Kinder im KZ Theresienstadt

19.06.2017
Edith Erbrich Edith Erbrich berichtete in ihrer Eröffnungsrede über das Leben im KZ Theresienstadt und über ihr Leben als halbjüdisches Mädchen in Frankfurt am Main. (Foto: Fachbereich Sozialwesen)

Ausstellung in der Hochschul- und Landesbibliothek eröffnet / noch bis 12. Juli 2017 kostenfrei zu sehen

„Kinder im KZ Theresienstadt“ lautet der Titel der Ausstellung des Fachbereichs Sozialwesen an der Hochschule Fulda, die in der vergangenen Woche eröffnet wurde und die noch bis 12. Juli im Foyer der Hochschul- und Landesbibliothek auf dem Hochschulcampus kostenfrei zu sehen sein wird.

Edith Erbrich berichtete in ihrer Eröffnungsrede über das Leben im KZ Theresienstadt und über ihr Leben als halbjüdisches Mädchen in Frankfurt am Main. 1937 als Edith Bär geboren, wuchs sie im Frankfurter Ostend auf, wurde während der Bombenangriffe verschüttet und schließlich im Jahr 1945 gemeinsam mit ihrer Schwester, ihrem Cousin und ihrem Vater als „Halbjüdin“ in das KZ Theresienstadt deportiert. Mit diesem letzten großen Transport aus Frankfurt/Main wurden 616 Menschen deportiert. Die Familie Bär wurde dort getrennt. Edith, zu diesem Zeitpunkt sieben Jahre und drei Monate alt, musste schließlich ohne ihre Familie den KZ-Alltag meistern und überleben. Am 8. Mai 1945 wurde sie und ihre Familie befreit. Die Deportation in das KZ Auschwitz und damit die endgültige Vernichtung war für den 9.Mai 1945 vorgesehen.

Die rund 100 Gäste, die zur Ausstellungseröffnung gekommen waren,  zeigten sich vor allem von den Berichten über die „Beugehaft“ ihrer Mutter erschüttert. In unmittelbarer Nähe der heutigen Einkaufsstraße Zeil in Frankfurt/Main wurde Edith Erbrichs Mutter mutmaßlich drei Wochen festgehalten und (erfolglos) gefoltert, um in die Scheidung von ihrem jüdischen Ehemann einzuwilligen.

Edith Erbrich führte das Auditorium schließlich durch die Wanderausstellung, die der Studienkreis Deutscher Widerstand 1933-1945 e.V. gestaltet hat. Die Ausstellung lässt indirekt über Zeichnung und Gedichte, aber auch direkt über Schilderungen die Betroffenen zu Wort kommen und ermöglicht so eine individuelle intensive Beschäftigung mit den Exponaten und dem Thema.

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