Konzern- und anfechtungsrechtliches Haftungsmodell für Sicherheitengeber an der Universität Halle vorgestellt

09.09.2019

Prof. Dr. Skauradszun entwickelt neue Gesamtlösung für die Konzerninsolvenz

Auf Einladung der KTS-Tagung der Insolvenzrechtslehrer sprachen am 5. und 6. September 2019 die Wissenschaftler Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Karsten Schmidt (Bucerius Law School), Univ.-Prof. Dr. Sebastian Mock, LL.M. (Wirtschaftsuniversität Wien), Univ.-Prof. Dr. Christian Berger, LL.M. (Universität Leipzig) und Prof. Dr. Dominik Skauradszun an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

Prof. Skauradszuns Vortrag hatte den Titel „Möglichkeiten und Grenzen der Anfechtung nach §§ 143 Abs. 3, 135 Abs. 2 InsO bei Sicherheiten durch Schwestergesellschaften in deren Insolvenz“. Er wies in einem umfangreichen Befund nach, dass die von ihm untersuchte und in der Praxis sehr wichtige Fallgruppe bislang mit keiner der zahlreichen Entscheidungen des Bundesgerichtshofs und der Obergerichte zu diesem Anfechtungstatbestand gelöst werden kann und keine der bisher im Schrifttum entwickelten Fallgruppen bei der Konzerninsolvenz der bloß absichernden und später freiwerdenden Schwestergesellschaften einschlägig ist.

Ausgehend von diesem Befund stellte er ein neu entwickeltes Lösungsmodell vor, das seine besondere Stärke dadurch hat, dass es mit den Wertungen des Vertragskonzernrechts in Einklang steht (§§ 291 ff. AktG) und die Risiken bei der Konzernfinanzierung dort verortet, wo sie nach schuld- und gesellschaftsrechtlichen Wertungen hingehören, nämlich bei der darlehensnehmenden Konzerngesellschaft und der Konzernmutter.

Seine sechs Thesen sindhier nachlesbar. Die Arbeit wird in Heft 1 der Archivzeitschrift KTS erscheinen. Sie geht auf ein Rechtsgutachten zurück, welches Prof. Skauradszun 2018 und Anfang 2019 zusammen mit Dr. Andreas Spahlinger und Dr. Matthias Tresselt erarbeitet hatte und dessen Thematik Gegenstand des ersten insolvenzrechtlichen Moot Court am Landgericht Fulda mit dem 4. Semester des Studiengangs Wirtschaftsrecht war. Der damalige Presseartikel kannhiereingesehen werden.

In der Schlussphase des Projekts waren die Mitarbeiter Steffen Schädel, Lukasz Urner, Maja Erbe und Pauline Hohmann beteiligt.

 

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