Mehr Vollstudienplätze in der Medizin

16.10.2018
Absichtserklärung für mehr Vollstudienplätze Medizin
Vertreter*innen der Kooperationspartner und Wissenschaftsminister Boris Rhein haben im Fuldaer Stadtschloss eine Absichtserklärung für mehr Vollstudienplätze Medizin unterzeichnet. (Foto: Peter Diehl/Hochschule Fulda)

Philipps-Universität Marburg, Hochschule Fulda und Klinikum Fulda arbeiten bei Ausbildung von Humanmediziner*innen zusammen.

Die Hessische Landesregierung will die Anzahl der Medizinstudienplätze im klinischen Studienabschnitt erhöhen. Damit soll auch die medizinische Versorgung im ländlichen Raum gestärkt werden. Bei einer Pressekonferenz im Fuldaer Stadtschloss ist jetzt eine Absichtserklärung unterzeichnet worden. Sie soll die Grundlage für die vollständige Umwandlung so genannter Teilstudienplätze in Vollstudienplätze in der Marburger Humanmedizin bilden.

Teilstudienplätze müssen nach geltender Rechtsprechung dann ausgewiesen werden, wenn für das erste Fachsemester des Studiengangs Humanmedizin rechnerisch mehr Studienplätze ermittelt werden als für das erste klinische Fachsemester (fünftes Fachsemester) zur Verfügung stehen. Sobald der Erste Abschnitt der Ärztlichen Prüfung (früher „Physikum“) erfolgreich bestanden ist, werden die Studierenden exmatrikuliert. Sie müssen sich dann in ganz Deutschland für einen Studienplatz im klinischen Studienabschnitt bewerben oder das Studium im Ausland fortsetzen.

Feste Teilstudienplätze im Studiengang Humanmedizin gibt es in Hessen derzeit nur an der Philipps-Universität Marburg. Im kommenden Wintersemester soll in einer Pilotphase 40 Studierenden, die ihr Medizinstudium mit einem Teilstudienplatz begonnen haben, der Übergang in das klinische Studium in Marburg ermöglicht werden. Im Wintersemester 2019/2020 sollen es schon 80 klinische Studienplätze sein, im Wintersemester 2020/2021 dann 185.

Kooperationen bestehen bereits
Die Philipps-Universität Marburg kooperiert bereits mit dem Klinikum Fulda, das als Campus Fulda der Universitätsmedizin Marburg seit Ende 2014 Bestandteil der universitären Ausbildung von Humanmedizinern ist. Die Hochschule Fulda will sich als weiterer Partner an der bestehenden Kooperation beteiligen und damit auch anteilig Ausbildungsleistungen erbringen.

„Aus Sicht des Landes Hessen besteht ein originäres Interesse daran, seinen medizinischen Nachwuchs bis zum vollständigen Abschluss des Studiums selbst auszubilden“, sagte Wissenschaftsminister Boris Rhein. „Wir versprechen uns hiervon einen Beitrag dahingehend, dass angehende Ärzte nach Möglichkeit dauerhaft in Hessen verbleiben und sich auch in vorwiegend ländlich geprägten Regionen niederlassen.“

„Mit der Unterzeichnung der gemeinsamen Absichtserklärung dokumentieren wir die herausragende Bedeutung der Kooperation für die Studierenden der Medizin der Universität Marburg, für das Klinikum Fulda sowie die gesamte Region, aber auch die großartige Chance zur weiteren Profilierung der Gesundheits- und Pflegewissenschaften an der Hochschule Fulda”, sagte Professor Dr. Karim Khakzar, Präsident der Hochschule Fulda.

„Das ist wirklich eine außerordentlich wichtige Entscheidung für den Standort Fulda und auch für die Zukunft der medizinischen Versorgung der Region Nord- und Osthessen“, kommentierte Dr. Heiko Wingenfeld, Oberbürgermeister von Fulda und Aufsichtsratsvorsitzender des Klinikums Fulda. „Damit wird es erstmals seit Schließung der damaligen Universität Fulda vor mehr als 200 Jahren wieder möglich sein, in Fulda den klinischen Teil eines Medizinstudiums zu absolvieren.”

zurück