Netzwerktreffen Bildung des VDOE erfolgreich stattgefunden

06.04.2022

Am 22. März 2022 hat das Netzwerktreffen Bildung des VDOE erfolgreich im Online-Format stattgefunden.

Begleitet wurde die Veranstaltung von Prof. Dr. Christine Küster, Professorin für Sozioökologie des privaten Haushalts an der Hochschule Fulda als Moderatorin sowie von Irmtrud Wagner vom VDOE und Gabriele Börries von der Hochschule Osnabrück.

Großes Interesse am Netzwerktreffen Bildung
Die Veranstaltung fand reges Interesse bei den Teilnehmenden. Ganz im Sinne des Austauschs und der Vernetzung nahmen fast 30 Teilnehmende aus Wissenschaft und Praxis am Netzwerktreffen teil.

Bedarfe und Chancen in der Ernährungs- und Hauswirtschaftswissenschaftlichen Bildung für Menschen mit Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben

„Wo muss ich unterschreiben?“ Beim Netzwerktreffen Bildung konnten sich die Teilnehmenden einen Eindruck davon machen, was es im Alltag und darüber hinaus bedeuten kann, Schwierigkeiten im Lesen und Schreiben zu haben. Die Referentin, Prof. Dr. Birgit Peuker, Professorin für Ernährungs- und Hauswirtschaftswissenschaften/ Berufliche Didaktik an der Europa-Universität Flensburg, fokussierte sich anhand zentraler Studien auf Menschen mit funktionalem Analphabetismus. Dieser bleibt aufgrund verschiedener Bewältigungs- und Verschleierungsstrategien oftmals unerkannt. „Hinweise auf Schwierigkeiten mit dem Lesen und Schreiben“, so Prof. Dr. Peuker, „können ein häufiges Vergessen der Brille, das Auswendiglernen ganzer Passagen sowie auch Verbände an der Hand sein“. Zusammen mit den Teilnehmenden wurden Erfahrungen und Bedarfe aus dem Arbeitsalltag in den Blick genommen. „Wie kann Beratung hier effektiv gestaltet werden?“, fragte eine der Teilnehmenden im Kontext der Ernährungsberatung. Das offene und feinfühlige persönliche Ansprechen von Personen kann helfen eine Grundlage zu schaffen und individuelle Lösungsstrategien zu finden. Abschließend gab Frau Prof. Peuker den Zuhörenden verschiedene Hinweise zum Umgang mit Betroffenen an die Hand. „Die ernährungs- und hauswirtschaftswissenschaftliche Bildung kann einen Schlüsselfaktor in der Unterstützung Betroffener darstellen“, hebt Prof. Dr. Peuker vor.

Grenzen und Chancen des digitalen Unterrichts – eine Momentaufnahme aus dem berufsbildenden Bereich

In ihrem Vortrag beschrieben Dipl. oec. troph. Isa Dossenbach (Studienrätin) und Torsten Bosse (Studiendirektor) von den Berufsbildenden Schulen Ritterplan in Göttingen wie der digitale Unterricht in der COVID-19-Pandemie gestaltet wurde und wie dieser bei den Auszubildenden ankam. Welche Herausforderungen und Potenziale waren mit dem digitalen Unterricht verbunden? „Es musste aufgrund der Pandemie recht schnell auf Onlineunterricht umgestellt werden“, so Torsten Bosse. Damit verbunden waren einige Herausforderungen für die Auszubildenden wie z.T. unzureichend technische Voraussetzungen oder logistische Schwierigkeiten innerhalb familiärer Gegebenheiten. Aber auch positive Rückmeldungen erreichten die Lehrkräfte: „Dann kann ich direkt am PC im Schlafanzug sitzen“ oder auch „2x am Tag ein gut durchstrukturierter Onlineunterricht mit wenig Pannen finden wir gut“. Gefehlt hätten vor allem das soziale Miteinander im Klassenverbund sowie der direkte unterstützende Kontakt zu den Lehrkräften. „Besonders hervorgehoben wurde der Aspekt der Seriosität der Quellen von Lernmaterialien“, beschrieb Isa Dossenbach. „Die Auszubildenden wünschten sich auch im Onlineunterricht die von Lehrkräften ausgewählten Lernmaterialen benutzen zu dürfen, um sicher sein zu können, dass diese seriös sind“. Im Anschluss an den Vortrag wurde u.a. in den Fokus genommen, welche Vor- und Nachteile Hybridveranstaltungen – also die Mischung aus Online- und Präsenzlehre – für den Bildungsalltag haben. Hierbei wurde konstatiert, dass diese für Lehrpersonal meist eine enorme Herausforderung darstellen und deshalb insbesondere für interaktive Veranstaltungen eher ungeeignet sind.

Künftig Online- und Präsenzveranstaltungen des Netzwerks Bildung

Nach den Vorträgen fokussierten die Veranstalterinnen auf verschiedene Ausgestaltungsmöglichkeiten weiterer Veranstaltungen des Netzwerks Bildung. Bei der Frage an die Teilnehmenden, inwiefern Netzwerktreffen zukünftig gestaltet werden sollen, wurde deutlich, dass sowohl Online-, als auch Präsenzformate gewünscht sind. Während die Unabhängigkeit des Standorts, sowie die niedrigschwellige Möglichkeit des „Reinschnupperns“ für Online-Veranstaltungen sprächen, könne der individuelle Austausch und die Vernetzung bei einem Zusammentreffen in Präsenz nicht ersetzt werden. Zukünftig sollen somit beide Formate im Rahmen der Netzwerktreffen bedient werden.

 

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