Nachwuchs für Gesundheitsversorgung und Gesundheitsförderung

06.08.2018
Absolventinnen und Absolventen des Fachbereichs Pflege und Gesundheit an der Hochschule Fulda haben im Pobsteihaus in Petersberg ihren Studienabschluss gefeiert. (Foto: Kevin Hillenbrand)

Der Fachbereich Pflege und Gesundheit der Hochschule Fulda hat rund 150 Absolventinnen und Absolventen verabschiedet.

Hochschulpräsident Prof. Dr. Karim Khakzar zitierte die Fußball-Weisheit „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel“, die Dekanin des Fachbereichs Pflege und Gesundheit, Prof. Dr. Dea Niebuhr, nannte es Boxenstopp. So unterschiedlich die Bilder, so gleich war die Botschaft an die Absolventinnen und Absolventen des Fachbereichs Pflege und Gesundheit: Der Studienabschluss ist zwar ein Schlussstrich unter das studentische Lernen, aber keineswegs ein Schlussstrich unter das Lernen an sich. „Für Sie gilt heute wie nie zuvor das Prinzip des lebenslangen Lernens“, betonte Prof. Niebuhr und forderte zugleich die Absolventinnen und Absolventen auf, nach dem Prüfungsstress der vergangenen Wochen die Feierstunde zu nutzen, um ein wenig zu entspannen, bevor sie in den Beruf gehen, ein Masterstudium aufnehmen oder vielleicht sogar promovieren.

Rund 150 Studierende beenden in diesem Sommer am Fachbereich Pflege und Gesundheit der Hochschule Fulda ihr Studium mit der Bachelor- oder Masterprüfung. Viele der Absolventinnen und Absolventen kamen zur feierlichen Verabschiedung ins Probsteihaus in Petersberg, um gemeinsam mit ihren Familien, Freunden, Lehrenden und Kommilitoninnen bzw. Kommilitonen den Studienabschluss zu feiern.

Kritisch bleiben und hinterfragen

„Mit Ihrem Abschluss haben Sie nun eine sehr gute wissenschaftliche Grundlage für die Zukunft gelegt“, richtete die Dekanin den Blick nach vorne und erläuterte: „Im Umgang mit komplexen Sachverhalten und Wissensbeständen sind Sie Expertinnen und Experten geworden. Sie können differenzieren. Und das ist genau die Fähigkeit, die so notwendig ist, wenn Sie Gesundheitsversorgung und Gesundheitsförderung gestalten wollen.“ Sie ermutigte die Absolventinnen und Absolventen, weiterhin zu zweifeln, zu hinterfragen und sich im Berufsleben nicht zu schnell mit ausgetretenen Pfaden zufriedenzugeben.

Technik und Soziales nicht isoliert betrachten

Wie sehr neben dem Fachlichen auch soziale Kompetenzen gefragt sein werden, hatte Hochschulpräsident Prof. Khakzar – abermals mit Blick auf den Fußball –  in seiner Begrüßungsansprache deutlich gemacht. Was das vor dem Hintergrund der zunehmenden Technisierung für das Gesundheitswesen bedeutet, zeigte Prof. Niebuhr auf. High Tech, der Umgang mit der Technik, werde allzu oft High Touch, dem Umgang mit Menschen, gegenübergestellt, kritisierte sie. Dabei gehe es nicht um das eine oder andere, sondern darum, beides in Verbindung zu setzen. „High Tech ist auch im Gesundheitswesen kein Selbstzweck, sondern muss zuverlässig Kapazitäten für High Touch freisetzen. Jede technische und wirtschaftliche Entwicklung muss immer auch deren Umsetzung in die Praxis im Blick haben“, betonte Prof. Niebuhr.

Mehr Verantwortung, mehr Geld statt cooles Image

Auch ein Blick auf die Gesundheitspolitik durfte angesichts der aktuell 50.000 fehlenden Pflegkräfte nicht fehlen. Muss es – wie Bundesfamilienministerin Franziska Giffey unlängst forderte – wirklich cool sein, eine Pflegefachkraft zu sein? Geht es nicht eher um mehr Verantwortung und um mehr Geld?“, fragte Prof. Niebuhr und ließ keinen Zweifel: „Aus Sicht des Fachbereichs ist es notwendig, die Grundkompetenzen auf wissenschaftlichem Niveau zu vermitteln, um den hohen Anforderungen in allen Gesundheitsberufen zu entsprechen.“

Professionalisierung der Gesundheitsberufe führt zur besseren Gesundheitsversorgung

Prof. Niebuhr verwies darauf, dass der Fachbereich Pflege und Gesundheit 1994 mit der Absicht gegründet worden sei, die Akademisierung der Pflegeberufe nach europäischen Standards voranzutreiben. „Doch bis heute sind wir und andere Hochschulen zahlreichen Widerständen ausgesetzt“, monierte sie. Man bekenne sich nicht zur Vollakademisierung. Die Qualität der Gesundheitsversorgung und die Änderungen der Berufsanforderungen im Gesundheitswesen spielten in den Argumenten der Akademisierungsgegner keine Rolle. „Wir sind überzeugt, dass die Professionalisierung aller Gesundheitsberufe zu einer besseren Gesundheitsversorgung führt“, betonte Prof. Niebuhr. Die Anforderungen an die Gesundheitsberufe sind erheblich gestiegen und der Fachbereich werde seine Studierenden auf diese sich sehr stark entwickelnde Branche vorbereiten.

„Bleiben Sie mit uns in Kontakt, um über Ihre Erfahrungen zu berichten“, forderte sie die Absolventinnen und Absolventen abschließend auf. „Wir sind auf Ihre Rückmeldungen aus der Praxis angewiesen, denn nur dann können wir das Studium noch besser gestalten. Die Türen der Hochschule Fulda und besonders des Fachbereichs stehen für Sie jederzeit ganz weit offen“, gab sie den Absolventinnen und Absolventen mit auf den Weg.

Zum Fachbereich Pflege und Gesundheit an der Hochschule Fulda
14 Studiengänge, elf Bachelor- und drei Masterangebote, bietet der Fachbereich Pflege und Gesundheit an der Hochschule Fulda an. Das Angebot wird kontinuierlich ausgebaut und auf die aktuellen Anforderungen ausgerichtet. Nachdem zum Wintersemester 2016/17 der Studiengang Gesundheitspolitik und Gesundheitsökonomie neu eingeführt wurde, starten zum kommenden Wintersemester die beiden neuen Studiengänge Internationale Gesundheitswissenschaften, in dem Gesundheit global betrachtet wird, und Berufspädagogik Fach Gesundheit (in Kooperation mit der Universität Kassel). Im Studiengang Gesundheitsförderung wurde der Schwerpunkt Gesundheitskommunikation dahingehend ausgebaut, dass die Kommunikation in und mit digitalen Medien nun breiteren Raum einnimmt. Damit trägt der Studiengang der veränderten Mediennutzung der Zielgruppen Rechnung.

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