Laborarbeit, Strandleben und Fleischbällchen

28.10.2017
Pia Uthe studiert Lebensmitteltechnologie in der Variante "Plus"
Pia Uthe hat ihr Auslandsjahr in Helsinki und auf Teneriffa verbracht. Foto: Hochschule Fulda

Wer im Studiengang "Lebensmitteltechnologie" die Variante "Plus" wählt, verbringt ein Jahr im Ausland. Für Pia Uthe war das "die beste Entscheidung, die ich treffen konnte."

Vier Monate Finnland, drei Monate Spanien – was sich auf den ersten Blick nach Urlaubsreisen in den Semesterferien oder nach der Schule anhört, war für Pia Uthe ein Pflichtteil ihres Studiengangs Lebensmitteltechnologie (LT) an der Hochschule Fulda. Denn die 26-Jährige hat sich für die Studiengangsvariante „Plus" entschieden. In dieser Verlaufsvariante des regulären Bachelorstudiengangs sind Auslandsaufenthalte an Partneruniversitäten sowie Praktika in ausländischen Unternehmen ab dem 6. Semester vorgeschrieben und zudem Grund dafür, dass das Studium 8 statt 7 Semester dauert.

„Ehrlich gesagt kann ich überhaupt nicht verstehen, warum sich nicht alle Studierende für LT Plus entscheiden", sagt Pia Uthe schulterzuckend. „Das ist eine tolle Gelegenheit andere Menschen und Kulturen kennenzulernen, seine Sprachkenntnisse zu verbessern und das auch noch für das spätere Berufsleben nutzen zu können. Für mich war es jedenfalls die beste Entscheidung, die ich treffen konnte." Erst im August ist die quirlige Studentin der Hochschule Fulda von ihrem dreimonatigen Auslandspraktikum an der Universidad de La Laguna auf Teneriffa zurückgekommen.

Im Wintersemester davor war die Studentin in Helsinki. An der Uni auf Teneriffa war Pia Uthe als Bachelorandin tätig und führte Versuche mit der Nutzpflanze Alfalfa zur Gewinnung von Bioethanol durch. „Darüber schreibe ich jetzt auch meine Bachelorarbeit, und das auch auf Englisch", betont sie stolz. Glückstreffer Helsinki Die Studiengangsvariante „Plus" war es unter anderem auch, weshalb sich die Niedersächsin 2013 für die Hochschule Fulda entschieden hat. „Ich wollte mich am liebsten schon vor Studienbeginn für LT Plus bewerben. Das kann man aber aufgrund verschiedener Voraussetzungen wie Notendurchschnitt und Modulbelegung erst ab dem 3. Semester."

Helsinki stand ursprünglich nicht auf ihrer Wunschliste. „Der Fachbereich Lebensmitteltechnologie hat Partneruniversitäten in Spanien, Irland, Ungarn, Tschechien und Finnland. Ich wollte eigentlich unbedingt nach Irland." Das wollten jedoch auch einige Kommilitoninnen und Kommilitonen, und deswegen bekam sie nach einem Auswahlverfahren einen Platz für die Metropolia University of Applied Sciences Helsinki angeboten. Es erwies sich als absoluter Glückstreffer: „Meine Zeit dort war der absolute Hammer! Die Stadt ist klasse, die Kultur ist toll und die Leute sehr nett. Aber man sollte schon ein kleines finanzielles Polster mitbringen. Denn Finnland ist nicht preiswert." Mit einem Augenzwinkern fügt sie hinzu: „Aber das Essen in der Mensa ist günstig."

An der Uni hat sie gemeinsam mit drei Finninnen und einer Deutschen an einem Innovationsprojekt gearbeitet: Sie entwickelte für eine finnische Firma Fleischbällchen mit Malzpanade. Auf Teneriffa arbeitete die Studentin sehr viel im Labor. Ihr Fuldaer Professor Dr. Uwe Grupa hatte ihr geholfen, den Platz an der Universität zu bekommen. „Eigentlich hätte ich die Praxisphase lieber in einem ausländischen Unternehmen absolviert. Aber es war für mich überraschend schwierig, ein Praktikum zu bekommen. Deswegen habe ich meinen Professor um Hilfe gebeten." Prof. Grupa wusste, dass auf Teneriffa zum Thema „Nachhaltige Kraftstoffe" geforscht wird und deswegen dort auch Bacheloranden gesucht wurden. „Von der Uni wurde mir das Thema angeboten und ich habe zugesagt." Im Vergleich schneidet für Pia Uthe ihre Zeit in Finnland besser ab. „In Spanien war die Laborarbeit cool, der Betreuer toll und die Möglichkeit, zwischen Arbeit und Strandleben zu switchen super. Aber Helsinki ist einfach nicht zu toppen."

Ein weiterer ausschlaggebender Grund, warum sich Pia Uthe für Fulda entschieden hat, war neben der internationalen Studienkomponente, „dass man hier in Lebensmitteltechnologie als Allrounder ausgebildet wird. Wir müssen uns nicht bereits im zweiten Semester auf die Herstellung von Süßwaren, Getränke oder Fleisch spezialisieren. Wir können alle Bereiche kennenlernen und haben zum Ende des Studiums die Möglichkeit, gezielt Module für eine Fachrichtung auszuwählen." Diese breitgefächerte Ausbildung ermöglicht der passionierten Handballspielerin, sich jetzt gezielt für einen Master zu entscheiden. „Ich möchte gerne in Richtung Nachhaltigkeit gehen. Aber dazu mache ich mir erst nach Abgabe der Bachelorarbeit im Herbst Gedanken."

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