Mehr Plätze für Hebammen-Ausbildung in Hessen

24.03.2021
 In Fulda, Frankfurt und Gießen soll es künftig insgesamt mindestens 140 Studienplätze pro Jahr für Hebammen geben.

Mit ihrem dualen Bachelorstudiengang Hebammenkunde leistet die Hochschule Fulda bereits seit 2012 Pionierarbeit. Foto: Alexander Mengel/Hochschule Fulda

In Fulda, Frankfurt und Gießen wird es künftig insgesamt mindestens 140 Studienplätze pro Jahr für Hebammen geben.

Damit wird in Hessen nicht nur, wie vom Bundesgesetzgeber vorgesehen, die Hebammenausbildung ab 2023 vollständig in Form eines Dualen Studiums angeboten. Die Kapazität übertrifft dank finanzieller Unterstützung der Landesregierung sogar die der bisherigen Ausbildungswege. Dort standen in Hessen bisher insgesamt rund 120 Plätze zur Verfügung. Die Vereinbarung haben Wissenschaftsministerin Angela Dorn und die beteiligten Hochschulen, Universitäten und Universitätsklinika heute in Wiesbaden vorgestellt.

Pionierarbeit seit 2012
Die Hochschule Fulda leistet mit dem dualen Bachelorstudiengang Hebammenkunde bereits seit 2012 Pionierarbeit. Sie wird künftig mit der Philipps-Universität Marburg und dem Uniklinikum Gießen und Marburg (UKGM, Standort Marburg) kooperieren. In den kommenden beiden Jahren richten die Frankfurt University of Applied Sciences in Kooperation mit der Goethe-Universität und der Uniklinik Frankfurt sowie die Technische Hochschule Mittelhessen (THM) in Kooperation mit der Justus-Liebig-Universität Gießen und dem UKGM (Standort Gießen) weitere Studiengänge ein. Damit werden Nord-, Mittel- und Südhessen gut abgedeckt und die Grundversorgung in Hessen sichergestellt.

„Ich freue mich sehr, dass es uns gelingt, die Ausbildung nicht nur mit der Akademisierung auf eine neue Ebene zu heben, sondern auch die Kapazität deutlich zu steigern – denn diese zusätzlichen Fachkräfte werden gebraucht“, erklärte Wissenschaftsministerin Angela Dorn. „Hebammen sind bereits jetzt hervorragend ausgebildet; die Akademisierung trägt ihrer entscheidenden Rolle zusätzlich Rechnung. Auf ihren Schultern lastet eine sehr hohe Verantwortung: Sie stehen Frauen und Familien vor, während und nach der Geburt mit großem Wissen und hohem Einsatz beiseite. Auch die akademische Ausbildung wird sowohl theoretisch und praktisch fundiert als auch interdisziplinär und interprofessionell angelegt sein. Mit ihr ist das Ziel verbunden, die Hebammenwissenschaften als eigenständiges Forschungsgebiet weiterzuentwickeln und wissenschaftlichen Nachwuchs auszubilden.“

„Die Hochschule Fulda hat mit der Einführung eines Bachelorstudiengangs vor knapp zehn Jahren die ersten Schritte auf dem Weg zur Akademisierung der Hebammen gemacht“, erklärt Hochschulpräsident Prof. Dr. Karim Khakzar. „Bereits seit diesem Wintersemester bieten wir in Kooperation mit mehreren Kliniken einen akkreditierten Studiengang nach dem neuen Berufsgesetz für Hebammen an. In Kürze werden in Zusammenarbeit mit der Universität Marburg und dem Uniklinikum Gießen und Marburg mindestens weitere 20 Studienplätze hinzukommen. Damit ist die Hochschule Fulda in Hessen die größte Ausbildungsstätte, die Hebammen eine hochwertige, akademische Ausbildung anbietet und die zugleich den wissenschaftlichen Nachwuchs sichern wird."

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