Sport fürs Hirn

30.10.2015

Bewegung hilft, die grauen Zellen in Schwung zu bringen.

Wer kennt es nicht: Eine Doppelstunde in der Schule, ein Fachvortrag, eine Konferenz, ein Seminar oder ein Workshop, die schier nicht enden. Spätestens nach zwei Stunden lässt die Aufnahmefähigkeit deutlich nach. Man wird dösig und müde, weil der Blutdruck sinkt und die Muskulatur erschlafft. Die Konzentration lässt nach. Was hat der Vortragende gerade noch gesagt?

Kurze Pause regt den Kreislauf wieder an

"Der menschliche Körper ist eigentlich auf Bewegung ausgelegt. Deshalb ist es wichtig, sich als Ausgleich zum Studieren regelmäßig zu bewegen", betont Dr. Jan Ries. Der Leiter des Hochschulsports an der Hochschule Fulda rät dazu, wenn es möglich ist nach etwa eineinhalb Stunden eine kurze Pause zu machen – aufstehen, Beine vertetreten oder gezielt raus gehen. "Man bekommt den Kopf frei, regt den Kreislauf wieder an und fördert damit die Denkleistung. Denn durch die Bewegung, durch das Aktivieren der Muskeln, transportieren die Blutkörperchen wieder Sauerstoff durch den Körper. Und die Aufmerksamkeit wird wieder gesteigert. Auch neue Verknüpfungen zwischen Nervenzellen werden begünstig."

Für die Lernpause Zuhause – Waagemutige können dies natürlich auch nach der Vorlesung oder in der Bibliothek tun –, empfiehlt Jan Ries vorbeugend gegen Rückenschmerzen zwei einfach auszuführende Übungen zum Dehnen und Strecken der Brust- und Rückenmuskulatur. Die Anleitung dazu entnehmen bitte den Zeichnungen im Fotoslider.

Naschen ist nur eine kurzfristige Lösung

"Natürlich kann man auch mal Zartbitterschokolade naschen, um den Serotoninspiegel gerade jetzt auch in der trüben Herbstzeit schnell mal anzuheben. Ich mache das auch gerne ab und an. Aber dauerhaft ist das Naschen nicht von Vorteil", sagt der Sportwissenschaftler mit einem schelmischen Grinsen im Gesicht.

Sport hilft dagegen genauso gegen den Herbstblues und setzt keine überflüssigen Pfunde an. Jan Ries ist davon überzeugt, dass Bewegung – egal welcher Art – natürlich zum einen entscheidend ist für die Gesundheitsprävention, aber genauso wichtig aus psycho-sozialen Aspekten: "Sich gemeinsam mit Gleichgesinnten zu bewegen, miteinander zu trainieren und zu lernen, hilft gerade neuen Studierenden, Anschluss zu finden. Das kann sehr stimmungsaufhellend sein. Zudem ist jetzt im Winter Bewegung wichtiger als im Sommer. Es gibt weniger Sonne, und die Erkältungsviren schwirren umher."

Reizvolle Trainingsziele setzen

Die Kunst ist laut Jan Ries, dass man das Richtige für sich auswählt. Ist man ein Teamplayer, ein Individualist, eher Ausdauersportler oder Kraftsportler. Das Angebot des Hochschulsports reicht da von Akrobatik über Fußball und Handball bis hin zu Klettern, Lacrosse oder Yoga. "Wenn ich mich auf etwas Neues einlasse, dann ist das auch gut für mein Herz und meine Seele."

Voraussetzung für den ersten Schritt ist, den inneren Schweinehund zu überwinden. Dabei hilft es, wenn man sich reizvolle Trainigsziele setzt. Die sind natürlich individuell", so Ries und fügt hinzu: "Man sollte immer daran denken, dass der Körper ein veränderbares System ist. Das kann helfen." 

Lust auf Bewegung?

Der Hochschulsport hat bestimmt das passende Angebot.

Zum kompletten Programm geht's hier.

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