Modernste Labore für Lehre und Forschung

14.07.2016
Eines der bestausgestatteten Labore in Deutschland: 20 Prüfkabinen stehen im Labor Lebensmittelsensorik und Konsumentenforschung zur Verfügung. Das erlaubt statistisch sehr gut abgesicherte Ergebnisse.
Bei Fragestellungen rund um die Akzeptanz und Präferenz von Lebensmitteln führt Laboringenieurin Louisa Page sensorische Verbrauchertests durch. Dazu steht ein separater Fokusgruppenraum zur Verfügung, der für Gruppendiskussion geeignet ist.
Im Labor Molekular- und Zellbiologie werden Zellen sichtbar gemacht und ablaufende Prozesse untersucht.
Laboringenieurin Inga Richter präsentiert das Floureszensmikroskop im Labor Molekular- und Zellbiologie, mit dem etwa die Reaktionen von Krebszellen auf Inhaltsstoffe der Ernährung untersucht werden können.
Bis zu 24 Arbeitspätze stehen im Labor Diätetik und Lebensmiottelverarbeitung zur Verfügung.
Welche Lebensmittel eignen sich bei Diabetes oder Krebserkrankungen? Im Labor Diätetik und Lebensmittelverabreitung finden die Studierenden Antworten darauf.
Laboringenieur Martin Dölz in einer Übung mit Studierenden im Labor Diätetik und Lebensmittelverarbeitung.
Alles vernetzt und überwacht: Im Labor Haushalts- und Versorgungstechnik untersucht Prof. Dr. Sascha Skorupka mit Studierenden beispielsweise die Wirkung von Waschmitteln bei unterschiedlichen Temperaturen auch hinsichtlich der Energieeffizienz.
Laboringenieur Roman Lubnow stellt die technischen Geräte im Großküchenlabor vor, mit denen die Studierenden unter realen Bedingungen arbeiten können - energieeffizient und prozessoptimiert.
Vor allem die Studierenden des Bachelor-Studiengangs Wirtschaftsingenieur/in LifeCycle Catering können in der Großküche wertvolle Praxiserfahrungen sammeln.

Deutschlandweit an der Spitze: In den neuen Laboren des Fachbereichs Oecotrophologie arbeiten die Studierenden mit einer technischen Ausstattung, die auf dem neuesten Stand ist.

„Was unsere Lehrlabore angeht, können wir mit Fug und Recht behaupten, in Deutschland führend zu sein“, zeigt sich Prof. Dr. Marc Birringer, Dekan des Fachbereichs Oecotrophologie an der Hochschule Fulda, rundum zufrieden. Insgesamt fünf neue Labore hat sein Fachbereich kürzlich in Betrieb genommen. Davon profitieren vor allem die Studierenden. „Bei uns sind die Forschungslabore zugleich Lehrlabore. Und damit haben die Studierenden die Möglichkeit, mit technischer Ausstattung auf dem neuesten Stand der Technik zu arbeiten und wertvolle Praxiserfahrung zu sammeln. Da sind wir deutschlandweit Vorreiter“, freut sich Birringer. Über insgesamt 10 Labore verfügt der Fachbereich Oecotrophologie mittlerweile – von der Mikrobiologie bis hin zum Großküchenlabor. „Das zeigt, wie breit das Studium bei uns thematisch gefächert ist“, betont Birringer.

Möglich wurde die Einrichtung neuer Labore, nachdem mit der Aufstockung eines Gebäudes zusätzliche Raumkapazitäten geschaffen worden waren. So entstand ein neues Labor für Molekular- und Zellbiologie sowie eines für Haushalts- und Versorgungstechnik. Die Bereiche Lebensmittelsensorik und Konsumentenforschung sowie Diätetik und Lebensmittelverarbeitung wurden ebenfalls in die neuen Räumlichkeiten verlegt und neu ausgestattet. Das Labor Großküche ist in der Mensa untergebracht. „Die getätigten Investitionen kommen direkt den Studierenden der Bachelor-Studiengänge im Fachbereich zu Gute. Die Labore stehen aber auch für Kooperationen mit akademischen und industriellen Forschungspartnern zur Verfügung. So lassen sich Lehre und Forschung optimal kombinieren“, erklärt Birringer.

Ins Innerste der Zellen vordringen

Zellen sichtbar machen und ablaufende Prozesse  verstehen – mit dem Fluoreszensmikroskop im Labor für Molekular- und Zellbiologie ist das nunmehr möglich. „Wir können damit beispielsweise die Reaktion von Krebszellen  auf Inhaltsstoffe der Ernährung untersuchen, und zwar in vitro, also außerhalb des menschlichen Körpers“, erläutert Birringer, der das Labor leitet. Das Spektrum an Analysetools kann sich sehen lassen:  Neben zellbiologischen Arbeiten stehen hier auch die erforderlichen Gerätschaften für Genom- und Transkiptomanalysen sowie für die Proteinanalytik zur Verfügung.  „Die Studierenden arbeiten meist in kleinen Projektgruppen“, erklärt Inga Richter, die als Laboringenieurin in die Planung und Umsetzung der neuen Räumlichkeiten eingebunden war. Eine Projektgruppe beispielsweise habe die Inhaltsstoffe des Löwenzahns analysiert, eine andere die Herkunft von Organismen bestimmt. Eine hochsensitive, auf -30 Grad Celsius gekühlte Kamera, die vergleichbare Leistungen wie astronomische Systeme erbringt, ermöglicht die Darstellung der Experimente und unterstützt die Diagnostik.

