(Inklusive) Bewegungsförderung in der Kita

01.10.2018
Interaktive Bewegungsstation zum Thema Inklusion mit Maria Engler. Foto: Dr. Jan Ries (HS Fulda)
Foto: Dr. Jan Ries (HS Fulda)
Foto: Ute Weber (HS Fulda)
Foto: Dr. Jan Ries (HS Fulda)

Unter dem Motto „Abenteuerland Bewegungsförderung“ sensibilisierten die Akteur*innen des RIGL-Fulda-Projekts Inklusive Bewegungs-, Sport-, Freizeit- und Gesundheitsangebote (RinkA) bei einem Fachtag für Erziehende und Kinder-Tagespflegepersonen im Jugendzentrum Ronneburg für das Thema Bewegungsförderung auch im Hinblick auf Inklusion. Unterstützt wurden sie dabei von Studierenden des Fachbereichs Sozialwesen der Hochschule Fulda sowie dem Team des Hochschulsports.

Die gut 100 teilnehmenden Personen wurden in einem Fachvortrag von Dr. Jan Ries zunächst zum Thema Bewegungsförderung allgemein und besonders in Hinblick auf die Bildungsziele des Hessischen Bildungs- und Erziehungsplanes (BEP) im Bereich Bewegung informiert. Aufgezeigt wurden die medizinischen, psychologischen und sozialwissenschaftlichen Zusammenhänge sowie Einflussfaktoren von Bewegung auf das Selbstkonzept und das Selbstvertrauen von Kindern. Dr. Jan Ries verdeutlichte, welche Bewegungs- und Spielräume Kindern ermöglichen, sich gesund entwickeln zu können, damit sie mit allen Sinnen Basiskompetenzen wie z. B. Bewegungsvertrauen, Kreativität und Teamgeist entfalten können.

Um den Teilnehmenden den Transfer der theoretischen Hintergründe in die berufliche Praxis zu erleichtern, durchliefen die Fortbildungsbesucher*innen im Anschluss in Kleingruppen neun interaktive Bewegungsstationen. Diese orientierten sich an den fünf Bildungszielen des BEP im Bereich Bewegung wie Motorik, Selbstkonzept, Motivation, soziale Beziehungen, Kognition.

Unter dem Gesichtspunkt der Inklusion präsentierte Maria Engler, Projektleiterin von RinkA und Mitarbeiterin des Hochschulsports der Hochschule Fulda, eine Bewegungsstation. Ziel des Angebotes war es, die Teilnehmenden für das Thema Inklusion und Bewegungsförderung zu sensibilisieren. Beginnend bei der Aufklärung über die rechtlichen Rahmenbedingungen der UN-Behindertenrechtkonvention bis hin zu den Unterscheidungskriterien von Exklusion, Separation, Integration und Inklusion erfuhren die Erziehenden in Theorie und Praxis, wie ein inklusives Bewegungsangebot konzipiert werden kann. Die Erziehenden erarbeiteten, auf welche Art und Weise sich Übungen modifizieren lassen, um mit heterogensten Gruppen arbeiten zu können. Nach einigen Übungen, bei denen verschiedene Behinderungen simuliert wurden, äußerten die Teilnehmenden den Wunsch, vermehrt auf diese Art und Weise geschult zu werden, um ihr Empfindungsspektrum erweitern zu können.

Im Setting des Fachtages thematisierte die RinkA-Projektkoordinatorin Ute Weber das Thema inklusive Gesundheitsförderung, indem sie eine bewegte Verbindung der Themenfelder Sport, Ernährung und Hygiene zog. Die weiteren Stationen des Fachtages wurden von Studierenden des Fachbereichs Sozialwesen betreut und zeigten Bewegungs- und Gesundheitsförderung durch Kinderyoga, Entspannungsübungen, Spiele mit dem Schwungtuch, Naturmaterialien und Bewegungsgeschichten.

Für die weitere Arbeit im Bereich Inklusion und Bewegungsförderung sehen die RinkA-Akteure Handlungsbedarf in der Aufklärung und Sensibilisierung der Erziehenden bereits in deren Ausbildung bzw. in spezifischen Fortbildungen für Erziehende. RinkA sieht das als Auftrag, durch weitere Schulungen den Transfer zwischen Forschung und Praxis zu schaffen.

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