihrer Dissertation, betreut von Prof. Dr. Jutta Buchner-Fuhs, arbeiten wird.

zurück