Neue Einblicke im Skills Lab Physiotherapie – Heiß und Kalt wird plötzlich sichtbar

27.03.2018

Studierende im Studiengang Physiotherapie sehen die Wirkung der physikalischen Therapie aus einer neuen Perspektive. Eine neue Wärmebildkamera macht die Therapieeffekte der Kryo- und Hydrotherapie sichtbar und vor allem objektivierbar. Interessante Erkenntnisse bei der ersten Anwendung liefern neue Ideen für Forschungsprojekte.

Das Wintersemester 2017/18 bietet erstmals Gelegenheit zur Erprobung der Thermografie im Studiengang Physiotherapie. Das mobile Kamerasystem debütiert im Modul „Symptome lindern“ und verschaffte den Erstsemester-Studierenden beim Einsatz von Eisanwendungen und heißer Rolle völlig neue Perspektiven. Während der laufenden Behandlung kann die Veränderung der Hauttemperatur beobachtet und der Therapieeffekt gemessen werden.

„Die Neugier steht immer an erster Stelle eines Problems, das gelöst werden will.“ – Galileo Galilei

Wird das Gewebe gleichmäßig erwärmt? Kann ich meine Applikationstechnik optimieren? Habe ich Behandlungsgebiete ausgelassen? Kommt es zu gefährlichen Hot-Spots? Wie lange bleiben die Effekte bestehen? Und wie lassen sich die Ergebnisse Interpretieren?

 

 

Aus didaktischer Sicht ist der Einsatz der Wärmebildkamera ein voller Erfolg. Das Therapieergebnis wird als direktes Feedback sichtbar, was bei den Studierenden Neugierde und Forscherdrang weckt. Zudem ist eine gesteigerte Zufriedenheit bei den Studierenden zu beobachten. Die Einschätzung von Stoffwechsel-, Durchblutungsveränderungen und Entzündungen spielt im physiotherapeutischen Alltag eine große Rolle. Unter Zuhilfenahme der Wärmebildkamera soll künftig auch das taktile Wärmeempfinden von Studierenden durch gezielte Übungen geschult werden.

Darüber hinaus bieten die Wärmebilder auch eine Grundlage für allgemeine Fragestellungen. Im Rahmen des Unterrichts wird ein physikalisches Experiment überprüft: Werden Eispackungen, die mit Salz versetzt werden, tatsächlich kälter als herkömmliche Eispackungen? Schon nach wenigen Minuten ist das Ergebnis sichtbar: Eispackungen, die mit Salz versetzt sind, erreichen tatsächlich niedrigere Temperaturen und haben bei der Versorgung von akuten Sportverletzungen einen stärkeren Effekt.

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