Hochkarätig besetzte iranische Delegation besucht Hochschule Fulda

22.10.2018
Präsidenten der renommiertesten Hochschulen des Irans waren zu Besuch an der Hochschule Fulda. Sie informierten sich über das deutsche Hochschulsystem und über die Möglichkeiten zum Ausbau von Kooperationen. (Foto: Robert Groß)

Hochschulpräsident Prof. Dr. Karim Khakzar sieht großes Potenzial in der wissenschaftlichen Zusammenarbeit Deutschlands und des Irans.

 

Eine große Delegation von Präsidenten der renommiertesten staatlichen Universitäten im Iran hat die Hochschule Fulda besucht. Vertreten waren insgesamt elf iranische Universitäten. Alleine acht der insgesamt 13 offiziellen Exzellenz-Universitäten des Landes nahmen an dem Besuch teil. Die Hochschulvertreter informierten sich auf Einladung der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) über das deutsche Hochschulsystem und die Möglichkeiten zum Ausbau von Kooperationen. Hochschulpräsident Prof. Dr. Karim Khakzar stellte ihnen am Mittwoch am Beispiel der Hochschule Fulda die Stärken und Potenziale der deutschen Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAWs) vor. Daneben standen auch Termine an der Technischen Universität Darmstadt und der Universität Marburg auf dem Programm. Begrüßt wurde die iranische Delegation am Vorabend im Stadtschloss durch Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld, der auf die Bedeutung der Internationalisierung der Hochschule Fulda für die Stadt und die Region hinwies und den sichtlich beeindruckten Gästen aus dem Iran im Fürstensaal und im Grünen Zimmer einen kurzen Einblick in die Geschichte Fuldas geben konnte.

Khakzar engagiert sich bereits seit vielen Jahren in seiner Funktion als Vizepräsident der HRK für den Austausch zwischen deutschen und iranischen Hochschulen und für den Aufbau eines Kooperationsnetzwerks. „Traditionell existieren seit mehr als 100 Jahren vielfältige Verbindungen zwischen den Bildungseinrichtungen beider Länder. Der Besuch ist eine herausragende Möglichkeit, die Zusammenarbeit auf Leitungsebene auf- und auszubauen – trotz nicht ganz einfacher politischer Rahmenbedingungen“, sagte er. Der Besuch solle im Wesentlichen dazu dienen, führende iranische Hochschulvertreter mit drei unterschiedlichen deutschen Hochschultypen und ihren Besonderheiten vertraut zu machen. „Der internationale Austausch von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Studierenden dient nicht nur Bildung und Forschung, sondern ist auch ein wichtiger Beitrag zur Völkerverständigung, vor allem mit Blick auf die jungen Menschen,“ betonte der Fuldaer Hochschulpräsident.

Der Iran besitzt eine sehr junge Bevölkerung und ein hochentwickeltes Bildungssystem mit über vier Millionen Studierenden. Die staatlichen Hochschulen im Iran sind studiengebührenfrei und können nur etwa 20 Prozent der Studierenden aufnehmen. Sie genießen die höchste Reputation. Die Aufnahme der Studierenden erfolgt nach einem anspruchsvollen Auswahlverfahren mit zentraler Zulassungsprüfung für das ganze Land. „Wer hier studiert, zählt zu den erfolgreichsten Studierenden und damit zu einer kleinen Elite“, weiß Khakzar. „Das iranische Hochschulsystem öffnet sich zunehmend internationalen Kooperationen und die deutschen Hochschulen haben einen hervorragenden Ruf. Sie sollten daher eine zentrale Rolle mit Blick auf die internationalen Kooperationen spielen“, ist er überzeugt. Von der Zusammenarbeit in Lehre und Forschung und vom Wissenstransfer könnten beide Seiten profitieren.

Der Besuch fand im Rahmen des vom Bundesministerium für Wissenschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) geförderten Programms „Dialogue on Innovative Higher Education Strategies“ (DIES) zur Stärkung der Hochschulzusammenarbeit mit Ländern des globalen Südens statt. Bereits 2017 hatte Khakzar als HRK-Vizepräsident mit einer Delegation deutscher Hochschulvertreter mehrere Universitäten in Teheran besucht mit dem Ziel, die deutsch-iranische Zusammenarbeit zu befördern. Die Zahl der Kooperationen zwischen deutschen und iranischen Hochschulen hat sich in den letzten Jahren bereits auf über 80 mehr als verdoppelt. Rund 8.000 iranische Studierende waren im Studienjahr 2017 an deutschen Hochschulen eingeschrieben. Damit belegt der Iran Platz 3 bei den Herkunftsländern außerhalb Europas hinter China und Indien. Die Hochschule Fulda kooperiert unter anderem mit der Guilan University (Rasht) und der Isfahan University of Technology.

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