Als Studierende der ersten Generation an die Hochschule

07.06.2022
Diversity-Tag

Im Raum der Podiumsdiskussion wurden neun Plakate mit Tipps und persönlichen Erfahrungen von Role Models unserer Hochschule aufgehängt. Foto: Hochschule Fulda

Zum Deutschen Diversity-Tag am 31. Mai hat die Hochschule Fulda zu einer Podiumsdiskussion eingeladen.

Der Titel lautete: „Als Studierende der ersten Generation an die Hochschule – im Gespräch mit Role Models der Hochschule Fulda". Mehr als 20 Gäste, vor allem Studierende, tauschten sich dabei über ihren persönlichen Bezug zum Thema, Hürden, Stärken der Studierenden der ersten Generation sowie über die Frage aus, was die Hochschule Fulda konkret tun kann.

Laut einer Befragung zu Beginn ihres Studiums stammte mehr als die Hälfte (58 Prozent) der Studienanfänger*innen des Wintersemesters 2021/2022 an der Hochschule Fulda aus einem nicht-akademischen Elternhaus. Studierende der ersten Generation kommen nicht zwangsläufig aus einem bildungsfernen und sozial benachteiligtem Elternhaus – in der Diskussion wurde die Familie jedoch als eine mögliche Herausforderung genannt. Tenor: Sich gegen die Familie durchzusetzen oder sie vom akademischen Bildungsweg zu überzeugen, kann schwer sein.

Auch Stereotype und feste Erwartungen von Lehrpersonen, wer wohin gehört oder Sätze wie „Du schaffst das nicht“, wurden angeführt. Basierend auf ihren Erfahrungen bei Arbeiterkind.de nannte Anna Spengler als größte Hürde die Finanzierung des Studiums. Spengler betonte zudem, dass Übergänge eine große Rolle spielen – zum Beispiel die Entscheidung, in welche Richtung es nach dem Schulabschluss oder einer Berufsausbildung gehen soll.

Als hilfreich nannten die Teilnehmer*innen unter anderem Fürsprecher*innen, individuelle Förderung und das Selbstbewusstsein, sich vom Fremdheitsgefühl nicht abschrecken zu lassen.

Auch zum Punkt: „Was kann die Hochschule machen?“ kamen viele Ideen zusammen, darunter: Mut machen, Angst nehmen; Studierende nicht nach Bildungsweg oder -herkunft beurteilen, eine positive Fehlerkultur etablieren, auf (niedrigschwellige) Beratungsangebote hinweisen und Lehrende sensibilisieren.

Seinen eigenen Weg gehen
Rebecca Biermann, Projektkoordinatorin für Diversität an der Hochschule Fulda, resümiert: „Die Hochschule ist schon auf einem guten Weg, was die Unterstützungsangebote für Studierende angeht. Wichtig ist aber auch, dass die Studierenden die Angebote nutzen, die ihnen helfen können.“ In Gesprächen mit weiteren Role Models sei immer wieder deutlich geworden, dass es sehr hilfreich sei, Gleichgesinnte zu suchen, nicht allein zu bleiben und sich aktiv an der Hochschule einzubringen. Man sollte sich auch davon freimachen, sich von der Regelstudienzeit unter Druck setzen zu lassen – und seinen eigenen Weg gehen.

Mit Ralf Alberding (Kanzler), Veronika Amrhein (Studentin am Fachbereich W), Prof. Dr. David James (Professor am Fachbereich AI), Prof. Dr. Martina Ritter (Dekanin am Fachbereich SW) und Anna Spengler (Initiative Arbeiterkind.de) nahmen an der Podiumsdiskussion Vertreter*innen ganz unterschiedlicher Statusgruppen teil. Dadurch konnte das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven hinweg beleuchtet werden. Moderiert wurde die Veranstaltung von Susan Gamper, Leiterin der Zentralen Studienberatung.

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