Ernährungsalltag im Wandel

16.02.2022

RIGL-Projekt LeZ’go veröffentlicht Ergebnisse einer bundesweiten, repräsentativen Befragung

Unter der Leitung von Professorin Dr. Jana Rückert-John und Professorin Dr. Tonia Ruppenthal vom Fachbereich Oecotrophologie hat das RIGL-Projekt LeZ’go Ende 2020 eine bundesweite Befragung zum Ernährungsalltag der Bevölkerung in Deutschland durchgeführt. Untersucht wurden dabei coronabedingte Veränderungen des Ernährungsalltags, Wandelprozesse in der ernährungsbezogenen Wertorientierung der Befragten sowie deren Zukunftserwartungen im Kontext Ernähren und Versorgen. Jetzt haben die Wissenschaftler*innen die Ergebnisse der Studie vorgelegt.

Veränderungen des Ernährungsalltags in der Pandemie

Die Corona-Pandemie hat gesellschaftliche Veränderungsprozesse angestoßen oder bestehende verstärkt, die auch im Ernährungsalltag der Bevölkerung zu beobachten sind. Über alle sozialen Milieus hinweg war eine vermehrte Nutzung von Lebensmittel-Onlinebestellungen zu verzeichnen. Mahlzeiten fanden überwiegend im Privathaushalt statt, bedingt durch häufigeres Selberkochen oder durch Lieferung von fertig zubereiteten Mahlzeiten.

Wertorientierung in der Ernährung

Die Vermeidung von Lebensmittelverschwendung ist den Konsumentinnen und Konsumenten generell ein sehr wichtiges Anliegen. Regional einzukaufen ist für sie wichtiger als Bio-Qualität oder bestimmte Siegel. Preiswerte Lebensmittel werden von den Konsumentinnen und Konsumenten bevorzugt gekauft. Jeder zweite von ihnen bevorzugt Markenprodukte. Der Verzehr von Fleisch gilt nach wie vor für den Großteil der Bevölkerung als Normalität, während die Hälfte der befragten Fleischesser*innen sich vornimmt, zukünftig weniger Fleisch zu essen. Vegetabile Ernährungspraktiken sind insbesondere bei Jungen Idealistischen und Kritisch-kreativen Milieus anzutreffen.

Zukunftserwartungen für eine nachhaltigere Ernährung

Die Zukunftserwartungen für nachhaltige Ernährungspraktiken sind überwiegend optimistisch. Eine zunehmende Bedeutung von Aspekten wie Genuss, Ernährungsbildung und Transparenz werde erwartet. Eine Mehrheit geht davon aus, dass die Mahlzeit in Gemeinschaft an Bedeutung gewinnen wird, während bei der zukünftigen Bedeutung der Außer-Haus-Verpflegung die Meinungen geteilt sind. Der vermehrte Einsatz digitaler Technologien wird als wahrscheinlich gesehen. Die internationale Küche wird Ernährung zukünftig stärker prägen. Eine geringere Bedeutung traditioneller Geschlechterrollen bei der Mahlzeitenzubereitung wird erwartet.

Die Erhebung fand im Zeitraum vom 29. Oktober 2020 bis 18.November 2020 online statt. Mehr als 2.000 Menschen wurden befragt, quotiert nach einer bevölkerungsrepräsentativen Verteilung in Deutschland nach Altersgruppen, Geschlecht und Bildungsniveau.

Titel der Veröffentlichung:
Rückert-John, J., Ruppenthal, T., Schweers, N., Werking, J. (2022):
Ernährungsalltag im Wandel. Veränderungen, Wertorientierungen und
Zukunftserwartungen. Fulda 2022.

Hier sind die repräsentativen Umfrageergebnisse abrufbar.

 

 

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