Kritik an der globalen COVID-19-Impfstrategie

14.07.2021

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Professor des Fachbereichs analysiert die Schwächen der weltweiten Impfkampagne und fordert ein Aussetzen von Patenten.

In einem Beitrag der Zeitschrift „Gesundheit und Gesellschaft“ (G+G) des AOK-Bundesverbands warnte der Fuldaer Prof. Dr. Dr. Jens Holst, eine Pandemie lasse sich nur durch weltweit abgestimmtes und wirksames Vorgehen besiegen. Denn Pandemien sind ein globales Problem und erfordern daher globale Antworten.

Globale Gesundheitspolitik ist allerdings in starkem Maße von nationalen Egoismen geprägt, so Prof. Holst, der den Studiengang International Health Sciences leitet. Dies verdeutliche der globale Run auf COVID-19-Impfstoff, in dem sich die reichen Staaten nahezu die gesamte Produktion unter den Nagel gerissen haben. Zwar hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit Unterstützung der EU und einzelner reicher Länder die Initiative “Covid-19 Vaccines Global Access” (COVAX) ins Leben gerufen, um weltweit Impfstoff verfügbar zu machen. Doch bisher haben sich die finanzstarken Industriestaaten den Großteil der Vakzine gesichert, in den armen Ländern der Erde komme bisher kaum etwas an, kritisiert Prof. Holst in G+G. Anstatt auf die Gnade reicher Staaten zu setzen, „sollte die internationale Staatengemeinschaft in der Welthandelsorganisation WTO als zuständiger globaler Behörde den Patentschutz für Corona-Impfstoffe aussetzen“. Um allen Menschen schnell Zugang zu COVID-19-Impfstoffen zu bieten, sei eine Patentaussetzung aussichtsreicher als die nur „zögerlich anlaufende Covax-Initiative“, so Prof. Holst, und kritisiert dabei explizit die blockierende Haltung der deutschen Bundesregierung. Gerade in der COVID-19-Krise könne die Bundesregierung unter Beweis stellen, dass sie es mit ihrer Global-Health-Strategie ernst meint und das Recht auf Gesundheit höher gewichtet als das Recht auf Gewinne der Impfstoffhersteller.

Den Artikel „Corona treibt den Globus um“ aus G&G finden Sie hier.

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