Schnupperstudium plus Praktika

16.03.2021
Beim Hessen-Technikum verbringen die Teilnehmerinnen vier Tage pro Woche bei einem Partner-Unternehmen.

Beim Hessen-Technikum verbringen die Teilnehmerinnen vier Tage pro Woche bei einem Partner-Unternehmen, am fünften Tag finden Lehrveranstaltungen statt . Foto: Josef Wiegand GmbH & Co. KG

Im „Hessen-Technikum“ lernen Frauen innerhalb von sechs Monaten Berufsfelder im Bereich Naturwissenschaften, Technik, Mathe und Informatik kennen. Die Bewerbungsphase hat bereits begonnen.

Mathe, Physik, Chemie, Informatik: Schülerinnen haben in diesen Fächern häufig gute Noten ─ doch ihre späteren Arbeitsplätze sind meistens woanders angesiedelt. An dieser Stelle setzt das „Hessen-Technikum“ an: Das Programm soll Frauen realistische Einblicke in Studiengänge und Berufe im so genannten MINT-Bereich geben. MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Das Besondere daran: Das Programm kombiniert ein Schnupperstudium mit zwei Praktika in Unternehmen in der Region. „Auf diese Weise lernen die Teilnehmerinnen beide Seiten kennen: Studium und Arbeitswelt“, sagt Corinna Schel, Ansprechpartnerin für das Hessen-Technikum an der Hochschule Fulda.

Praktika in Partner-Unternehmen
Spannende Einblicke versprechen insbesondere die beiden Praktika. Während des „Hessen-Technikums“ verbringen die Teilnehmerinnen vier Tage pro Woche in einem Partner-Unternehmen. „Hier bekommen sie konkrete Einblicke in den Berufsalltag“, sagt Corinna Schel. „Und sie erleben, wie Ingenieurinnen, Informatikerinnen oder Naturwissenschaftlerinnen arbeiten.“

Für das Schnupperstudium kommen die „Technikantinnen“ normalerweise an einem Tag in der Woche an die Hochschule. Pandemiebedingt fanden die Lehrveranstaltungen zuletzt komplett online statt. Doch auch von Zuhause aus konnten die Teilnehmerinnen vieles praktisch ausprobieren. Von einem Fachbereich bekamen sie ein Technik-Kit, mit dem sie eine Reihe von Messungen machen konnten. In einer anderen Veranstaltung erfuhren sie, wie sich mit einfachen Mitteln Frischkäse herstellen lässt. Die Anleitung setzten sie dann in der heimischen Küche um.

„Unglaubliche Bereicherung"
Elena Petter, Absolventin des Jahrgangs 2020/2021, nimmt aus ihrer Zeit als Technikantin eine Menge mit. „Mir hat es großen Spaß gemacht, so viel in so kurzer Zeit dazuzulernen und erklärt zu bekommen“, sagt die 21-Jährige. „Es war eine unglaubliche Bereicherung in vielerlei Hinsicht. Ich wurde definitiv inspiriert, Neues zu wagen und mich an einen technischen Beruf heranzutrauen.“

Lilly Heine würde das Hessen-Technikum allen weiterempfehlen, die Interesse am MINT-Bereich haben. „Diejenigen mit einer konkreten Vorstellung können herausfinden, ob diese Idee auch in der Realität zu ihnen passt. Zusätzlich können sie erste Kontakte zu möglichen Ausbildungsunternehmen knüpfen“, sagt die Absolventin des aktuellen Jahrgangs. „Für alle, die nur eine grobe Vorstellung zum Thema Zukunft haben, ist das Programm mindestens genauso gut geeignet. Sie bekommen zu Beginn eine allgemeine Orientierung und können sich damit vielleicht schon in eine konkretere Richtung bewegen.“

Bewerbungsphase läuft
Das nächste Hessen-Technikum startet im Oktober 2021. Gefördert wird das Projekt vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst (HMWK) und dem Europäischen Sozialfonds. Abiturientinnen und Absolventinnen der Fachoberschule können sich ab sofort bewerben.

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