Rückblick: Online-Tagung zur Barrierefreiheit von Webseiten

19.02.2021
Online-Tagung zum Thema Recht auf barrierefreie Webseiten umsetzen und durchsetzen

Bild: Höll, Bearbeitung: JS / HS Fulda

Prof. Dr. Christian Schrader blickt zufrieden auf die Online-Tagung zurück, bei der sich Teilnehmende aus ganz Deutschland über das Recht auf barrierefreie digitale Inhalte austauschten.

An der Online-Tagung des Fachbereichs Sozial- und Kulturwissenschaften zum Thema „Recht auf barrierefreie Webseiten umsetzen und durchsetzen“ nahmen am 18.01.2021 etwa 140 Interessierte aus ganz Deutschland teil.

Gerade die Digitalisierung in Corona-Zeiten zeigt: Menschen mit Behinderungen dürfen nicht durch unpassende IT-Darstellungen ausgegrenzt werden. Seit 2016 fordert das EU-Recht, dass öffentliche Stellen barrierefreie Webseiten und Apps anbieten und eine Erklärung zur Barrierefreiheit veröffentlichen müssen. Deutschland nahm das über die Behindertengleichstellungsgesetze und die Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung (BITV) 2.0 formal in seine Vorschriften auf. In der Praxis ist es allerdings noch nicht überall verwirklicht. Doch jetzt entstehen Überwachungsstellen und Behindertenverbände bereiten sich vor, dieses Recht einzuklagen.

Nach der Begrüßung durch Prof. Dr. Christian Schrader führte Prof. Dr. Felix Welti, Universität Kassel, in das Thema ein. Drei Referent*innen brachten die Teilnehmenden auf einen Stand. Frauke Onken vom Hessischen Rundfunk stellte vor, wie Barrierefreiheit organisiert einbezogen werden kann. Prof. Dr. Erdmuthe Meyer zu Bexten berichtete, wie sie als Leiterin der Überwachungsstelle Hessen an die Überwachungsaufgabe herangeht. Dr. Michael Richter von der Rechtsberatung des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes führte darin ein, wie die Betroffenen ihre Rechte einfordern können.

In Arbeitsgruppen konnten die Teilnehmenden ihre Erfahrungen und Fragen gezielt einbringen. Andreas Deitmer, stv. Direktor des Zentrums für blinde und sehbehinderte Studierende an der TH Mittelhessen, behandelte die grundlegenden Fragen, wie Webseiten und digitale Dokumente barrierefrei realisierbar sind. Michael Wahl, Leiter der Überwachungsstelle des Bundes für Barrierefreiheit von Informationstechnik, erläuterte, wie barrierefreie IT auf Bundesebene vorangebracht wird. Die Möglichkeiten der Behindertenverbände, über Verbandsklagen bessere IT-Lösungen gerichtlich einzufordern, behandelte Dr. Daniel Hlava vom Hugo-Sinzheimer-Institut.

Es wurde deutlich, dass viele öffentliche Stellen noch am Anfang stehen. Nicht überall sind Webseiten barrierefrei und aussagekräftige Erklärungen zur Barrierefreiheit veröffentlicht. Doch die Fristen, bis wann das geschehen muss, laufen in diesem Jahr ab. Überwachungsbehörden, Schlichtungsverfahren und Klagemöglichkeiten entstehen und müssen ihre Rollen und Möglichkeiten finden.

Die Tagung bildete den derzeitigen Stand ab und gab den Teilnehmenden gute Diskussionen und Hinweise, wie bei Webseiten die Barrierefreiheit künftig real und rechtssicher eingebaut werden kann.

Ansprechpartner

Prof. Dr.

Christian Schrader

Rechtsfragen der Technikentwicklung (Verfassungs-, Umwelt- und Technikrecht)

+49 661 9640-462Gebäude 22, Raum 024
Prof. Dr.Christian Schrader+49 661 9640-462
Sprechzeiten
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