Diätetische Lebensmittel entwickeln und testen

Welche Lebensmittel eignen sich bei Diabetes oder Krebserkrankungen? Wie verändern sich Produkte wenn sie unterschiedlich verarbeitet werden? Wie lassen sich neue Lebensmittel entwickeln und testen? Im Labor Diätetik und Lebensmittelverarbeitung mit bis zu 24 Arbeitsplätzen finden die Studierenden Antworten auf diese Fragen. Moderne Messtechnologie macht es möglich, Produkte auf vielfältige Weise zu untersuchen. „Wir können unter anderem Messungen der Temperatur, der Feuchte, des pH-Werts, Farbmessungen oder Messungen der Textur der Lebensmittel durchführen und die Messergebnisse digital speichern und verarbeiten“, erläutert Laborleiterin Prof. Dr. Sigrid Hahn. „Diese Messungen werden insbesondere in den Übungen Lebensmittelverarbeitung, Produktentwicklung und der Projektarbeit eingesetzt“, ergänzt Laboringenieur Martin Dölz. Die aktuellen Studienprojekte nutzen das Labor außerdem zur Entwicklung von Rezepten oder zur Durchführung von Schulungseinheiten mit Senioren und Flüchtlingen.

Ressourcenschonend arbeiten in der Großküche

Im Studiengang Oecotrophologie Verpflegungs- und Versorgungsmanagement (VVM) gehören Stichwörter wie Energieeffizienz und Prozessoptimierung mittlerweile zum Standardvokabular. „In unserer neuen Großküche können wir unter realen Bedingungen arbeiten und gleichzeitig verschiedene Parameter über unsere Küchenleittechnik überwachen und auswerten“, macht Laboringenieur Roman Lubnow deutlich. Das Labor bietet den zukünftigen Verantwortlichen die Möglichkeit, die theoretisch erworbenen Erkenntnisse für den Bereich Großküche mit ausgewiesenem Praxis-Know-how zu verknüpfen und die eigenen Kompetenzen zu erweitern. Die Ausstattung ist dabei einer modernen Großküche nachempfunden und der gesamte Wertschöpfungsprozess einer Verpflegungseinheit (Speiseplanung, Beschaffung, Lagerung, Vorbereitung, Zubereitung, Ausgabe und Entsorgung) kann dargestellt werden. Vor allem die Studierenden des dualen Bachelor-Studiengangs Wirtschaftsingenieur/in LifeCycle Catering können in der Großküche wertvolle Praxiserfahrung sammeln.

Energieverbrauch im Haushalt senken

Haushalts- und Versorgungstechnik ist das Thema von Prof. Dr. Sascha Skorupka. In seinen Bereich fiel die Entwicklung eines neuen Labors für Haushalts- und Versorgungstechnik. Aufgeteilt in die Bereiche Kochen, Waschen sowie Kühlen und Trocknen können die Studierenden in Projektgruppen ihre Fragestellungen bearbeiten. Dazu stehen überall moderne Geräte zur Verfügung. „Eine Besonderheit dieses Labors ist die technische Vernetzung. Der Energieverbrauch der Geräte kann ständig überwacht und später ausgewertet werden“, erklärt Skorupka. So lässt sich beispielsweise die Wirkung von Waschmitteln bei unterschiedlichen Temperaturen auch hinsichtlich der Energieeffizienz untersuchen. „Ressourcenschonende Geräte zu entwickeln, liegt mittlerweile auch im Interesse der Hersteller, die ihre neuen Produkte bei uns im Labor testen lassen können.“

Sensorische Prüfmethoden für die Lebensmittelproduktion

Ob Limonade, Schokolade, Öl oder andere Lebensmittel –  im Labor für Lebensmittelsensorik und Konsumentenforschung können die Studierenden im Rahmen ihrer Projekte die unterschiedlichsten sensorischen Tests durchführen und auswerten. „Derzeit arbeiten wir verstärkt auch in den Bereichen Seniorenverpflegung und Smoothfoods,“ erklärt Laboringenieurin Louisa Page.  Insgesamt 20 Prüfkabinen, eigene Bereiche für die Sensorik und separate Fokusgruppenräume verschaffen dem Labor ein optimales Arbeitsumfeld. Louisa Page erläutert die Vorteile der neuen Räumlichkeiten: „Wir haben kurze Wege von der Vorbereitung bis zur Durchführung von Versuchen, die Ausstattung ist mit computergestützten Touchscreensystemen, der Möglichkeit verschiedene Lichtquellen für die Verkostung zu nutzen und klimatisierten Prüfkabinen modern und fortschrittlich.“ Zum Vergleich: In der Regel stehen zehn bis zwölf Kabinen in solchen Laboren zur Verfügung. „ Dieses Labor ist eines der bestausgestatteten in ganz Deutschland.  Die große Zahl der Kabinen erlaubt uns, die Ergebnisse statistisch sehr gut abzusichern“, fügt Birringer hinzu.

Kontakt

Prof. Dr. habil.

Marc Birringer

Angewandte Biochemie für Ernährung und Umwelt

Gebäude 40 , Raum 009
Prof. Dr. habil.Marc Birringer+49 661 9640-385
Sprechzeiten
Dienstag 10.00 – 11.00 Uhr
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