Hitzeaktionspläne in Deutschland

14.08.2019

Was passiert in Deutschland zum Schutz der Gesundheit bei Hitzeextremen?

Foto: Henny Annette Grewe

Neues Projekt erforscht, welche Wirkung Handlungsempfehlungen zur Klimaanpassung unter dem Aspekt menschliche Gesundheit bei Hitzeextremen haben.

Auch wenn der August eher kühl ist in Deutschland, im Juni und Juli 2019 wurden einige extreme Hitzetage erreicht. Solche Hitzeextreme werden mit dem Klimawandel wahrscheinlicher. Seit dem Hitzesommer 2003 ist bekannt, dass insbesondere ältere und chronisch kranke Menschen daran sterben können; 7000 zusätzliche Todesfälle wurden in Deutschland geschätzt. Auch mental beeinträchtigte Menschen und Kleinkinder sowie sogenannten Outdoorworker zählen zu den besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen. Eine stärkere Gefährdung von sozial benachteiligten Gruppen wird diskutiert, lässt sich aber für Deutschland nicht nachweisen.

Ausgehend von den WHO-Leitlinien zur Erstellung von Hitzeaktionsplänen von 2008 wurden in einer vom Bundesumweltministerium (BMU) geleitete ehemalige Bund/Länder Ad-hoc Arbeitsgruppe ‚Gesundheitliche Anpassung an die Folgen des Klimawandels‘ (GAK) Handlungsempfehlungen für die Erarbeitung von Hitzeaktionsplänen für die Reduzierung der Gefährdung der menschlichen Gesundheit durch Hitze und erhöhte Sonneneinstrahlung entwickelt und 2017 veröffentlicht. Wie aber sieht die Praxis in Deutschland aus?

„Wir möchten gemeinsam mit unserem Kooperationspartner adelphi herausfinden, wie sich die Handlungsempfehlungen der GAK auf Länder und Kommunen ausgewirkt haben, welche Hitzeaktionspläne es in Deutschland gibt und welche Maßnahmen zur Prävention von gesundheitlichen Schäden aufgrund von Hitzeextremen in Deutschland gibt“ berichtet Prof. Dr. Henny Annette Grewe, die Projektleitung im Fachbereich Pflege und Gesundheit. „Über die Evaluation hinaus haben wir in dem dreijährigen Projekt auch einen Beratungsauftrag für Kommunen vom Umweltbundesamt, das das Vorhaben fördert. Es ist insofern ein Projekt, mit dem auch die Transferleistungen der Hochschule gestärkt werden.“

Hitzeaktionspläne enthalten neben Maßnahmen für den Akutfall, die bis Bereitstellung von kühlen Räumen für gefährdete Bevölkerungsgruppen gehen können, immer auch mittel- und langfristige Maßnahmen z. B. der Stadtplanung, sowie ein Monitoring des Erfolgs bzw. des Krankheitsgeschehens während Hitzeereignissen.

Informationen zum Projekt: https://www.hs-fulda.de/pflege-und-gesundheit/forschung/forschungsschwerpunkte/klimawandel-und-gesundheit/hitzeaktionsplaene

Informationen zu den Studiengängen des Fachbereichs: https://www.hs-fulda.de/pflege-und-gesundheit/studieninteressierte/

Kontakt

Prof. Dr.

Henny Annette Grewe

Medizinische Grundlagen der Pflege

Gebäude 31 , Raum 102
Prof. Dr.Henny Annette Grewe+49 661 9640-625
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